Der CIA-Zauberer

02.01.2010

Die tödlichen Tricks des John Mulholland

Zu den bizarrsten Geschichten des Kalten Kriegs gehört die streng geheime Zusammenarbeit der CIA mit John Mulholland, dem amerikanischen Star-Magier der 50er Jahre. Der erfahrene Trickexperte sollte die politischen Falschspieler in die Kunst der Täuschung einführen, bewährte Tricktechniken für das Spionagehandwerk adaptieren und für die Agenten Tricks entwickeln, um Gegnern psychedelische Drogen zuzuführen oder sie zu töten. Nach über einem halben Jahrhundert wurde sein Handbuch für Agententricks, das lange für einen Mythos gehalten wurde, im November 2009 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Kunst der Täuschung war dem 1898 in Chicago geborenen John Mulholland in gewisser Weise schon in die Wiege gelegt worden. Sein Vater war ein Anlagebetrüger großen Stils gewesen, der bereits 1901 mit "Pyramidensystemen" hantierte. Als es zu heiß für ihn wurde, hatte sich Mulholland senior selbst weggezaubert, versorgte jedoch auf geheimnisvolle Weise mit unsichtbarer Hand seine Familie finanziell. Der auf diese Weise vaterlos aufgewachsene Mulholland entwickelte bereits früh eine Leidenschaft für die Kunst des Zauberns, die er in New York perfektionierte. Sein Talent beeindruckte insbesondere John William Sargent, den Sekretär des prominenten Zauberers Houdini, so dass die etablierten Magier Mulholland ausnahmsweise bereits mit 16 Jahren in ihre Brüderschaft aufnahmen.

John Mulholland

Houdini, der Mitte der 20er Jahre einen Privatkrieg gegen die damals populäre Spiritismus-Bewegung führte und sich die Demaskierung trickreich betrügerischer Hochstapler zur Lebensaufgabe gemacht hatte, engagierte Mulholland für Recherche und Korrespondenz diesbezüglich. Nach Houdinis überraschendem Tod 1926 übernahm Mulholland dessen Rolle als Volksaufklärer in Sachen Spiritismus. Als Zauberkünstler war Mulholland brillant. Er verfolgte unterschiedlichste Stilrichtungen, sein abendfüllendes Programm fand schließlich in einem einzigen Koffer Platz. Zwar beherrschte Mulholland das gesamte Genre der Magie, besonders jedoch beeindruckte er durch seine "close up magic", dem Zaubern aus kürzester Distanz. Genau diese Fertigkeit war es gewesen, die später das Interesse staatlicher Täuschungskünstler interessieren sollte.

Houdini

Mulholland hatte weltweit praktisch alle namhaften Kollegen seiner Zeit persönlich kennengelernt. 1939 hatte er bereits über 40 Länder der Welt bereist und pflegte schließlich die wohl größte Sammlung an magischen Büchern und Requisiten. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher über Zauberkunst sowie deren Geschichte, darunter den Klassiker "Quicker Than the Eye" und verkehrte in den besten Clubs der Ostküste. Er etablierte sich auch als Historiker und Lehrer in Sachen Zauberkunst, was ihm aufgrund seiner manchmal langatmigen Vorträge den spöttischen Spitznamen "Dullholland" einbrachte. Während des Zweiten Weltkriegs meldete sich Mulholland auch in der Presse zu Wort und warnte patriotisch vor den Tricks feindlicher Propaganda. Eine Spezialausgabe eines seiner Zauberbücher wurde eigens in einem Format gedruckt, das in die Hemdtasche von Soldatenuniformen passte.

Er fungierte auch als Herausgeber der Zaubererfachzeitschrift "The Sphinx" und galt als der am besten informierte Zauberkünstler seiner Zeit. 1953 kündigte die Sphinx ihren Lesern überraschend die Einstellung ihres Erscheinens an. Angeblich habe sich Mulholland aus gesundheitlichen Gründen zu diesem Schritt entschließen müssen. Doch der Magier hatte einen ungleich wichtigeren Auftraggeber zu bedienen, der nun den größten Teil seiner Zeit beanspruchte und sich absolute Geheimhaltung ausbedungen hatte, an die sich Mulholland zeitlebens hielt: Die CIA.

Dirty Tricks Department

Der 1947 gegründete Auslandsgeheimdienst benötigte dringend Erfolge. Bislang hatte die CIA im Ost-West-Konflikt keinerlei Nutzen gestiftet, im Gegenteil jedoch Skandale und Fehlschläge produziert und im Koreakrieg mangels jeglicher Agenten oder fähiger Auswerter völlig versagt. Der Spiritus Rector der CIA, der sich bislang mit der Abteilung "Special Plans" - intern genannt: "Dirty Tricks Department" - begnügen musste, war im Zuge des Regierungswechsels vom neuen Präsidenten Eisenhower zum Direktor ernannt worden: Allen Dulles. Da die CIA mit dem Aufbau von Spionagenetzen im Osten meistens schon im embryonalen Stadium gescheitert war, bemühte man sich, den Mangel an menschlichen Quellen durch Ausbau von abhörtechnischen Programmen sowie durch schmutzige Operationen wie "False Flag"-Angriffe zur Diskreditierung politischer Gegner auszugleichen.

