Die Wall-Street-Nebenjobs von CIA-Mitarbeitern

Florian Rötzer 02.02.2010

Um Mitarbeiter zu halten, lässt der US-Geheimdienst zur üppigen Aufstockung des Gehalts Mitarbeiter auch bei Investmentbanken oder Hedge-Fonds arbeiten

Der US-Geheimdienst CIA hilft auch Privatunternehmen aus. So sollen Finanzinstitute und Hedge-Fonds sich von CIA-Mitarbeitern unterstützen und beraten lassen. Für ein Hedge-Fonds-Beratungsunternehmen sollen so noch aktive CIA-Mitarbeiter tätig geworden sein, um den Mitarbeitern die Kunst der Täuschungserkenung beizubringen, also anhand von bestimmten Hinweisen bei einem Gespräch zu erkennen, ob der Gesprächspartner lügt.

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Herausgekommen ist diese Zusammenarbeit im Rahmen der Überprüfungen, warum die Geheimdienste die bekannten Informationen nicht verbinden konnten, wodurch dem jungen Nigerianer am 25. Dezember die Flugreise nach Detroit und beinahe ein Anschlag gelungen ist, schreibt Politico.com und veröffentlicht einen Auszug aus dem demnächst erscheinenden Buch "Broker, Trader, Lawyer, Spy: The Secret World of Corporate Espionage".

Das Ausleihen der CIA-Mitarbeiter, so berichtet der Autor Eamon Javers, werde deshalb vom Geheimdienst geduldet, um diese zu halten und nicht an privatwirtschaftliche Arbeitgeber zu verlieren, die mehr zahlen. Mit Nebenjobs können sie angeblich ihr staatliches Gehalt leicht verdoppeln oder verdreifachen. Das versöhnt mit der staatlichen Karriere. Wenn ein CIA-Mitarbeiter sein Gehalt aufstocken will, muss er einen Antrag mit den Tätigkeiten einreichen. Wenn diese nicht seine Geheimdienstarbeit im Dienste der Nation behindern, kann der Nebenjob bewilligt werden. Unbekannt ist, wie oft dies geschieht, wie viele CIA-Mitarbeiter als Aufstocker tätig sind und was sie in der Privatwirtschaft an Aufgaben übernehmen.

Eamon Javers weist in einem Fall darauf hin, dass es dabei durchaus zu Interessenkonflikten kommen kann. Das sei etwa der Fall bei der Firma Business Intelligence Advisors (BIA) – eine Anspielung auf CIA -, die von ehemaligen CIA-Mitarbeitern 2001 gegründet wurde, sich auf Lügendetektion (deception detection) spezialisiert habe und unter anderem für Goldman Sache oder den Hedge-Fonds SAC Capital Advisors tätig sei. Zumindest früher wurden von BIA auch aktive CIA-Mitarbeiter beschäftigt.

BIA bezeichnet sich als "research and advisory firm", die entdecken hilft, was anderen geht. Angepriesen wird vor allem das Tactical Behavior Assessment, das für die Geheimdienste entwickelt wurde und mit dem man Unstimmigkeiten bei Anrufen, Gesprächen und im Radio oder Fernsehen gesendete Interview, aber auch in Dokumenten wie Pressemitteilungen oder Geschäftsberichten entdecken könne. Angeboten werden den Kunden aber auch andere Geheimdiensttechniken. BIA-Angestellte schulen nicht nur Mitarbeiter ihrer Kunden, sie führen auch selbst Analysen durch, beispielsweise bei den vierteljährlichen Konferenzanrufen, mit denen Unternehmen die Wall Street über ihre Umsätze berichten.

http://www.heise.de/tp/artikel/32/32001/1.html
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