Gute Zeiten für Betrüger
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn: "So glücklich war ich noch nie" ist ein brennend aktueller Hochstapler-Film
"Man ist doch nie gleich. Man ist doch ständig jemand anderes", sagt Frank Knöpfel, und für die Hauptfigur in Alexander Adolphs Spielfilmdebüt gilt das bestimmt. Mit dem charmanten Hochstapler Felix Krull teilt er nicht nur die Initialen, sondern auch die Berufung: Ein Mensch, der sich mit Wollust der Lüge hingibt, weil sie Befreiung bedeutet aus dem Käfig der Identität, weil sie es möglich macht, alles zu leben, was man leben will, der ein Chamäleon ist für sich wie für andere - und dabei doch die Lust der Zuhörer am Neuen und Fremden, am Unerwarteten und Unglaublichen bedient, wie seinerzeit der Baron von Münchhausen: "Sie wünschen alle, meine Herren, ich sehe es Ihnen an den Augen an, zu hören, wie ich an einen so großen Schatz gekommen bin." Natürlich wird Knöpfel mit alldem auch zum Gefangenen seiner Lügen. Ein Getriebener, Süchtiger ist er schon lange. Die Lüge kann ein Unglück sein. Oder? The Truth lies in the eye of the beholder.
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| Allle Bilder: Kinowelt |
"Come fly with me" sang Frank Sinatra. Ein gutaussehender junger Mann in Pilotenuniform schritt dazu durch die Halle eines Flughafens, in jedem Arm gleich drei hübsche Stewardessen in mittelblauer, perfekt zum sonnigen Himmel passender Uniform, und in diesem, wie in manch anderen Momenten sah der Film fast aus, wie ein schöner alter Werbespot der PanAm. Steven Spielbergs Film "Catch me if you can" (siehe dazu "Vor-Hängsel") war ein Film über das schöne Leben und seine Facetten. Er war zugleich aber auch ein Film über den Preis, den dieses Leben oder der Traum von ihm kosten kann, ein Film darüber, dass materieller Überfluss und Luxus kein dauerhafter Zufluchtsort sind, wenn man vor etwas wegläuft. Eine höchst unterhaltsame Geschichte also, aber auch, wie fast immer bei Spielberg, eine moralische Fabel. Denn der junge Mann, der Held dieses Films, war kein Pilot, sondern ein Betrüger auf der Flucht. Es war Frank W. Abagnale - eine Legende seiner Zunft.
Es gibt ihn wirklich und er wurde gegen Ende der 60er Jahre berühmt dadurch, dass er als erst 16jähriger innerhalb von knapp vier Jahren durch Betrügereien über 2 Millionen US-Dollar ergaunerte. Dabei floh er durch sämtliche US-Bundesstaaten, sowie 26 weitere Länder, wechselte seine Identitäten wie die Hemden, lebte längere Zeit als Pilot, praktizierte als Unfallchirurg und als Anwalt – ohne je etwas von diesen Berufen gelernt zu haben. Sein Geld gab er mit vollen Händen wieder aus, lebte in teuren Hotels als Playboy und Frauenheld. Und heute, nach verbüßter Strafe, arbeitet er für die, die ihn einst jagten: Im Dienst von FBI und Banken setzt er als hochbezahlter Experte seine Kenntnisse ein.
"Wir alle spielen Theater"
"Ich muss meinen Flieger kriegen." sagt Frank Knöpfel gerne. Oder: "In vier Stunden geht meine Maschine nach Kapstadt." Irgendwann erfährt der Zuschauer, das Knöpfel noch nie geflogen ist. Jedenfalls nie mit einem Flugzeug oder Hubschrauber. Aber abgehoben ist er schon oft, immer wiederlässt er den Boden der Tatsachen unter sich, schafft schier unendliche Distanz zwischen sich und die Erde. "Das ist ganz lustig fliegen. Du musst es halt probieren." sagt Tanja. Ganz "theoretisch. Theoretisch schon" würde sie mitkommen mit ihm, ihm glauben, wenn er sagt, er würde "ein neues Leben anfangen. Was verkaufen." Eine Liebeserklärung, in der sich das Paar nicht anschaut. Jetzt weiß Knöpfel, und wir glauben ihm aufs Wort: "So glücklich war ich noch nie."
