2D4Y IZ D4 D4Y ZEBR4 X K1LL3D N3T 4RT
Drei Netzkunstsites wurden gecrackt - und diesmal ist wirklich die ganze Kunst weg
Nur noch ein kleines "0wned by Zebra X" auf grauen Grund ist übrig geblieben. Gestern abend wurden die Netzkunstsites Direct to Brain, Kalx und One38 gehackt und die gesamten Sites gelöscht. Ein Cracker, der sich Charles Copper nennt und unter dem Hackernamen "Z3BR4 X" operiert, schickte am gestrigen Dienstag eine Email über die Netzkunst-Mailingliste 7-11, in der er sich mit der Tat brüstete.
In der Mail heißt es im typischen Hacker-Jargon:
"2D4Y IZ D4 D4Y ZEBR4 X K1LL3D N3T 4RT
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YOU TH1NK YOU 4R3 SO L33T
H3LL AND J0D1 TH1KNS TH3Y R HACKRZ R33L HAKRZ H4CK 0THR P4G3Z"
(Today is the day Zebra X killed net art. You think you are so elite. Hell and Jodi think they are hackers. Real Hackers hack other pages.)
Weitere Angaben von Gründen enthält die Mail nicht. Sie wirbt nur noch für die Collegerock-Band Weezer und ihre Website.
Da die Künstler bis auf weiteres auf Anfragen nicht reagierten, ist das Ausmaß des Schadens noch nicht abzusehen. Nicht auszuschließen ist aber bis dahin auch, dass es sich bei dem Hack um eine gemeinsame Aktion der drei Künstler handelt, die alle auch Mitglieder der Netzkunstgruppe hell.com sind.
"Hacks" von Kunstwebsites hat es in der kurzen Geschichte der Netzkunst schon öfter gegeben. 1997 kopierte der Slowene Vuk Cosic die gesamte Website der dcoumenta X, wenige Tage bevor Ausstellung wie Netzpräsenz geschlossen werden sollte, auf seine eigene Website, wo sie bis heute zu sehen ist.
In letzter Zeit hat die italienische Gruppe 0100101110101101.ORG auf sich durch eine Reihe von spektakulären Netzkunst-Diebstählen auf sich aufmerksam gemacht. Sie kopierten nicht nur die Websites von Jodi und hell.com sowie die Netzkunstgalerie art.teleportacia auf ihre Site, sondern machten auch noch eine Shockwave-Version des Netzkunst-Browsers "WebStalker" und eine Reihe von "Hybrids" genannten Assemblagen, die aus den Dateien verschiedener anderer Netzkunstprojekte zusammensetzt waren. Bei all diesen Aktionen blieben allerdings die "Originale" unangetastet.
Doch obwohl eine Reihe der Netzkünstler mit dem Image des Hackers kokettiert haben, ist dies das erste Mal, dass jemand so systematisch ganze Netzkunst-Websites löscht. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass eine ganze Kunstsite gecrackt wurde: vor einem halben Jahr war One38 schon einmal Opfer einer Cracker-Attacke.
Ob es sich auch hierbei um eine Kunstaktion handelt oder ob tatsächlich ein Hacker die Netzkunst entdeckt hat, bleibt abzuwarten. Der Hinweis "2D4Y IZ D4 D4Y ZEBR4 X K1LL3D N3T 4RT" lässt immerhin vermuten, dass der Cracker wusste, dass es sich bei den Seiten, die er gehackt hat, um Kunst handelte.
Sollte es sich auch bei diesem Angriff um eine "künstlerische Intervention" handeln, hätte die Netzkunst einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Wenn es ein "richtiger "Hack" sein sollte, wäre ein Versprechen eingetreten, mit dem sich die Netzkunst schon seit Jahren schmückt: die Grenzen zwischen Kunst und Netzleben aufzuheben.
http://www.heise.de/tp/artikel/3/3456/1.html- hmm, warum net_condition? (12.11.1999 16:12)
- add one (11.11.1999 17:25)
- um art.teleportacia wärs ja nicht schade (11.11.1999 17:23)
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