Sachbücher des Monats: Januar 2009

10.01.2010

Die Top Ten unter den Sachbüchern nebst einer persönlichen Empfehlung, jeden Monat neu, präsentiert von Süddeutsche Zeitung / Buchjournal / Börsenblatt / Norddeutscher Rundfunk / Telepolis.

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Mark Mazower
Hitlers Imperium
Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus
Übersetzt von Martin Richter
Nach Ausdehnung und Bevölkerung übertraf Hitlers Imperium die USA und sollte Basis für die deutsche Weltherrschaft werden. Mazower entwirft ein bestürzendes Bild von der Welt, wie sie nach Vorstellung Hitlers und seiner Anhänger hätte aussehen sollen: Juden, Russen, Polen ausgelöscht oder als Arbeitssklaven eingesetzt; die germanische Rasse herrschend und allein zu Reichtum und Wohlstand berechtigt in einem Großreich vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer.

C.H.Beck Verlag, 666 Seiten, EUR 34,00

Alexander Demandt
Alexander der Große
Leben und Legende
Alexander der Große war Entdecker, Staatsmann und Integrationsfigur für Völker unterschiedlichster Kulturen und Religionen. Seine Lebensgeschichte ist durchwirkt von Heldentaten und Wundererzählungen. Alexander Demandt beschreibt den Weg des Prinzen Alexander zum Herrscher über Makedonien und Griechenland sowie Reich, Gesellschaft und Kultur der Perser.

C. H. Beck Verlag, 655 Seiten, EUR 29,90

Martin Sabrow (Hg.)
Erinnerungsorte der DDR
Die DDR gibt es nicht mehr, aber im Gedächtnis lebt sie weiter, als Schreckensort einer Diktatur, in "ostalgischer" Verklärung und vor allem in Erinnerung an die Mühen um ein aufrechtes Leben in gedrückten Verhältnissen. Fünfzig Publizisten und Zeithistoriker präsentieren die wichtigsten Bezugspunkte der Erinnerung an ein untergegangenes Land.

C. H. Beck Verlag, 619 Seiten, EUR 29,90

Kai Bird, Martin J. Sherwin
J. Robert Oppenheimer
Die Biografie
Über dreißig Jahre hinweg haben die Autoren Interviews mit Oppenheimers Angehörigen, Freunden und Kollegen geführt, FBI-Akten gesichtet, Tonbänder von Reden und Verhören ausgewertet und Oppenheimers private Aufzeichnungen eingesehen. Ihre gründliche Biographie gewährt intimen Einblick in diese charismatische Persönlichkeit, bei der Triumph und Tragik so nahe beieinander lagen.

Propyläen Verlag, 672 Seiten, EUR 29,95

Avraham Burg
Hitler besiegen
Warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss
Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff
Avraham Burg über sein neues Buch "Hitler besiegen" im Telepolis-Interview::31412

Campus Verlag, 280 Seiten, EUR 22,90

Wilfried Stroh
Die Macht der Rede
Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom
Ob Barack Obama, Willy Brandt oder Joschka Fischer - brillante Redner gewinnen Herzen und Mehrheiten. Ihren Erfolg haben sie nicht zuletzt den alten Griechen und Römern zu verdanken: In der Antike, wo Rede eine Leidenschaft war, wurde die Rhetorik zur lernbaren Kunst entwickelt. Wilfried Stroh erzählt deren Geschichte und zeigt, was die Macht der Rede bewegen kann.

Ullstein Verlag, 608 Seiten, EUR 22,95

Claudia Benthien und Manuela Gerlof (Hg.)
Paradies
Topografien der Sehnsucht
Die Autorinnen und Autoren des Bandes beschäftigen sich mit dem Paradies als religiösem und utopischem Topos und verfolgen seinen historischen Wandel interdisziplinär und kulturübergreifend.

Böhlau Verlag, 274 Seiten, EUR 27,90

Jacob Burckhardt
Geschichte des Revolutionszeitalters
(Werke, Bd. 28)
hg. von Wolfgang Hardtwig e.a.,
Im Geschichtsbild Jacob Burckhardts kommt der Französischen Revolution ein zentraler Stellenwert zu. Sie bildet für ihn den düsteren Auftakt zur Geschichte seiner eigenen Zeit, öffnet dem Historiker aber auch die Augen für die bewegenden Kräfte der Geschichte überhaupt. Der neue Band der Jacob Burckhardt Werke macht erstmals Burckhardts Sicht auf die Französische Revolution zugänglich. Friedrich der Große und Joseph II. werden darin gleichermaßen als revolutionäre Akteure präsentiert wie Mirabeau, Robespierre und schließlich Napoleon.

C. H. Beck Verlag, 1683 Seiten, EUR 268,00

Robert Menasse
Permanente Revolution der Begriffe
Essays
Wie kann man die Realität begreifen, wenn schon ihre Begriffe nicht mehr begriffen werden? Das Eigentümliche an großen Begriffen wie "Demokratie", "Arbeit", "Religion", "Kultur" oder "Europa" ist, daß sie einer permanenten Banalisierung unterworfen sind: sie wurden zu bloßen Worten, die jeder im Munde führt, die aber nichts mehr bedeuten. Robert Menasse unternimmt dagegen eine permanente Revolution der Begriffe und zeigt: die Welt steht auf dem Kopf, wenn wir die Begriffe wieder auf die Füße stellen. Die Begriffe haben Recht - wir wissen es nicht, aber wir verwenden sie.

edition suhrkamp, Suhrkamp Verlag, 123 Seiten, EUR 9,00

Armin Wolf
Homers Reise
Auf den Spuren des Odysseus
In diesem Buch wird nicht einfach zum wiederholten Male die Odyssee lokalisiert, sondern erstmals eine Methode entwickelt, die kritisch entscheiden kann, ob die Odyssee überhaupt auf geographisch reale Orte Bezug nimmt oder allein in den Meeren der Phantasie spielt.

Böhlau Verlag, XIV, 424 Seiten, völlig überarbeitete Neuauflage 2009, EUR 34,90

Besondere Empfehlung des Monats Januar 2010 von Wolfgang Ritschl:

Georg Brunold (Hg.)
Nichts als die Welt

Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2.500 Jahren
Hier sind die großen Reportagen und Augenzeugenberichte der Weltliteratur in einem prächtigen Folioband versammelt und ergänzt mit ganzseitigen Fotoreportagestrecken, deren jüngste die entlassenen Angestellten von Lehman Brothers beim Finanzcrash von 2008 zeigt. Das Buch ist nicht nur die Ehrenrettung der Reportage, einer im deutschsprachigen Raum noch immer verkannten Form der Literatur.
Galiani Berlin Verlag, 688 Seiten, EUR 85,00

Die Jury

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31826/1.html
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