Den Betrüger gibt es in Wirklichkeit, aber er ist eine Kinofigur par excellence. Er ist so sympathisch wie unsympathisch, so moralisch, wie amoralisch. Vor allem aber tut er genau das, was wir alle immer tun, er macht es nur ein bisschen dreister und mit höherem Risiko. "Die ganze Welt ist eine Bühne" weiß schon Shakespeares "Hamlet", und der amerikanische Soziologe Ervin Goffman hat aus dieser Behauptung eine Theorie der zwischenmenschlichen Verhältnisse gemacht. "Wir alle spielen Theater", lautet die Hauptthese, alle Menschen nehmen Rollen ein, bauen Fassaden und Kulissen, nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst.
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Dass das alles auch heute noch ein Problem ist oder zu sein scheint, hängt mit der tief in unserem Bewußtsein verankerten Vorstellung von Wahrheit zusammen, die dem Geist des neuen Pragmatismus widerspricht, der mit der Postmoderne einkehrte. Ein Rest von kategorischem Entweder-Oder und Wahr-Falsch, von der idealistischen Philosophie des alten Europa blieb bis heute erhalten, ob in der Psychoanalyse, die unsere Verdrängungen aus dem Dunkel ans Licht befördern und "heilen" will, ob im Begriff der Existenz, oder - nun postmodern gewendet - im Identitätärä, dem Spiel mit der Vorstellung einer irgendwie festen, definitiven Identität. Die Dialektik bei Hegel und Marx, Nietzsche und Foucault war da schon weiter, inzwischen wird wieder moralisiert, dass das Subjekt bitteschön es selbst zu werden und zu bleiben habe.
Die Prinzessin und der "Immobilienbeauftragte des Vatikans"
Wenn das nur immer so einfach wäre! Im vergangenen Jahr geisterte irgendwann im Frühsommer die Nachricht durch die Klatschspalten, Hollywoodstar Anne Hathaway ("Plötzlich Prinzessin", "Get Smart"), bekannt als braves "All-American-Girl", habe sich von ihrem langjährigen Freund Raffaello Follieri getrennt. Kurz davor war bekannt geworden, dass es sich bei dem jungen Italiener, der zuvor durch die Öffentlichkeit wahlweise als "Immobilienmagnat" (Süddeutsche Zeitung), "Immobilienmakler" (Gala, Die Welt) geisterte, um einen schlichten Betrüger handelte. Sich selbst hatte er in den USA zwar als "Immobilienbeauftragter des Vatikans" ausgegeben, und als Beleg seiner engen Beziehungen zur Kirche seinen Besuchern eine Soutane vorgeführt, die er in seinem Kleiderschrank hängen hatte; gemeinsam mit seiner Freundin - und unter Ausnutzung ihres Prominentenstatus, hatte er die "Follieri-Stiftung" gegründet und behauptet, mit dieser "weltweit Kinder gegen die sechs verbreitetsten Kinderkrankheiten impfen" zu wollen.
Im Juni dann war Follieri vom FBI verhaftet worden. In den verschiedenen Anklagepunkten, in denen man ihm unter anderem Betrug, Veruntreuung in Mllionenhöhe und Geldwäsche vorwarf, hat er sich inzwischen schuldig bekannt. Im Juli 2008 zog das FBI unter anderem Hathaways persönliche Tagebücher ein, um sie auf Hinweise auf Follieris Verhalten und eventuelle Mitwisserschaft der Schauspielerin zu untersuchen. Die wiederum beteuerte glaubhaft, von alldem nichts gewusst zu haben. In den Jahren zuvor hatte sie in Interviews immer gern von beider gemeinsamer Wohltätigkeitsarbeit erzählt.