Alan Dulles. Bild: National Archives and Records Administration

Doch der ultrakonservative Dulles, der mit seinem Bruder, dem Außenminister John Foster Dulles das Herz der amerikanischen Republikaner repräsentierte, hatte weitaus drastischere Methoden im Sinn: politischen Mord. So hatte er Eisenhower vorgeschlagen, Stalin bei einem Besuch in Paris durch einen Präzisionsschützen erschießen zu lassen. Der chinesischen Regierung wollte er sich durch ein Flugzeugattentat entledigen. Obwohl Weltkriegsgeneral Eisenhower im Töten alles andere als unerfahren gewesen war, verweigerte er seine Zustimmung. Dulles zog aus der Haltung des Präsidenten die Konsequenz, seinem Vorgesetzten seine Pläne zu verschweigen, angeblich um den Präsidenten zu schützen.

"Chemrophil Associates"

"Anything goes" lautete Dulles Parole, um endlich Punkte im Großen Spiel der Supermächte zu machen. So unkonventionell (und weitgehend erfolglos) der Weltkriegsgeheimdienst OSS gearbeitet hatte, so progressiv sollte auch die CIA an ihren Methoden und Strategien arbeiten - mit allen denkbaren schmutzigen Tricks. Das kontroverseste Programm hielt Dulles nicht nur vor dem eigenen Präsidenten geheim, sondern ein Jahrzehnt später sogar vor seinem Nachfolger John McCone. Aus gutem Grund, denn die CIA arbeitete nun an etwas Satanischem, was sie selbst ihrem Feind propagandistisch unterstellte: Gehirnwäsche, willenlosen Agenten und trickreichem Mord. Nachdem viele Heimkehrer aus koreanischer Kriegsgefangenschaft das US-Engagement öffentlich als falsch brandmarkten, den Gebrauch von Biowaffen durch das US-Militär beteuerten und sich sogar positiv zum Kommunismus äußerten, argwöhnte man die Existenz von Gehirnwäschetechniken. Was der Feind konnte, das musste in der McCarthy-Ära die CIA erst recht können. Daher befahl Dulles das streng geheime Programm MKULTRA.

Die Leitung des Projekts übertrug Dulles seinem Stellvertreter Richard Helms. Als Personal wünschte Helms wie der elitär denkende Dulles die Besten der Besten. Über ggf. zwischengeschaltete Scheininstitute heuerte er die namhaftesten Experten für Chemie, Psychologie und Medizin an, deren er habhaft werden konnte. Diese sollten herausfinden, ob man durch psychologische Programme, Wahrheitsdrogen, Elektroschocktherapien und Hypnose Menschen umprogrammieren könne. In Anlehnung an "ULTRA", dem geheimsten Programm des Zweiten Weltkriegs zur Dechiffrierung deutscher Codes, nannte man das Porjekt zur Dechiffrierung des menschlichen Geistes "MKULTRA". "MK" soll angeblich für "Mind Kontrol" gestanden haben, wobei das falsche "K" ein bewusster Fehler zur Irreführung sei. Ähnlich spleenig war die Namensgebung etwa einer der Tarnfirmen "Chemrophil Associates" gewesen: Das "l" konnte auch als großes "I" gelesen werden, sodass die Großbuchstaben die CIA durchscheinen ließen. Nichts war, wie es schien. Tatsächlich hatten die US-Spione ein sehr naives Verhältnis zu derartigen Code-Bezeichnungen. So wählten etwa viele Agenten Tarnnamen mit Initialen, die ihren tatsächlichen Namen entsprachen. Bei Täuschungskünsten auf diesem Niveau war es nur eigentlich konsequent, professionelles Know How einzukaufen.

Sydney Gottlieb

"Sherman C. Grifford" war mit "Samuel A. Granger" identisch, der mit einem gewissen "Robert V. Wittstock" die "Granger Research Company" leitete. Die Firma war tatsächlich nur ein weiteres Fake, um MKULTRA-Gelder an zivile Forscher auszahlen zu können. "Grifford" hieß in Wirklichkeit Dr. Sidney Gottlieb. Als Chemiker leitete er das Office of Technical Service (OTS), das Geheimtinten, aber auch Gifte und Drogen entwickelte und dort MKULTRA koordinierte. Hinter "Wittstock" verbarg sich sein Stellvertreter Dr. Robert V. Lashbrook, Gottliebs Stellvertreter. Wie sich aus einer Notiz aus dem Mulholland-Nachlass schließen lässt, war dem Magier Gottliebs Klarname erstaunlicherweise bekannt. Und Mulholland wusste auch, welche Ziele MKULTRA verfolgte: Menschen zu willenlosen Dronen zu manipulieren.

