Die fetten Umweltsünder
Der wachsende Anteil der fetten Menschen trägt nach einer Studie nicht unerheblich zur Klimaerwärmung bei
Die Dicken und Fetten haben es nicht nur ästhetisch und gesundheitlich schwer. Ähnlich wie die Fahrer, die mit SUVs ihren Körper aufblähen, stehen die mit einem dicken oder fetten Körper ausgestatteten Menschen unter dem Verdacht, einen erhöhten Beitrag zur Klimaerwärmung zu leisten.
Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine haben ausgerechnet, wie sie in ihrem Artikel im International Journal of Epidemiology schreiben, dass die fettleibigen oder adipösen Menschen in den reichen Ländern schon jetzt jährlich zwischen 400 Millionen und einer Milliarde Tonnen CO2-Emissionen zusätzlich im Vergleich zu einer Bevölkerung mit einem "normalen" BMI verursachen. Allerdings gehen die Wissenschaftler von einem Anteil von 40 Prozent Fettleibigen aus, wie dies beispielsweise in den USA der Fall sein soll, während die Menschen in Vietnam durchschnittlich einen normalen BMI haben. Die Fetten essen nicht nur mehr und brauchen fast ein Fünftel mehr Energie, sondern verbrauchen beim Fahren auch mehr Sprit - und sie fahren sowieso mehr, weil sie sich körperlich weniger bewegen.
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Nachdem praktisch in allen Ländern die Dicken und Fetten zunehmen, wird das "Gewicht" der Körper als Verstärker der Klimaerwärmung weiter zunehmen. In Großbritannien ist der BMI eines durchschnittlichen Mannes von 1994 bis 2004 von 26 auf 27,3 und der der Frau von 25,8 auf 26,9 gestiegen, was ungefähr einem zusätzlichen Gewicht von 3 kg entspreche. er BMI wird errechnet, in dem das Körpergewicht durch die Größe im Quadrat geteilt wird. Ein BMI von 18 bis 25 gilt als normal, ab 30 ist die Person fett oder adipös (Mit dem Wohlstand wächst das Gewicht).
Wenn man sich mit einem schweren Körper bewegt, dann gleicht dies in Bezug auf den Lebensmittelkonsum dem Herumfahren mit einem benzinfressenden Auto", schreiben die Wissenschaftler. "Dünn zu bleiben, ist gut für die Gesundheit und die Umwelt." Für die beiden Wissenschaftler ist die Umkehr des globalen Trends zur Fettleibigkeit ein "entscheidender Faktor im Kampf, die Emissionen zu reduzieren und den Klimawandel zu verlangsamen".
Trifft es zu, dass die Fetten zusätzlich für eine Milliarde CO2-Emissionen verantwortlich sind, dann wäre dies, geht man von anthropogen bedingten 30 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen weltweit aus, tatsächlich eine ganze Menge. Neben dem globalen Trend zur Fettleibigkeit kommt auch der ebenfalls globale Trend, mehr Fleisch zu essen. Die Fleischproduktion soll für bis zu 18 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich sein. Deswegen riet IPCC-Chef Rajendra Pachauri letztes Jahr, dass die Menschen weniger Fleisch essen und zumindest einmal die Woche auf Fleisch verzichten sollten.
Damit würden die fleischfressenden Mitbürger ebenso wie die Fetten und SUV-Fahrer zu den Klimaschädlingen gehören, die möglicherweise zunehmend moralisch unter Druck geraten könnten. Der Entfettung könnte allerdings hinderlich sein, dass Limos und Fastfood Kinder glücklicher machen, was andere Wissenschaftler kürzlich herausgefunden haben wollen.
http://www.heise.de/tp/artikel/30/30164/1.html- Re: Achja... (29.4.2009 22:33)
- Update: Ryanair will Verursacherprinzip einführen (Link inside) (22.4.2009 21:12)
- Können dann die Australier MCDonalds & CocaCola wg. ihres Hautkrebses verklagen? (22.4.2009 19:37)
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