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Die Hure und der Gangster
Wer Alexander Adolphs neuen Film gesehen hat, denn kann so ein Vorgang nicht mehr überraschen, und er wird Anna Hathaway glauben, dass sie einfach getäuscht wurde. Allenfalls für ein wenig naiv wird man sie nun halten, und denken, dass sie über kein besonders gutes Sensorium für Vertrauenswürdigkeit verfügen muss. In Adolphs Film allerdings gibt es auch nur eine einzige Person, der es anders geht: Tanja, die Prostituierte, die auf offene Weise das macht, was auch Knöpfel tut: sich verkaufen. Wenn man über einen Menschen sagt, er könne sich gut selbst verkaufen, dann ist das in der Regel als Lob gemeint. Dem Alltagsgebrauch dieser Floskel entgeht ihr Doppelsinn, der zugleich das ganze Drama enthält, von dem Adolphs Film handelt.
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In Tanja hat sich Knöpfel in einem Modeshop auf den ersten Blick verliebt. Die Hure und der Gangster - das ist zwar ein billiges Kinomärchen, genauso wie die Idee, die Hure in die Heilige zu verwandeln. "Ich hol Dich hier raus" heißt die Melodie. Aber es wird wahr und glaubwürdig im beeindruckenden Spiel von Nadja Uhl, denn man sieht ihren fassungslosen Blicken an, dass sie Knöpfel nichts glaubt, nichts glauben will und das irgendwann doch egal ist. Das Glück kann nämlich auch in der Lüge liegen. Und darum muss man sich Tanja als glücklichen Menschen vorstellen.
Ein Teufelskreis der Verführung
In der ersten Szene begegnen sie sich: Er, ein überaus charmanter, gewinnender Mann, nicht gerade geschmackvoll wirkend mit seinem grünen Pullover und den nach vor gekämmten blonden Haaren, sie von Anfang an voller Misstrauen. Sie spürt, dass da etwas nicht stimmt mit dem Mann, der seiner Spontanbekanntschaft im Luxusgeschäft mit großer Überzeugungskraft ein paar schöne teure Klamotten schenken will. Der Verkäufer schöpft nur Verdacht, weil irgendetwas mit der Kreditkarte nicht stimmt. Schnell kommt die Polizei und Knöpfel sitzt im Knast. Mal wieder, denn er ist ein einschlägig bekannter Serienbetrüger - ein Hochstapler. Als er nach verbüßter Haft herauskommt, nimmt ihn ein zufällig vorbeifahrender Mann im Auto ein Stück mit - und entpuppt sich als ein Geschädigter von früher, der zu diesem Zeitpunkt gar nicht zufällig auftaucht, und sich an Frank erst mal mit dem Baseballschläger rächen will dafür, wie dieser sein Leben ruiniert hat. Gerade noch kann Frank entkommen - und findet bei seinem Bruder Unterschlupf.
Diese ersten beiden Szenen von Adolphs faszinierendem Spielfilmdebüt "So glücklich war ich noch nie" fassen bereits das ganze Dilemma seiner Hauptfigur zusammen: Knöpfel kann nahezu alles, und reißt doch genau damit viele Mitmenschen ins Unglück, am Ende sich selbst. Er ist ein begnadeter Verkäufer, aber sich selbst hat er auch schon längst verkauft. Ein Getriebener, der das Rollenspiel nicht lassen kann, weil er dabei auch sich selbst etwas vorspielt. Er entkommt seinem Schicksal nicht. Ein Teufelskreis der Verführung.