Drogenexperiment in einem MKULTRA-Lehrfilm

Zauberkunst und Geheimdienst

Die Verwandtschaft beider Täuschungskünste liegt auf Hand, haben doch sowohl Spione, als auch Geheimdienstler allerhand zu verbergen und den Beobachter irrezuführen. Etwa bei Doppelagenten ist nichts, wie es scheint. Auch auf tricktechnischer Ebene gibt es etliche Überschneidungen. Der Autor besitzt ein Original des Zauberbuches "Die Gaukeltasche" (1791) von Karl von Eckartshausen, in welchem Geheimschriften sowie sogar die Kunst des Dechiffrierens erläutert wird.

1856 reiste der Zauberer Jean Eugène Robert-Houdin im Auftrag des französischen Militärs nach Algerien, um dort die abergläubische Bevölkerung trickreich von der Überlegenheit der Franzosen zu überzeugen. Seine Darbietung, bei welcher er Pistolenkugeln fing, soll so beeindruckend gewesen sein, dass die Aufstände gegen die französischen Besatzer aufhörten.

Jean Eugène Robert-Houdin

Im Ersten Weltkrieg beriet der bekannte britische Illusionist Nevil Maskelyne den britischen Militärgeheimdienst, im Zweiten Weltkrieg dessen Sohn John Jasper Maskelyne sowie andere. Auch der spätere Autor Ian Fleming, der im Zweiten Weltkrieg im britischen Geheimdienst gearbeitet hatte, liebte Täuschungsmanöver und stellte später in seinen Spionageromanen seine Hauptfigur James Bond als Leser des amerikanischen Zauberkünstlers und Falschspielexperten John Scarne dar, dessen Tricks sich am Spieltisch wiederfanden. Der amerikanische Weltkriegsgeheimdienst OSS rekrutierte ebenfalls Personal aus dem Showgeschäft.

Nevil Maskelyne

Mentalmagie

Mulholland kannte sich natürlich auch mit Mentalmagie aus, der Kunst, übersinnliche Phänomene wie Gedankenlesen und Hellsehen vorzutäuschen sowie die Grenzen der menschlichen Psyche für Unterhaltungszwecke auszunutzen, etwa für Suggestion und Showhypnose. Entgegen der Meinung mancher Wissenschaftler hielt es Mulholland durchaus für möglich, durch Hypnose Menschen in willenlose Attentäter u.ä. zu verwandeln - eine bis heute unbewiesene These.

Die CIA interessierte sich auch für Mulhollands Meinung über Hellseher, welche der Agency beim Auskundschaften des Feindes behilflich sein sollten. Zahlreiche Leute im Geheimdienst hingen solchen Methoden tatsächlich an, was keineswegs auf die CIA beschränkt war. Viele politische Entscheidungsträger, sogar der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer, pflegten Wahrsager zu konsultieren. Mulholland, ein eingefleischter Skeptiker, begutachtete die Arbeit einiger Personen, die seherische Fähigkeiten beanspruchten, kam jedoch zu negativen Ergebnissen.

"Some Operational Applications of the Art of Deception"

Mulholland schrieb für die CIA zwei Handbücher, von denen eines erhalten ist. Er sollte den CIA-Leuten beibringen, wie ein Zauberkünstler denkt und wie Täuschungen tatsächlich funktionieren. Der Praktiker verfasste daher ein allgemeines Kapitel, in dem er viele laienhafte Fehlvorstellungen über Zauberkunst ausräumte, etwa das Klischee, die Hand sei schneller als das Auge - ironischerweise war genau das der Titel eines sehr erfolgreichen Zauberbuchs Mulhollands gewesen.

Tödliche Tricks

Der Schwerpunkt seines Buches behandelte Trickabläufe, wie man Gegnern unauffällig Substanzen zufügt - etwa psychedelische Drogen, Betäubungsmittel oder Gifte. Mulholland ersann hierzu spezielle Geräte und Verfahren, mit denen man Gifte in Form von Pulvern, Pillen und Flüssigkeiten unauffällig in die Nähe der Opfer praktizieren konnte. Eine - für einen erfahrenen Zauberkünstler - durchaus praktikable Möglichkeit etwa bestand darin, seinem Gegner mit der einen Hand die Zigarette anzuzünden und somit abzulenken, während man gleichzeitig beim sich Hinüberbeugen mit dem Zündholzbriefchen in der anderen Hand "zufällig" über der Tasse des Gastes zur Ruhe kommt, um aus einer versteckten Vorrichtung unbemerkt Gift fallen zu lassen. Wie in den frühen James Bond-Filmen spielten bei Kettenraucher Mulholland Zigaretten häufig eine Rolle. Ironischerweise vergiftete Mulholland mit Zigaretten nur einen Menschen, der ihm am Herzen lag: Sich selbst.Bereits damals hatte er seine Gesundheit ruiniert und starb später einen qualvollen Krebstod.

