Ist die Fed bankrott?

Artur P. Schmidt 17.02.2009

Verstaatlichung ist nicht die Lösung für die aktuelle Krise, sie ist das eigentliche Problem, das den Namen Bailout trägt. Aber es gibt Auswege aus der Krise

Ob die Federal Reserve pleite ist oder nicht, entscheidet niemand anderes als der Markt. Betrachtet man sich die Entwertung des Dollar im letzten Jahrhundert, insbesondere nach dem Zusammenbruch von Bretton Woods, so waren die Erholungsphasen des Dollar immer nur Anlaufphasen zu weiteren Kursstürzen. Die aktuelle Weltwirtschaftskrise forciert den möglichen Verfall den Dollar, vor allem da die US-Notenbank zunehmend ihre konventionelle Munition verschossen hat. Ein Zinssatz von nahezu Null Prozent ist nicht nur die Bankrotterklärung für den US-Dollar als Weltleitwährung, sondern auch für die Fähigkeit von Notenbanken, Krisen, die durch Blasen erzeugt wurden, durch die nächst größere Blase zu ersetzen.

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Mit dem baldigen Platzen des amerikanischen Bond-Bubbles platzt nicht nur die größte Mega-Blase der Weltwirtschaftsgeschichte, sondern auch der amerikanische Traum von der Weltherrschaft. Wurde die Deutsche Mark von den Franzosen einst als die deutsche Atombombe gewürdigt, so könnte der Euro zukünftig die entscheidende Waffe werden, um amerikanische Allmachtsträume im Zaum zu halten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Europa seinen eigenen Weg aus der Krise findet und den absehbaren amerikanischen Hyperinflationsweg außen vor lässt.

Die ökonomischen Strukturen, die sich in den letzten Jahrzehnten in den USA aufgebaut haben, konnten nur überleben, da sich der langfristige Zins immer mehr gegen Null bewegte. Wollte man das weitere Überleben auf diese Art und Weise sicherstellen, müsste der Zins negativ werden, was eigentlich beweisen würde, dass der gegenwärtige Wert des Geld in der Zukunft viel tiefer liegen wird. Dies zeigt, dass es sich schon heute nicht mehr lohnt, Geld bei einer Bank einzubezahlen, da man zukünftig weniger dafür zurückbekommt. Bei negativen Zinsen oder einem Zinssatz von Null lohnt es sich sogar, noch weitere Schulden zu machen oder aber Gold und Silber zu kaufen, denn wenn die Inflation zurückkehrt, wird sich das Schuldenproblem durch Zerstörung der Währung von selbst erledigen.

Die künstliche Stimulierung einer Schuldenwirtschaft durch Zinsen die gegen Null tendieren oder sogar negativ werden, kann nicht funktionieren. Zwar mag das Ziel sein, den Dollar im Wert zu allen anderen Währungen fallen zu lassen und so den Export anzukurbeln, jedoch wird das Gelddrucken zum Bailout von maroden Banken das System nicht vor dem Untergang retten, es wird ihn nur hinauszögern und die Heftigkeit eines Währungscrashs nur forcieren.

Den besten Einblick in das Ausmaß der Weltwirtschaftskrise bietet die Bilanz der Fed, die uns auch etwas über den zukünftigen Wert des Dollars verrät. Seit Ausbruch der Krise hat die Fed kontinuierlich die Qualität des Dollars ausgehöhlt. Dies zeigt sich in der Aufblähung der Fed-Bilanz. Wie massiv die Fed den Märkten an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt hat, lässt sich daran erkennen, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel der Bilanz (etwa 1.000 Milliarden USD) aus völlig neuen "Verleihmöglichkeiten" bestehen, die die Fed erst im Rahmen der Kreditkrise einführte, sowie aus bestehenden Instrumenten, die die Fed weiter aufgebläht hat. Ob diese je rückgängig gemacht werden können, bleibt aufgrund der Zuspitzung der Weltwirtschaftskrise mehr als fraglich.

Die Aushöhlung der Fed-Bilanz. Grafik: Econbrowser

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