Raketenhändler und Mondverkäufe
Zugleich ist Knöpfel Vertrauen erweckend, mutig und flexibel, kann sich geradezu perfekt auf sein Gegenüber einstellen, und hat damit eigentlich alle Tugenden, die heutzutage gebraucht werden und das Tor zu einer großen Karriere öffnen. Ein Erfolgsmensch, möchte man meinen. Dann sieht man ihn, wie er seinen "Geschäftspartnern" 20.000 Euro auf den Tisch legt, in bar versteht sich, und sich entschuldigt, dass "die Rendite so gering ausgefallen ist", aber wenn er etwas mehr Zeit hätte… Dann lässt er noch einfließen, er könne seinem Gegenüber das Geschäft nicht wirklich empfehlen, denn "Sie sind nicht der Typ dafür". Und spätestens jetzt ist der so weit, ihm die vielfache Summe in die Hand zu drücken, und Knöpfel hat, was er wollte.
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"Wie klein Moritz sich die Finanzwirtschaft vorstellt…" mag manch einer hier denken, aber Alexander Adolph wusste schon lange vor der Finanzkrise, dass kein Trick plump genug sein kann, damit nicht ein paar Menschen auf ihn reinfallen, denn die Gier ist immer stärker. Bereits in seiner ausgezeichneten Dokumentation "Die Hochstapler", die 2007 ins Kino kam (vgl. Das sind begnadete Verkäufer), erzählte Adolph, im Fernsehen längst ein gefragter und mehrfach ausgezeichneter Drehbuchautor, von solchen Betrügern. Es waren atemberaubende, kaum glaubhafte Geschichten: Zum Beispiel von dem Mann, der Top-Managern für 5 Millionen eine Ausflugsreise zum Mond verkaufte, zur Jahrtausendwende, mit einer "Milleniums-Party" auf dem Erdtrabanten. Oder dem, der sich als NATO-Offizier und "persönlicher Freund Joschka Fischers" ausgab, mal eben ein halbes ostdeutsches Dorf anmietete, und dort "einfach so" eine NATO-Sicherheitskonferenz organisierte.
All diese Geschichten waren tatsächlich geschehen und zeichneten nicht zuletzt auch das Bild einer bizarren Schattenseite der Bundesrepublik, bei dem der Verweis auf Straftatbestände nur davon ablenkte, dass zum Betrüger auch immer die gehören, die sich betrügen lassen. Autohändlern traut man allenfalls in Zeiten der Abwrackprämie, Raketenhändlern und Mondverkäufen aber offenbar jederzeit. Denn jede Lüge braucht, um geglaubt zu werden, ein Quentchen Wahrheit - und mag das auch in den Köpfen jener liegen, die auf derartige Märchen für Erwachsene hereinfallen.
Der "flexible Mensch" per se
"So glücklich war ich noch nie" zeigt nun gewissermaßen die Innenansicht, das, was die Dokumentation verschweigen musste, weil dort erzählt wird, aber nicht gezeigt werden kann. Und schon in der ersten Szene, wenn man noch gar nicht weiß, worum es geht, spürt man, dass hier irgendetwas nicht stimmt, dass dem Charisma, dem unverstellten Charme und der Verführungskraft dieses Mannes, den man da sieht, ein Element von Unwahrhaftigkeit beigemischt ist. Es ist die Leistung von Devid Striesow, dass er von Anfang an diese verschiedenen Facetten seiner Rolle entfaltet, so dass der Zuschauer hier nie der Betrogene ist, sondern an seiner Seite steht, und ihm - ungläubig staunend, fasziniert - zusieht, wie er da tut, was er tut. So ist dieser Knöpfel einer vom Striesows besten Auftritten geworden, und auch wenn man womöglich vorher kurz gedacht hat, dass es in letzter Zeit ja ziemlich viel Stiesow zu sehen gab im Kino, ist man dann solche Gedanken gleich wieder los, weil man einem Schauspieler dabei zusieht, wie er als Hochstapler quasi sich selbst spielt, wie er Rollen, Namen, Tonlagen und Gesten wechselt, wie manche Menschen den Fernsehkanal. Striesow und Adolph zeigen Knöpfel als Süchtigen, als einen der gar nicht anders kann, als mit sozialen Rollen zu spielen und die Erwartungen seines jeweiligen Gegenübers, seine verborgendsten Wünsche zu spüren und zu erfüllen.