Giftiger Dollar

Mulholland präparierte u.a. eine Münze mit einem Geheimfach etwa für Gift, das sich bei Druck auf den Buchstaben "P" (Peace) öffnen ließ. Einen ganz ähnlichen Dollar fanden die Sowjets 1960 im Gepäck des abgeschossenen U2-Piloten Francis Gary Powers, dessen Münze eine vergiftete Nadel verbarg. Den Befehl, für den Fall seines Abschusses über Feindgebiet sich selbst zu töten, führte Powers bekanntlich nicht aus. Die CIA behauptete, es habe sich um ein vom Kurs abgekommenes Forschungsflugzeug der NASA gehandelt und präsentierte zum "Beweis" dieser Lüge wie Zauberkünstler eine weitere U2, die in den NASA-Farben gestrichen war. Man war davon ausgegangen, dass Powers unmöglich hätte den Abschuss überleben können. Doch auch Chruschtschow agierte wie ein Zauberkünstler und verbarg zunächst seinen lebenden Fang, um ihn im politisch opportunen Zeitpunkt publikumswirksam aus dem Ärmel zu zaubern - und die CIA bis auf die Knochen zu blamieren.

Die vergiftete Nadel, mir der Gary Power sich umbringen sollte

Giftküche des KGB

Geheimdienstliche Giftmorde waren in den 50ern ein durchaus realistisches Thema - auch beim Feind. So hatte Stalins Agent Dr. Nikolai Khokhlov 1954 auf einer Pressekonferenz eine als Zigarettenschachtel getarnte elektrische Pistole gezeigt, die vergiftete Projektile verschoss. Auf den Überläufer wurde 1957 selbst ein erfolgloses Attentat mit Thallium verübt. Ende der 50er Jahre mordete Bogdan Staschinsky die Dissidenten Lev Rebet und Stephan Bandera, wobei er seinen Gegnern Giftgas mit einer Vorrichtung ins Gesicht sprühte, die in einer zusammengerollten Zeitung versteckt war.

Der Staschinsky-Fall, der von der westlichen Presse ausgeschlachtet wurde, hatte sich für das KGB als eine PR-Katastrophe erwiesen, die in keinem Verhältnis zu einem Morderfolg stand, weshalb man mit dem Morden zurückhaltender wurde.

Berühmt sollte 1978 der noch aus der KGB-Werkstatt stammende bulgarische Regenschirm werden, mit dem östliche Agenten dem Dissidenten Georgi Markow winzige Giftkügelchen injizierten. Die lautlose elektrische Schußvorrichtung entsprach der Bauweise der schießenden Zigarettenschachtel.

Soweit bekannt, betrafen solche Morde nie den politischen Gegner, sondern übergelaufene eigene Staatsangehörige. Im Gegensatz zur Kino-Realität fingen weder die CIA, noch das KGB damit an, ihre hauptberuflichen Kollegen zu liquidieren. Allerdings fanden Tausende von der CIA angeworbene Agenten, die dem Land des auszuspionierenden Gegners angehörten, auf dessen Territorium den Tod.

Erstaunlicherweise sieht man in einer Szene des Filmklassikers Liebesgrüße aus Moskau (1963), wie ein ein Spion des "Phantoms" während der Konversation im Speisewagen zur Ablenkung ein Missgeschick inszeniert, um James Bonds Partnerin Betäubungsdrogen in den Drink zu praktizieren. Die stümperhafte Ausführung hätte Mulholland kaum gebilligt. Die ebenfalls im Film verwendeten ausfahrbaren Klingen im Schuh hatte es ebenfalls wirklich gegeben. Sie stammen aus dem Repertoire des im Zweiten Weltkrieg improvisierten US-Geheimdienstes OSS, der eine Vielzahl an Tarnwaffen entwickelt hatte.

Freigegebenes MKULTRA-Dokument zur illegalen Drogenvergabe

Um die Wirkung von LSD an unfreiwilligen menschlichen Versuchskaninchen zu testen, bemühte die CIA keine kleinen Zaubertricks, sondern inszenierte ein ganzes Bordell, in welchem angeheuerte Prostituierte ihren Kunden präparierte Drinks servierten. Die dort angebrachten Spiegel dienten weniger dem Vergnügen der Freier als vielmehr dem der CIA-Wissenschaftler, die dahinter die Auswirkungen des Drogenrauschs filmten.

