Eine Mauer gegen die "Tunnelökonomie"

Florian Rötzer 10.12.2009

Ägypten plant, am Gazastreifen eine massive Eisenmauer zu errichten, um den Schmuggel durch Tunnels zu unterbinden

Um den Schmuggel in den Gaza-Streifen von äygptischer Seite zu beenden, will Ägypten nach einem Bericht von Haaretz eine bis zu 10 km langen Eisenmauer bauen, die 25-30 m tief in den Boden versenkt werden soll. Während der Gaza-Streifen auch jetzt schon ein völlig auf der Landseite von Mauern und Sicherheitsanlagen abgeschlaossenes Gefängnis ist (Hightech-Mauer am Gazastreifen), gelingt es Schmugglern immer wieder, Tunnel von ägyptischer Seite aus zu bauen, um durch sie, wie es heißt, Güter von Autos und Waffen über Drogen und Medikamente, Fernsehgeräten und Computer, bis hin zu Lebensmitteln, Vieh oder Treibstoff in den Gaza-Streifen an den Kontrollen vorbei zu schmuggeln.

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Wiederholt werden vermutete Tunnel von israelischen Flugzeugen bombardiert, ägyptische Soldaten sprengen entdeckte Tunnel oder pumpen Gas in sie, auch wenn noch Menschen in ihnen vermutet werden. Manche sprechen davon, dass sich hier eine "Tunnelökonomie" etabliert habe, an der Tausende von Menschen beteiligt sind, die Waren schmuggeln und verkaufen, aber auch fortwährend neue Tunnel bauen, die oft mehr als einen Kilometer lang sind. Hamas soll durch "Steuern" an dieser Schmuggelwirtschaft verdienen.

Den Israelis sind die Tunnels schon lange ein Dorn im Auge, weil dort Waffen zu den Hamas geschmuggelt werden, aber die "Tunnelökonomie" auch die Blockaden unterläuft und es auch "Terroristen" ermöglicht, die Grenze unbehelligt zu passieren. Nach dem Gaza-Krieg hat sich Ägypten unter Druck der USA verpflichtet, den Schmuggel zu unterbrinden. Das ist trotz aller Maßnahmen, zu denen neben vermehrten Kontrollen auf der Sinai-Halbinsel jetzt auch ägyptisch-amerikanische Patrouillen mit Sensoren zur Entdeckung der Tunnel gehören sollen, nicht wirklich gelungen. Daher nun wohl der Plan, eine massive Mauer zu bauen, die bis zu 30 m unter die Erdoberfläche reicht, um das Graben zu verhindern. Angeblich soll die Eisenmauer so massiv sein, dass man sie nicht schmelzen oder schneiden kann.

Nach Informationen von Haaretz ist mit dem Bau schon begonnen worden. Allerdings wird von israelischer Seite davon ausgegangen, dass auch mit einer solchen Mauer die Grenze nicht wirklich ganz abzudichten sein wird. Tunnel könnten dann auch tiefer gebaut werden.

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31700/1.html
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