Die Viagra-Salbe
Möglicherweise lässt sich die Potenz der Männer durch Nanopartikel schneller und ungefährlicher als mit Viagra steigern
Männer werden gerne einmal von Potenzstörungen geplagt, zumal das einst schwache Geschlecht gar nicht mehr so schwach ist. Viagra (Sildenafil) war das Wundermedikament, das Heilung versprach, so dass der Mann seinen Mann stehen konnte. Nur beschert Viagra wie andere der PDE-5-Hemmer, beispielsweise Levitra oder Cialis, die den Blutzufluss in den Penis steigern, mitunter nicht nur reinen Erektionsgenuss, sondern hat auch Nebenwirkungen, wie Kopf- oder Magenschmerzen, Gesichtsrötung, Sehprobleme, Dauererektion. Männer, die Herz-Kreislaufstörungen haben oder einen Herzinfarkt hinter sich haben, sollten PDE-5-Hemmer meiden. Dazu kommt, dass bei vielen Männern die orale Einnahme von Viagra und Co. nicht die erhoffte Wirkung zeigt.
Wissenschaftler des Albert Einstein College of Medicine der Yeshiva University in New York haben Nanopartikel entwickelt, die geringe Mengen an pharmakologischen Wirkmitteln etwa in Form eines Pflasters oder als Creme gezielt und begrenzt an eine bestimmte Körperstelle bringen können, wo sie über die Haut in den Körper eintreten und damit Nebenwirkungen vermeiden können, die bei oraler Einnahme auftreten können. Das ist ihnen nun auch mit einem PDE-5-Hemmer gelungen, wie sie im Journal of Sexual Medicine berichten, allerdings erst einmal nur bei Ratten. Möglicherweise ist diese Transportmöglichkeit direkt auf den Penis erfolgversprechender als das vermeintliche Bio-Viagra, das Holger Kiesewetter, ehemals Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin der Charité, anpries, entdeckt zu haben. Die angebliche Wirksamkeit des Kräuter-Potenzmittels versuchte der Professor mit fragwürdigen Studien zu belegen. Vor ein paar Tagen wurde er deshalb beurlaubt.
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Die Nanopartikel der US-Wissenschaftler enthielten Stickstoffoxid oder Stickstoffoxid mit zusätzlichen Medikamenten. Bei Auftrag auf die Haut der Ratten drangen wie Wirkstoffe in das Muskelgewebe ein, wodurch der Blutfluss und die Erektion fast in allen Fällen erhöht wurde. Für den Versuch wurden 18 Ratten mit altersbedingter Potenzstörung ausgesucht. 7 Ratten erhielten die Partikel nur mit Stickstoffoxid, 5 zusätzlich mit dem experimentellen Wirkstoff Sialorphin, das kein PDE-5-Hemmer ist, und 6 mit Tadalafil (Cialis). Von den 7 war bei 5 die Erektion stärker, ebenso bei den übrigen 11. Bei einer Kontrollgruppe aus 7 Ratten ließen sich keine Verbesserungen erkennen.
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Die Forscher preisen an, dass der Auftrag der Nanopartikel auf den Penis schnell, innerhalb weniger Minuten, wirkt, während dies bei der Einnahme von Pillen bis zu einer Stunde dauern kann. Die Untersuchung des Gewebes habe auch keine Hinweise auf Toxität oder Entzündung durch die Nanopartikel gezeigt.
In ein paar Jahren will man so weit sein, Tests mit den Nanopartikeln an Menschen durchzuführen. Sollte sich die Methode als effizient und ungefährlich erweisen, wäre dies sicherlich eine Goldgrube und eine Hilfe für das schwächelnde männliche Glied, das bei Bedarf durch die Sexualitäts-Enhancer-Salbe einsatzbereit gemacht werden soll.
http://www.heise.de/tp/artikel/31/31239/1.html- Re: Nanopartikel? (25.10.2009 16:20)
- Re: [...] 18 Ratten mit altersbedingter Potenzstörung ausgesucht. (19.10.2009 16:16)
- "... zumal das einst schwache Geschlecht gar nicht mehr so schwach ist." (19.10.2009 16:03)
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