Die Waffen einer Frau

Mulholands Buch enthielt auch ein spezielles Kapitel mit Täuschungsmethoden, welche er speziell für Frauen entwickelt hatte. Zum einen boten Frauenkleider und Frauen-typische Gegenstände ganz andere tricktechnische Voraussetzungen als Männerkleidung etc. Zum andern verhielten sich dem Rollenverständnis der 50er Jahre folgend Frauen in vielen Situationen anders als Männer, sodass manche Trickabläufe verdächtig gewesen wären, etwa einem Mann beim Hinsetzen kavalierhaft den Stuhl heranzuschieben. Interessant ist Mulhollands Einschätzung, Frauen seien eher geneigt, Unwissenheit einzuräumen und sich in das Klischee der Naiven zu flüchten, während Männer hier häufig blufften, statt sich eine Blöße zu geben. Auch sei es Muholland zufolge möglich, misstrauisch gewordene Männer dennoch zu täuschen, während das bei einer einmal misstrauisch gewordenen Frau nahezu unmöglich sei. So riet Mulholland pragmatisch den CIA-Spionen, das Erregen von Misstrauen bei Frauen in jedem Fall zu vermeiden. Mulholland dürfte hinreichende Erfahrung diesbezüglich aus erster Hand gesammelt haben, denn der verheiratete Magier hatte eine Daueraffäre mit seiner Sekretärin.

John Mulholland

CIA-Mordversuche an Fidel Castro u.a.

Nach offizieller Darstellung sind Mulhollands Mordtricks nie zum Einsatz gekommen, jedoch gibt es viele Parallelen. So schmuggelte die damals 19jährige Marita Lorenz, die mit Fidel Castro 1959 eine Affäre hatte, Mordpillen aus dem CIA-Labor nach Kuba, in dem sie diese in ihrer Creme-Dose versenkt hatte.

Die Pläne, mit denen sich die CIA des Castro-Problems entledigen wollte, ähnelten frappierend Zaubertricks und Scherzartikeln. Bereits in einem frühen Planungsstadium verwarf man die Idee, Castro eine explosive Zigarre unterzujubeln. Ein konkreterer Plan mit einer Schachtel vergifteter Zigarren wurde schließlich aufgegeben, weil nicht sicherzustellen war, dass diese auch tatsächlich ihr Opfer erreichten. Die Freundschaft eines geheimen Unterhändlers Kennedys, der Castros Vertrauen gewonnen hatte und mit diesem gelegentlich Tauchen ging, wollte die CIA ausnutzen. Als man hörte, dieser werde ihm einen Taucheranzug schenken, plante man, den Taucheranzug mit giftigen Sporen zu verseuchen. Auch wollte man für Castro explodierende Muscheln auslegen. CIA-Chef Allen Dulles persönlich hatte die Ausarbeitung eines Planes befohlen, bei dem Castro durch eine in die Stiefel zu streuende Chemikalie die Barthaare ausfallen sollten, um den Bärtigen durch Haarausfall lächerlich zu machen. Hierzu war Dulles durch einen ähnlichen Vorschlag von James Bond-Erfinder Ian Fleming inspiriert worden, der scherzhaft vorgeschlagenen hatte, durch eine Desinformation über einen radioaktoven Unfall die Bärtigen dazu zu bringen, sich ihr Markenzeichen abzurasieren. Ein anderer Plan sah vor, Castro vor einer wichtigen Rede LSD zuzuführen, um ihn als Idioten erscheinen zu lassen.

Fidel Castro (1959)

Das wohl berühmteste James Bond-Spielzeug, das tatsächlich eingesetzt werden sollte, war der "Papermate Ballpoint"-Kugelschreiber, mit dem Rolando Cubela Castro Gift injizieren sollte. Nachdem Cubela in Paris vom Kennedy-Attentat hörte, warf er den Stift weg.

Ein Schreibgerät als geheimen Giftbehälter hatte bereits in Mulhollands Buch eine Rolle gespielt. So hatte der Magier vorgeschlagen, Gift in einem Bleistift zu verstecken und den Hohlraum mit dem aufgesetzten Radiergummi zu verschließen.

Doch trotz aller Anstrengung sowie der Partnerschaft mit der damals auf Kuba gut vernetzten Mafia raucht Castro ein halbes Jahrhundert später noch immer friedlich seine Havannas, wenn es ihm die Ärzte erlauben.

Patrice Lumumba

Dem "afrikanischen Castro" Patrice Lumumba sollte der amerikanische Botschafter eine Tube mit vergifteter Zahnpasta unterjubeln. Der Diplomat verweigerte den Mordauftrag, der schließlich unter CIA-Regie konventionell erledigt wurde. Für den Iraker Abd al-Karim Qasim war 1963 ein mit Sporen verseuchtes Taschentuch vorgesehen gewesen. Doch bevor sich Qasim damit die Nase schnäuzen konnte, wurde er hingerichtet. Auch die für den ägyptischen Staatspräsident Gamal Abdel Nasser vergifteten Zigaretten erreichten nie ihr Ziel.

Ebenso, wie das KGB und damit der Ostblock durch die aufgeflogenen Mordaktionen in Verruf gebracht wurden, erwiesen sich die CIA-Mordversuche als politische Zeitbombe, die Mitte der 70er Jahre das Image der US-Regierung empfindlich ramponieren sollte.

