Der ultimative Sexroboter?

Florian Rötzer 11.01.2010

TrueCompanion bietet einen weiblichen, "anatomisch korrekten" Sexroboter mit KI-gestützter "Persönlichkeit" an, der immer will und auch eine "wirkliche Freundin" sein soll

Mit großen Versprechungen tritt TrueCompanion an. Man habe den ersten wirklichen Sexroboter entwickelt. Erst einmal wurde die weibliche Variante Roxxxy auf der AVN Adult Entertainment Expo vorgestellt, Rocky soll später in zwei Versionen auf den Markt kommen: als schwuler und als heterosexueller Liebhaber. Roxxxy ist eine Sexpuppe, die durch Künstliche Intelligenz eine "Persönlichkeit" haben soll, zudem soll sie auch schon zum Orgasmus kommen, wenn man sie nur berührt. Da kann also nichts misslingen.

  • mobil
  • drucken
  • versenden

Das "anatomisch korrekte" Sexspielzeug für einsame oder narzisstische Männer, die lieber in ihrer Wunschwelt bleiben, ist natürlich eine Sklavin, die stets in Liebe zu ihrem Herrn verbleibt, stets bereit zum Sex ist und weiß, was ihr Liebhaber mag oder nicht: "Always Turned On and Ready to Talk or Play". Angeblich soll sie nicht nur Sexroboter sein, sondern dem Manne auch als Partnerin oder Freundin dienen, die ihm zuhört und ihm antwortet. Und weil die Wünsche der Männer verschieden sind, gibt es mehrere Varianten von Roxxxy, die zwischen 7.000 und 9.000 US-Dollar, einschließlich Notebook für die Steuerung, kosten sollen. Nicht nur lassen sich körperliche Eigenschaften wie Haarfarbe oder Brustgröße oder ethnische Herkunft bei der Bestellung bestimmen, sondern auch unterschiedliche Persönlichkeiten. Mal eher wild und abenteuerlich, oder eher scheu, angeboten wird auch die fürsorgliche Variante. Offenbar ist es auch möglich, neue Verhaltenseigenschaften oder auch neue Persönlichkeiten zu kreieren, die sich die Roxxxy-Liebhaber dann gegenseitig zuspielen können.

Der etwas dämliche aussehende, weiterhin ziemlich katatonisch wirkende Sexroboter Roxxxy. Bild aus einem YouTube-Video von TrueCompanion

Rührselig ist die Geschichte, die der Erfinder und Firmenchef Douglas Hines über die Entstehung erzählt, die auch noch mit dem 11.9. verknüpft wird. An dem Tag soll nämlich ein Freund im WTC-Turm 1 ums Leben gekommen sein. Später habe Hines dann mit einem Freund darüber gesprochen, es sei doch schade, dass man mit ihm nicht mehr sprechen könne. Also entstand der Plan, einen Roboter mit Künstlicher Intelligenz zu bauen, der die Persönlichkeit und Vorlieben eines Menschen besitzt: "Auf diese Weise könnten wir mit der Roboterversion dieses Menschen sprechen und ihr Fragen stellen, wenn wir dies wollen."

Dann habe man aber erst einmal eine Marktanalyse ausgeführt und gesehen, dass sich das Projekt profitabler auf dem Sexmarkt umsetzen lässt, weswegen man das ursprüngliche Konzept verändert habe. Ein interaktiver Sexroboter habe auch noch gefehlt, da bislang teure und realistische Puppen angeboten würden, die "katatonisch" erscheinen. Mit Roxxxy hingegen würde man sich eine "wirkliche Freundin" kaufen, die sprechen, zuhören und eine Berührung "fühlen" kann. Ob die KI-Puppe, die ja auch nur rumliegen und ein bisschen Konversation treiben kann, die Versprechen des Herstellers einlöst, darf doch bezweifelt werden.

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31853/1.html
Kommentare lesen (200 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Des Führers Arzt trifft des Satans nackte Sklavin

Subversive Arztfilme der 1950er - Teil 2

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen
Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Abgefahren

Auch der endgültige Stillstand gehört zur Dromologie

bilder

seen.by


TELEPOLIS