Gewaltige Explosion durch den Aufprall eines Asteroiden auf die Atmosphäre

Florian Rötzer 28.10.2009

Der über Indonesien verglühte Asteroid war vor dem Aufprall von keinem Teleskop entdeckt worden

Am 8. Oktober ist in der Atmosphäre über der indonesischen Insel Sulewesi ein Asteroid verglüht. Nach Angaben der Nasa hatte der Asteroid bei Eintritt in die Atmosphäre etwa einen Durchmesser von bis zu 10 Metern. Durch den Aufprall auf die Atmosphäre explodierte der kleine Asteroid mit einer Energie von 50 Kilotonnen TNT, mehr als das Dreifache der über Hiroshima 1945 abgeworfenen US-Atombombe. Die Explosion wurde von einigen Infraschalldetektoren bis zu einer Entfernung von 18.000 km registriert, es gibt auch ein Video.

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Aufnahme des abstürzenden Asteroiden aus einem Video, das im indonesischen Fernsehen gezeigt wurde

Nach den Auswertungen der Messergebnisse der Detektoren gehen Elizabeth Silber und Peter Brown von der Meteor Infrasound Group des Instituts für Physik und Astronomie an der University of Western Ontario davon aus, dass die Energie, die der Aufprall des Asteroiden auf der Atmosphäre bei einer angenommenen Geschwindigkeit von 20,3 km/s, zwischen 10 und 70 Kilotonnen und der Asteroid einen Durchmesser zwischen 5-10 m gehabt haben müsse. Sie schätzen, dass sich eine solche Explosion eines Asteroiden alle 2-12 Jahre ereignen könnte. In aller Regel würden Asteroiden aus Stein in dieser Größe zwar nicht bis auf die Erde durchschlagen können, aber ab einem Durchmesser von 25 Meter könne dies durchaus geschehen.

Was bei einigen Astronomen Unruhe hervorruft, ist die Tatsache, dass der Asteroid zuvor von keinem Teleskop bemerkt wurde. Insgesamt sind nur wenige der unter 100 Metern großen Asteroiden bislang registriert worden, sagt Tim Spahr, Direktor des Minor Planet Center in Cambridge. Um auch die kleineren Himmelskörper zu entdecken, müssten mehr und größere Teleskope gebaut werden. Wollte man alle Objekte finden, die größer als 20 m sind, dann würde dies Milliarden kosten.

Abwehren ließen sich kleinere Asteroiden mit einem Durchmesser bis zu wenigen 100 m nur dann, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Dann könnte man, wie eine Nasa-Studie hervorhebt, die Asteroiden, ist deren genaue Bahn bekannt, gezielt mit einer Weltraumrakete durch den Aufschlag aus der Bahn lenken. Allerdings müsse man dabei aufpassen, dass der Asteroid dann nicht auf eine neue Bahn gelangt, auf der er später auf die Erde aufschlagen könnte.

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31395/1.html
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