Frank Olsons Tod

In einem anderen, nicht von Mulholland stammenden CIA-Handbuch wurden ungleich pragmatischere Mord-Methoden beschrieben. So sei der Sturz aus dem Fenster ab einer bestimmten Höhe mit Sicherheit tödlich - und hatte den Vorteil, dass er nicht notwendig Spuren hinterließ und als Selbstmord erscheinen konnte. Exakt solch ein "Zwischenfall" überschattete 1953 den Beginn des MKULTRA-Programms, als der Militärbakteriologe Frank Olson durch das geschlossene Fenster aus dem 10.Stock eines New Yorker Hotels stürzte.

Olson hatte für die CIA u.a. LSD an sich selbst getestet und soll sich kritisch zum noch heute von den USA abgestrittenen Einsatz von biologischen Waffen im Koreakrieg geäußert haben. Der Fall ist noch immer mysteriös. Während die offizielle Darstellung einen drogenbedingten Unfall oder Selbstmord annimmt, der wegen dem damals streng geheimen MKULTRA-Programm insoweit vertuscht werden musste, geht Olsons Familie nach Exhumierung von Fremdverschulden aus. Bei Olson wurde ein Zettel mit der Aufschrift "JM" gefunden. In der späteren CIA-internen Untersuchung wurde klar, dass John Mulholland gemeint sein musste. Olson war an diesem Abend von Lashbrook begleitet worden, in dessen Notizbuch sich die Telefonnummer Mulhollands befand, was später Historiker auf die Spur der skurrilen Verbindung zu Mulholland bringen sollte.

Frank Olson

Noch erstaunlicher war der Zufall, dass sich Olson vor seinem Tod nach einem LSD-Trip, der ihn angeblich depressiv gemacht hatte, in ein Krankenhaus begeben wollte, wo ihn ausgerechnet ein Arzt empfangen sollte, dessen Vater mit Mulholland eng befreundet gewesen war: der Sohn des Zauberkünstlers und Romanautors Walter B. Gibson, bekannt durch seinen Mystery-Detektiv "The Shadow", der wiederum dem Mentalisten Dunninger nachempfunden war.

Geheime Zeichen

Ein anderes Kapitel in Mulhollands Werk beinhaltete Vorschläge, wie man unauffällig kommunizieren könne, etwa um heimlich Kontaktleuten zu signalisieren, ob man beschattet würde, ein "toter Briefkasten" geladen sei oder eine Kontaktaufnahme gewünscht werde. Solche Zeichen benutzte auch Watergate-Whistleblower Mark Feld alias "Deep Throat", um etwa durch einen Code mit seinen Balkonpflanzen Reportern Gesprächsbereitschaft zu signalisieren.

Der aus Sicht eines Zauberkünstlers interessanteste Abschnitt betraf die Irreführung möglicher Observanten durch Schmuggeln von Menschen sowie Austausch von Personen. Mit ähnlichen Tricks, wie Magier Personen von der Bühne verschwinden lassen, wollte auch die CIA den Augen ihrer Beschatter entkommen oder Agenten über die Grenze schmuggeln. Der skurrilste bisher bekannt gewordene Plan der CIA schlug einen großen Bernhardiner vor, der im richtigen Zeitpunkt gegen einen Agenten im Bernhardinerkostüm ausgetauscht werden sollte. Solche Einfalt konnten nur noch die Briten übertreffen, die bereits seit dem Ersten Weltkrieg von Zauberkünstlern beraten wurden. So entwickelte der britische Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg eine zweiteilige Kuh-Attrappe, welche zwei Fallschirmspringern ermöglichen sollte, sich am Boden als Kuh "unsichtbar" zu machen, was allenfalls nachts hätte überzeugen können. Eingesetzt wurde das Kostüm nie.

In den Jahren, in denen Mulholland für die CIA tätig gewesen war, konnte diese sich durchaus gewisser Täuschungsmanöver berühmen. So hatte die CIA 1954 einen Putsch in Guatemala gesteuert, wobei die entscheidende Schlacht überwiegend aus einer Desinformationskampagne bestanden hatte, welche die Regierungstruppen erfolgreich zum Desertieren bewegte. Hierzu hatte man unter anderem sogar Imitatoren bekannter Nachrichtensprecher eingesetzt, die im Radio Falschmeldungen verbreiteten. Hinweise darauf, Mulholland sei in irgendeiner Weise in derartige Kriegslisten verwickelt, gibt es nicht. Der letzte bekannte Kontakt Mulhollands zur CIA datiert auf 1958.

Öffentliche Geheimnisse

1959 erschien Richard Condon's Roman "The Search for the Manchurian Candidate", der mit Frank Sinatra in der Hauptrolle prominent verfilmt wurde. Autor Crandon war zu Propaganda-Zwecken mit aus dem MKULTRA-Programm stammenden Informationen versorgt worden, die ihn zu einer politischen Science Fiction Story inspirierten, in der die Kommunisten durch Gehirnwäsche Amerikaner zum Mord an ihrem Präsidenten programmieren wollten. Das Thema wurde später u.a. auch im Thriller Telefon (1977) aufgegriffen, in dem Schläfer durch ein Codewort zu willenlosen Attentätern aktiviert wurden.

