Intelligente Menschen haben höhere Lebenserwartung

10.01.2010

Nach einer Langzeitstudie könnte Intelligenz wichtiger für die Lebenserwartung sein als Gewicht oder Blutdruck

Mit Intelligenz kommt man vermutlich nicht nur besser durchs Leben, man lebt auch länger. Das jedenfalls wollen britische Wissenschaftler vom Centre for Cognitive Ageing and Cognitive Epidemiology der Edinburgh University und des Medical Research Council in Glasgow herausgefunden haben.

Intelligenz kann vieles sein. Die Wissenschaftler haben für ihre Studie, die in der Zeitschrift Intelligence erschienen ist, Daten einer Langzeiterhebung von über 7.000 Personen ausgewertet. Mitte der 1980er Jahre wurden Daten über die Lebensstile, den sozioökonomischen Status und der gesundheitlichen Verfassung gesammelt. Neben Gewicht, Alkohol- und Rauchkonsum gehörte auch die Reaktionszeit für Entscheidungen, genauer gesagt: für eine Auswahl (CRT für choice reaction time). Für den Versuch musste der richtige von 5 Knöpfen gedrückt werden, wenn eine Zahl auf dem Bildschirm erschien. Ob das ein Ausdruck für Intelligenz ist, darf dahingestellt werden, vermuten kann man jedoch, dass viele Computerspieler hier gut abschneiden.

Nach 20 Jahren waren fast 1.300 Personen gestorben, 568 an Herzversagen. Untersucht wurden mehrere Risikofaktoren für die Mortalität. Dabei hatte sich herausgestellt, dass Intelligenz im Sinne einer schnellen Auswahlreaktionszeit offenbar irgendetwas mit einer längeren Lebenswahrscheinlichkeit zu tun haben könnte. Sie war sogar wichtiger als der Blutdruck, körperliche Bewegung oder das Gewicht, was heißen könnte, dass man mit Intelligenz andere Risikofaktoren reduzieren könnte. Sowohl Frauen als auch Männer, die eine langsame Reaktionszeit hatten, wiesen eine 2,6 Mal so hohe Wahrscheinlichkeit für einen frühzeitigen Tod auf. Nur Rauchen ist noch tödlicher. Bei den Personen, die an Herzversagen starben, stand der Blutdruck an erster Stelle, an zweiter fand sich wieder die Reaktionszeit.

Intelligenz könnte bedeuten, vorsichtiger zu leben, also auf die Ernährung zu achten, nicht zu rauchen und keinen Alkohol zu trinken. Das dürfte allerdings nicht wirklich zutreffen, wenn man etwa auf Intellektuelle oder Künstler schaut, die nicht nur Lastern frönen, sondern oft auch früh sterben. Zudem könnten schnelle Wahrnehmungsentscheider nicht unbedingt gleichzeitig auch befähigt sein, komplexe Probleme zu lösen. Die Wissenschaftler jedenfalls glauben, dass die Intelligenz in Form einer schnellen Reaktionszeit ein Maß dafür ist, wie schnell das Gehirn allgemein Information verarbeitet. Das wieder sei ein Hinweis auf die "körperliche Systemintegrität". Langsame Reaktionszeiten wären dann ein Indikator für "suboptimales physiologische Leistungen". Wie auch immer, es ist eine interessante Korrelation.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Anzeige
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige

Der, der dem Vogelflug folgte

Otto Lilienthals Unfalltod hatte keine technischen Ursachen

Cover

Der halbe Hegemon

Rückkehr der "deutschen Frage" und die Lage der EU

9/11 - Der Kampf um die Wahrheit Das gekaufte Web Kritik der vernetzten Vernunft
bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.