Handy-Uhren
James Bond gegen Raumschiff Enterprise
In den Zukunftsvorstellungen der 1960er Jahre gab es im Grunde zwei Modelle, wie die mobile Kommunikation der Zukunft aussehen könnte. Das eine waren die Kommunikatoren in Raumschiff Enterprise: Etwa zigarettenschachtelgroße Geräte, die man in der Hosen- oder einer anderen Kleidertasche trug und zum Sprechen auspackte. Das andere Modell kam vor allem in Agentenfilmen zum Einsatz: Eine Armbanduhr, mit der man auch Kommunizieren, Fotografieren und andere Sachen machen konnte.
Bisher entwickelte sich das Mobilfunkdesign vor allem in die Raumschiff-Enterprise-Richtung. Handgelenktelefone waren dagegen unter anderem deshalb Exoten, weil sie relativ klobig und schwer sein mussten, um die nötige Technik unterzubringen. Das ändert sich mit zunehmender Miniaturisierung, die gleichzeitig Probleme der Raumschiff-Enterprise-Variante sichtbarer macht: Je kleiner und dünner ein Handy, desto größer ist das Risiko, es zu verlieren oder durch unabsichtliches Draufsetzen zu zerstören.
Diese Risiken sind bei der Agenten-Variante deutlich geringer: Man weiß praktisch immer, wo das Gerät ist und muss im Sommer keine zusätzlichen Jacken tragen, nur um das Telefon drucksicher unterzubringen. Auch die Möglichkeiten des Verlusts durch unabsichtliches Herausfallen sind bei Armband-Modellen eingeschränkter als bei klassischen Handys. Alles Gründe, aus denen sich auch mechanische Zeitmessgeräte von Taschen- zur Armbanduhren entwickelten.
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| M860. Bild: handyuhr.ch |
Zwar versuchten Firmen wie Samsung NTT und Siemens bereits seit Ende der 1990er Jahre, Armbandhandys auf dem Markt zu etablieren, wirklich brauchbare Geräte gibt es aber erst seit etwa 2005. Heute werden praktisch alle davon in China gebaut und verwenden den gleichen in Taiwan hergestellten Chipsatz. Seit dem Frühjahr 2008 werden einige dieser Modelle vom Schweizer Arno Kunfermann als "iWatch" nach Europa importiert.
In China selbst erhält man Shanzhai-Armbandhandys schon für unter 100 Euro, Kunfermann bietet Geräte zwischen 369 und 947 Franken an, also von etwa 250 bis 650 Euro. Praktisch alle unterstützen neben einem direkten Sprechen in die Uhr, wie im Spionagefilm oder in Knight Rider, auch Bluetooth-Headsets und spielen neben dem Handy-Filmformat GP3 auch MP4-Dateien ab - sonst allerdings unterscheiden sie sich teilweise deutlich in Design und Funktionsumfang.
Ein relativ gut ausgestattetes Armband-Telefon ist das 789 Franken teure M860, ein Tribandgerät, das zwei Sim-Karten unterstützt. Es ist 69 Gramm schwer und mit 7,5 Zentimetern Länge, 5,2 Zentimetern Breite und 1,8 Zentimetern Höhe nicht gerade klein. Neben einer 1,3-Megapixel-Kamera verfügt es auch über 1 Gigabyte internen Speicher und kann durch eine SD-Flashspeicherkarte mit bis zu 16 Gigabyte zusätzlich bestückt werden. Telefonieren lässt sich mit ihm ohne Aufladen bis zu drei Stunden, im bloßen Standby-Betrieb läuft es sechs bis sieben Tage. Zur Bedienung muss man allerdings auf das Englische zurückgreifen, solange man nicht Mandarin, Türkisch oder eine der anderen Sprachen bevorzugt, die es unterstützt.
Der Nachteil, dass man zum Treffen der Icons auf den relativ kleinen Touchscreens nicht nur einen Stift, sondern auch eine relativ ruhige Hand braucht, kann durch Sprachsteuerung bisher nur teilweise ausgeglichen werden. Das 839 Franken teure MW01 versucht diesem Manko durch ein Keypad abzuhelfen, bei dem die Tasten kreisförmig unter dem aufklappbaren 1,5 Zoll großen Display angebracht sind. Das Telefon mit deutscher Bedienoberfläche verfügt über 505 Megabyte internen Speicher und wird mit einer 1-Gigabyte-SD-Karte geliefert. Als Quadbandgerät mit zwei Antennen ist es außer in Japan überall dort einsetzbar, wo irgendein Netz verfügbar ist.
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| MW01. Bild: handyuhr.ch |
Seit kurzem bietet auch das südkoreanische Unternehmen Hyundai ein Triband-Armbanduhr-Handy an, das MB-910, das derzeit ab etwa 150 Euro zu haben ist. Mit 128 Megabyte Speicher liegt das 5,8 Zentimeter lange, 4,4 Zentimeter breite, 1,6 Zentimeter hohe und 55 Gramm schwere Telefon allerdings im unteren Leistungsbereich. Dafür kann es eine Uhr mit Zeigern simulieren. Die Auflösung des 1,5 Zoll großen Touchscreens liegt bei 132 mal 176 Pixel, die maximale Sprechzeit bei drei, die Bereitschaftszeit bei 70 Stunden.
Deutlich mehr kann das GD910, das der ebenfalls südkoreanische Elektronikkonzern LG ab dem nächsten Monat anbieten will. Mit dem Armbandhandy, dass durch HSDPA zumindest theoretisch DSL-ähnliche Datenübertragungsraten erlaubt, soll auch Videotelefonie möglich sein. Vermarktet wird das Gerät allerdings vom französischen Provider Orange, der zwar in der Schweiz und in Österreich, nicht aber auf dem deutschen Markt aktiv ist. Der Preis für das GD910 wird angeblich im Bereich zwischen 1500 und 2000 Euro liegen.
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- "K.I.T.T. ich brauch dich hier, wirf den Turbo-Boost an!"... (30.7.2009 14:32)
- Re: Mein Gott ist TP rückständig... (30.7.2009 14:25)
- Re: komische Vorstellungen... (30.7.2009 14:17)
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