Richard Helms. Bild: CIA

1973 ordnete der inzwischen zum CIA-Chef aufgestiegene MKULTRA-Leiter Richard Helms die Vernichtung aller kompromittierenden Dokumente an. Einzig Mullhollands "CIA Manual of Trickery and Deception" wurde ausgenommen, verschwand jedoch über drei Jahrzehnte spurlos und wurde ein Mythos der Agency, das von vielen als Märchen abgetan wurde. Unter geheimnisvollen Umständen wurde Helms von Nixon nach dem Watergate-Skandal entlassen und musste sich in den folgenden Jahren parlamentarischen Untersuchungsausschüssen stellen. Der neue CIA-Chef William Colby hoffte, durch weitgehende Kooperation die Glaubwürdigkeit seiner Behörde als Instrument der Verfassung zu retten und die Zerschlagung der Organisation hierdurch zu verhindern. So wurden die mit der Mafia geschmiedeten Mordkomplotte gegen Castro bekannt; den TV-Kameras präsentierte ein Ausschuss auch eine Schusswaffe, welche vergiftete Projektile aus Eis verschoss, die sich im Körper des Getöteten insoweit spurlos auflösten. Auch Sidney Gottlieb musste vor dem Ausschuss persönlich erscheinen und auspacken. Veteran Helms jedoch zog es vor, die Geheimnisse der CIA weitgehend durch gewisse Gedächtnislücken zu schützen. Muholland hatte sein Geheimnis bereits 1970 mit ins Grab genommen.

Ein Teil des Aktenbestand über MKULTRA war versehentlich nicht vernichtet worden, da er in einem Archiv für finanzielle Angelegenheiten deponiert gewesen war und eigentlich kein streng geheimes Material hätte enthalten sollen. Die Dokumente, welche die delikate Verbindung der CIA zu Mullholland dokumentierten, wurden 1977 freigegeben, wo sie erstmals der Enthüllungsautor John D. Marks entdeckte. Die Kuriosität wurde von einigen Medien aufgegriffen. Der Schweizer Krimi-Autor Claude Cueni ließ sich 1988 ohne tiefere Sachkenntnis zu seinem Krimi "Schneller als das Auge" inspirieren, der auf Mulhollands Buch "Quicker than the eye" anspielte und unter diesem Namen verfilmt wurde.

Spätere geheimdienstliche Giftmorde

In den 80er Jahren gab es beim Geheimdienst des südafrikanischen Aphartheidsregimes eine gewisse Neuauflage von MKULTRA. So unternahm der Mediziner Dr. Wouter Basson tödliche Menschenversuche mit Kontaktgift. Einsätze in der Praxis, etwa beschmierte Türgriffe, scheiterten. In einem Fall bekam ein Mordopfer epileptische Anfälle, konnte jedoch erfolgreich behandelt werden. Als erfolgreich erwies sich ein Attentat, bei dem Gift in eine Flasche injiziert worden war. Die Methode hatte jedoch den Nachteil, dass das Gift in der Flasche und im Körper verräterische Spuren hinterlassen konnte.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich 1987, als ein deutscher Unterhändler zu Tode kam, der gegen Vorkasse Hightech-U-Boote an Südafrika verkauft hatte, diese jedoch wegen Embargo nicht liefern und den Vorschuss auch nicht zurückzahlen konnte. Um den Abbau von Giftspuren im Körper zu beschleunigen, war es offenbar sinnvoll, den Körper möglichst zu erwärmen und hierzu den Sterbenden in eine Badewanne mit stundenlang aufgedrehtem heißen Wasser zu legen. Als Verdächtiger gilt manchen der südafrikanische Auftragskiller Dirk Stoffberg, der sich zur Tatzeit in der Nähe aufhielt und später selbst unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

Auch der sagenumwobene Mossad geriet durch Mordanschläge immer wieder in die Schlagzeilen, so etwa 1997 beim Versuch, in Jordanien dem Hamas-Führer Chalid Maschal Gift ohne äußere Spuren zuzuführen, indem man es mit einem Spezialgerät ins Ohr sprühte. Da das Team jedoch festgenommen wurde, sah sich Israel nicht zuletzt auf Druck Washingtons veranlasst, selbst das Gegengift zu liefern, so dass das Opfer überlebte.

Der wohl hochkarätigste russische Überläufer des Kalten Kriegs, Oleg Antonowitsch Gordijewski zieht es trotz Zerschlagung des KGB vor, selbst bei Treffen mit Journalisten seinen eigenen Kaffee aus einer Thermoskanne zu trinken. Von Journalisten befragte KGB-Veteranen machten aus ihren Mordwünschen auf den verhassten Gordijewski keinen Hehl. Der vorsichtige Spion lebt noch heute.