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Virtuos balanciert der Film dabei auf dem schmalen Grat zwischen Moral und Unmoral, der diesen Charakter ausmacht. Denn selbstverständlich besitzt Knöpfel, dieser Meister des "Impression management", für den die ganze Welt zur Bühne seiner Ausdruckskunst und Fassadenmalerei wird, an die er auch selbst immer wieder für Augenblicke glaubt, damit alle Tugenden, die heutzutage, in der mobilgemachten flexibilisierten Mittelstandsgesellschaft gefordert werden, und die der US-Soziologe Richard Sennett vor Jahren als "Corosion of Character" beschrieb. Er ist "der flexible Mensch" per se. Einer, der keine feste Lebensgeschichte mehr hat, sondern seine verschiedenen Rollen und Charaktere "sampelt", der auf ein Arsenal an Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen bei Bedarf zurückgreifen kann. Er tut das nur radikaler, perfekter, losgelöst von Rücksichtnahmen auf seine "eigentliche Persönlichkeit". "Nichts Langfristiges", das Motto der postfordistischen Arbeitswelt wie der liberalen Gesellschaft ist sein Lebensprinzip. Denn keine seiner Rollen ist langfristig aufrechtzuerhalten. Sie sind von vornherein auf schnelle Halbwertszeit angelegt. Und so ist dieser skrupellose Gaukler und begnadete Betrüger nichts anderes als eine gesteigerte und mit mehr Chuzpe, aber auch mehr sozialem Genie ausgestattete Variante der Börsenhändler und Bankster, deren Aura gerade analog zum Kursgefälle an den Finanzmärkten schwindet.
Ein Junkie und die neoliberale Ideologie
Adolph gelingt es, und das ist eine der Stärken seines Films, sich aufs Zeigen zu beschränken, wo andere psychologisieren würden. Er zeigt den Charme, der Knöpfel manchmal als modernen Felix Krull erscheinen lässt, und oft als deutsche Ausgabe von Leonardo DiCaprios Figur in "Catch Me If You Can" - zu der neben der Getriebenheit auch der Traum des kleinen Mannes von der großen weiten Welt gehörte. Er zeigt auch Knöpfels Mitmenschen: Seinen Bruder, einen von Jörg Schüttauf glänzend gespielten, spießigen Softie. Seine Opfer, die oft selbst schuld sind in ihrer Leichtgläubigkeit, ein Politiker der "Freien Liberalen", der ins seiner Kombination aus Frechheit, Dummheit, spießigem Yuppietum und neoliberale Ideologie unverkennbar die Westerwelle-Partei verkörpert, und zugleich alles repräsentiert, was die Mehrheitsgesellschaft mit den von ihr verurteilten Betrügern gemeinsam hat.
Adolph hütet sich trotzdem vor dem Moralisieren - in beide Richtungen. Seine Hauptfigur Knöpfel ist ein Mensch, der sich selbst nur da findet, wo er in erfundene Rollen schlüpft, und das heißt zugleich, dass er sich längst verloren hat. Denn der Betrug an anderen geht mit dem Selbstbetrug Hand in Hand - und gerade weil es vielleicht ja zutrifft, dass die Welt gern betrogen werden will, wird das Spiel für die, die das gekonnt tun, mitunter derart verführerisch, dass sie Junkies ähneln, Spielsüchtigen - nur dass sie nicht um ihr eigenes Geld spielen, sondern mit dem Geld der Anderen gleich um ihr eigenes Leben.
http://www.heise.de/tp/artikel/30/30095/1.html- Überschrift (bitte unbedingt ausfüllen) (10.4.2009 23:39)
- Klingt nach einem Film zum anschauen (9.4.2009 15:48)
- Nichts als die Wahrheit (9.4.2009 14:55)
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