Gefahr für die Artenvielfalt wächst
Fast die Hälfte der Arten, die von der Weltnaturschutzunion für die Rote Liste beobachtet werden, sind vom Aussterben bedroht
Das Leben auf der Erde ist ernsthaft gefährdet, warnt die International Union for Conservation of Nature (IUCN). Die 1948 gegründete Weltnaturschutzunion führt seit 1963 die Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Die Krise der Artenvielfalt sei größer als die Wirtschaftskrise, sagt die Naturschutzorganisation, vermutlich auch deswegen, weil in Zeiten von Wirtschaftskrisen Umwelt- und Naturschutz eher nebensächlich werden. Die Zahl der vom Aussterben bedrohten uns bereits ausgestorbenen Arten scheint sich weiter zu beschleunigen, führt die IUCN in ihrem Bericht, der alle viere Jahre erscheint, vorsichtig aus.
![]() |
|
| Der schwarzweiße Vari, der zu den Lemuren gehört und auf Madagaskar lebt, steht nahe vor dem Aussterben. Bild: Jean-Christophe Vié |
2002 hatten sich die meisten Staaten im Rahmen der Konvention zur Biologischen Vielfalt verpflichtet, den Verlust der Artenvielfalt bis 2010 erheblich zu reduzieren. Nach IUCN hat sich aber kaum etwas verändert, das Ziel wird nicht erreicht werden. Die Entwaldung schreitet rapide voran, viele Populationen werden ebenso schnell kleiner, Wälder und andere Lebensräume werden weiter zerstört oder fragmentiert. Auch wenn die Zahl der Schutzgebiete anwächst, ist die Artenvielfalt auf allen Ebenen weltweit bedroht, so der Global Biodiversity Outlook 2 aus dem Jahr 2006.
Von den 44.838 Arten, die für die Rote Liste beobachtet werden, sind 869 bereits ausgestorben und 290 wahrscheinlich ausgestorben. Mindestens 19.928 Arten sind akut vom Aussterben bedroht. Da nur 2,7 Prozent der insgesamt 1,8 Millionen bekannten Arten beobachtet werden, seien die wirklichen Zahlen für ausgestorbene und bedrohte Arten sehr viel höher und handelt es sich vermutlich nur um die Spitze des Eisbergs. Zudem können bei vielen Arten keine verlässlichen Bewertungen erhoben werden, beispielsweise für 35 Prozent der Meeressäugetierarten.
![]() |
|
| Ein Drittel der Hai- und Rochenarten droht zu verschwinden. Bild: Simon Rogerson |
In Europa sind allein 38 Prozent aller Süßwasserfische, ein Fünftel der Reptilien und ein Viertel der Amphibien vom Aussterben bedroht. Auch in den Meeren sieht es nicht viel besser aus. Überfischung, Klimaerwärmung, Verbauung der Küsten, Verschmutzung und invasive Arten bedrohen zahlreiche Meeresbewohner. Ein Drittel der Amphibienarten, ein Viertel der Säugetierarten und ein Achtel der Vogelarten sind vom Aussterben bedroht. Ein Drittel der für die Rote Liste beobachteten Reptilien- und Fischarten ist ebenfalls bedroht.
![]() |
|
| Anteil der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Grafik: IUCN |
Noch sei die Klimaveränderung keine der Hauptursachen für das Aussterben, aber das könne sich bald ändern. In den artenreichen Gebieten vor allem Kolumbiens, Brasiliens, Perus, Mexikos, Chinas, Indiens oder Indonesiens geht der drohende Verlust besonders schnell voran, hier sind oft auch kleine Populationen in kleinen Habitaten bedroht. Den höchsten Anteil an bedrohten oder ausgestorbenen Tierarten findet man allerdings auf Inseln. Bei Säugetieren sind das Mauritius, Reunion, die Seychellen, Vanuatu, Kuba, Madagaskar, die Dominikanische Republik und Haiti. Manche der Inseln sind freilich auch selbst vom Untergang durch das Ansteigen des Meeresspiegels aufgrund der Klimaerwärmung bedroht.
. Bei den Pflanzen werden von der Roten Liste vor allem Bäume erfasst. Von nahezu 8.000 Arten gelten 5.600 als bedroht. Weil insgesamt nur ein Bruchteil der Pflanzenarten beobachtet wird, sind hier bislang keine allgemeinen aussagekräftige Trends möglich. So sind 30 Prozent Koniferen und 50 Prozent der Farne bedroht.
![]() |
|
| Der Iberische Luchs steht kurz vor dem Aussterben. In Spanien und Portugal soll es noch 80-140 erwachsene Tiere geben. Bild: Antonio Rivas |
Die aktuelle Rate des globalen Artensterbens übersteigt die angenommene natürliche Aussterberate um das 100- bis 1.000-fache.
- Jährlich wird eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar - das ist die dreifache Größe der Schweiz - zerstört.
- Gemäß jüngsten Zahlen der FAO sind heute ein Viertel aller Meeresfischbestände gefährdet; bei derzeitigem Trend wird im Jahr 2050 keine kommerzielle Fischerei mehr möglich sein.
|
|
- Re: Logischer Fehlschluss (7.7.2009 7:00)
- Re: Logischer Fehlschluss (6.7.2009 17:34)
- Re: Logischer Fehlschluss (6.7.2009 12:05)
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem
SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen - Teil 2