Der bekannteste Vergiftungsfall der letzten Jahre mit offensichtlich geheimdienstlichen Hintergrund betrifft den russischen Überläufer Alexander Walterowitsch Litwinenko. Diesem war Ende 2006 Pollonium 210 zugeführt worden, das angeblich in eine Teekanne geschüttet worden war. Da Pollonium 210 für Privatleute kaum zu beschaffen ist, das nachgewiesene offenbar einem russischen Reaktor stammt und es damals eine Serie an Überläufern gab, erscheint die These plausibel, dass durch den publikumswirksam dahinsiechenden Litwinenko ein abschreckendes Exempel statuiert werden sollte.

Spionagehellseher

Auch die geheimdienstliche Forschung über Hellsehkünste erfuhr inklusive Drogenexperimenten eine Neuauflage. So initiierten die amerikanischen Geheimdienste in den 70er Jahren dem damaligen esoterischen Zeitgeist entsprechend ein bis in 90er Jahre anhaltendes Forschungsprogramm, das als Operation STARGATE bekannt wurde. Über das Hellsehen hinaus versuchte man auch, mittels Psychokinese zu töten, wozu die CIA sogar allen Ernstes den umstrittenen Wundermann Uri Geller anheuerte, der diesen Auftrag jedoch entsetzt ablehnte. Das Thema war vor einigen Jahren von Jon Ronson in seinem Buch "The Men Who Stare At Goats" bearbeitet worden, das gerade auf deutsch (Durch die Wand) erschienen ist und die Grundlage des gleichnamigen Films mit Goerge Clooney wurde, der kommendes Jahr auch in den deutschen Kinos zu sehen sein soll.

Mulhollands Sammlung

Mulhollands Sammlung an Gegenständen mit Bezug zu Zauberkunst, die als größte ihrer Zeit galt, gehörte lange einem Banker und Amateurzauberer, der den auch als Filmschauspieler bekannten Zauberhistoriker und Falschspielexperten Ricky Jay als Kurator einsetzte. Nach Konkurs des Bankers machte sich die Zauberer-Community für einen Erwerb durch die Kongressbibliothek stark, die bereits die Houdini-Sammlung verwaltet. Doch das staatliche Gebot wurde zunächst von Michael Jackson überboten, bis schließlich David Copperfield den Zuschlag erhielt, der mit der Sammlung sein 10 Millionen Dollar teures Privatmuseum in Las Vegas bestückte. Die von Mulholland seinerzeit benutzten Requisiten werden von dem Millionär und Zaubergerätesammler Ken Klostermann in dessen unterirdischem Atombunker aufbewahrt.

Biographien

Anfang 2001 brachte den Magier eine aufwändig recherchierte Dokumentation The Sphinx and the Spy wieder in Erinnerung. Der in einer Magier-Fachzeitschrift erschienene Artikel stammte aus der Feder des Rechtsanwalts Michael Edwards, der erstmals durch seine Teilnahme an der magischen Undercover-Operation Project Alpha bekannt geworden war.

2007 betrat Mullholland sogar wieder die Bühne - in der Oper Man: Biology of a Fall über die Olson-Affäre.

2008 veröffentlichte Ben Robinson die umfangreiche Biographie "MagiCIAn. John Mulholland's Secret Life". Robinson besitzt die von Mulholland gefertigte Münze mit Gift-Geheimfach.

"The Official C.I.A. Manual of Trickery and Deception"

Der ehemalige CIA-Mann H. Keith Melton, der in Washington ein privates Spionagemuseum betreibt und als einer der profundesten Kenner von Spionagetechnik gilt, stieß 2007 auf das bislang als verschollen geglaubte, einzige Exemplar eines der Mulholland-Manuskripte. Gemeinsam mit CIA-Mann Robert Wallace, der bis 2003 dem Office of Technical Service (OTS) gedient hatte und insofern Gottlieb nachgefolgt war, veröffentlichte er Mulhollands "C.I.A. Manual of Trickery and Deception" im November 2009 mit einem halben Jahrhundert Verspätung als frei erhältliches Buch. Ein Vorwort steuerte der Amateurzauberkünstler John McLaughlin bei, der als Deputy Director schließlich 2004 die CIA nach Tenets Rücktritt übergangsweise geleitet hatte.

Die Verschwörungstheorie, es habe dieses "Secret Book of Secrets" nie gegeben, muss nunmehr als widerlegt gelten. Das Buch stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich von Mulholland und spiegelt definitiv langjährig in der Praxis erworbenes Fachwissen eines gut informierten Zauberkünstlers der 50er Jahre wieder. Vieles ist pfiffig, manche der vorgeschlagenen Methoden sind allerdings zu riskant, als dass man sie in einer Stresssituation einem geheimdienstlichen Amateurzauberer zumuten könnte. Anders als Zauberkünstler, die es gewohnt sind, vor den Augen des Publikums zu täuschen, findet das Geschäft der Geheimdienstler im Dunkeln statt. Soweit bekannt, waren die Tricks, die tatsächlich im Geheimdienst angewendet wurden, ungleich simpler. Die CIA war gut beraten, die Zaubertricks den Zauberern zu überlassen und das skurrile Buch zum Staatsgeheimnis zu machen. Verwendete Literatur

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