Sachbücher des Monats: Februar 2010

07.02.2010

Die Top Ten unter den Sachbüchern nebst einer persönlichen Empfehlung, jeden Monat neu, präsentiert von Süddeutsche Zeitung / Buchjournal / Börsenblatt / Norddeutscher Rundfunk / Telepolis.

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Ulrich Raulff
Kreis ohne Meister
Das Nachleben Stefan Georges
"Auch Totsein ist eine Kunst", hat der einstige George-Jünger Max Kommerell einmal bemerkt. Stefan George hat diese Kunst meisterhaft beherrscht. Wo andere Dichter eine Rezeptionsgeschichte haben, da hat er ein Nachleben. Eines, das es in sich hat. Ulrich Raulff legt die postume Biographie Georges frei, die es noch zu entdecken gilt.

C. H. Beck Verlag, 544 Seiten, EUR 29,90

Miriam Gebhardt
Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen
Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert
Miriam Gebhardt untersucht die Geschichte der Früherziehung im 20. Jahrhundert und widmet sich Fragen, die heute noch brandaktuell sind. Denn nach wie vor erhitzt kaum eine Debatte die Gemüter mehr als jene darüber, wie man den Nachwuchs am besten auf das Leben vorbereitet.

Deutsche Verlags-Anstalt, 336 Seiten, EUR 24,95

Wolfgang Martynkiewicz
Salon Deutschland
Geist und Macht 1900- 1945
Literaten, Musiker, Gelehrte: Das Haus des Münchner Verlegerpaars Bruckmann war der Treffpunkt großer Geister. Doch mit dem Auftritt Adolf Hitlers wurde der Salon zum Schauplatz, an dem das Unvereinbare zusammenkam: eine kunstsinnige Elite und die radikale Rechte. Im Dezember 1924 trat hier Adolf Hitler auf und gehörte nun mit Rudolf Heß und Alfred Rosenberg zu den Gästen. War im Hause Bruckmann ein Gesinnungswandel eingetreten? Oder liegen die Gegensätze enger beieinander, als es scheint?

450 Seiten, EUR 26,95

Jean-Michel Palmier
Walter Benjamin - Lumpensammler, Engel und bucklicht Männlein
Ästhetik und Politik bei Walter Benjamin
Übersetzt von Horst Brühmann
Jean-Michel Palmiers Studie über Walter Benjamin ist das Lebenswerk eines Gelehrten, der den zahlreichen Benjamin-Interpretationen nicht eine neue hinzufügt, sondern schlicht den Schlüssel zum Verständnis dieses enigmatischen Autors liefert.

Suhrkamp Verlag, 1.374 Seiten, EUR 64,00

Theodor W. Adorno
Nachgelassene Schriften
Abt. IV: Vorlesungen - Band 3: Ästhetik (1958/59)
Herausgegeben von Eberhard Ortland
Sechsmal las Theodor W. Adorno zwischen 1950 und 1968 in Frankfurt über Ästhetik. Die Vorlesungen aus dem Wintersemester 1958/59 und aus dem Jahr 1961/62 ließ er aufnehmen, und die Transkriptionen dienten ihm als Grundlage für seine Arbeit an der Ästhetischen Theorie, die zu den prägenden philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts gehört.

Suhrkamp Verlag, 522 Seiten, EUR 43,80

Albrecht Wellmer
Versuch über Musik und Sprache
Musik gilt als eine Kunst, die ohne Begriffe auskommt. Von zufälligen Tönen aber unterscheidet sie sich durch Strukturen, die denen der Sprache ähneln. Wellmer versucht, eine Philosophie für die Neue Musik zu entwickeln, die ihrer Vielfalt gerecht wird. Das Verhältnis von Musik und Sprache ist für ihn eine Schlüsselkategorie, um die Herausforderungen zeitgenössischen Komponierens zu beschreiben.

Carl Hanser Verlag, 328 Seiten, EUR 21,50

Marc Beise
Die Ausplünderung der Mittelschicht
Alternativen zur aktuellen Politik
Unten ist nichts mehr zu holen, und oben sind es zu wenige. Also muss mal wieder die Mittelschicht ran. Doch sie wird unter den wachsenden Belastungen immer mehr zerrieben. Beise zeigt, was die Mittelschicht zu erwarten hat, wenn der Staat sich weiter verschuldet, um die Wirtschaft zu retten.

Deutsche Verlags-Anstalt, 224 Seiten, EUR 19,95

Joachim Gauck
Winter im Sommer- Frühling im Herbst
Erinnerungen
Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Siedler Verlag, 352 Seiten, EUR 22,95

Fabrizio Gatti
Bilal
Als Illegaler auf dem Weg nach Europa
Übersetzt von Rita Seuß und Friederike Hausmann
Bilal ist ein Illegaler, unterwegs auf einer der berüchtigtsten Transitrouten von Afrika nach Europa. Bilal ist Fabrizio Gatti, der renommierte italienische Journalist, der sich unter diesem Namen als Migrant unter die anderen gemischt hat, um zu erleben, was sie erleben, und davon zu erzählen.

Verlag Antje Kunstmann, 457 Seiten, EUR 24,90

Paul Lafarque
Die Religion des Kapitals
Übersetzt von Andreas Rötzer
In diesem Pamphlet stellt Paul Lafargue, die Macht des Kapitals als religiöses System dar und regte damit an, die Religion im Rahmen der Geschichte der Entfremdungsformen umgekehrt als Vorläufer des Kapitals zu verstehen.

Verlag Matthes & Seitz, 180 Seiten, EUR 14,90

Besondere Empfehlung des Monats Februar 2010 von Ludger Lütkehaus:

Kate Pickett und Richard Wilkinson
Gleichheit ist Glück

Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind
Aus dem Englischen von Edgar Peinelt und Klaus Binder
Pickett und Wilkinson zeigen: Unsere Gesellschaft braucht nicht mehr Ungleichheit, Konsum und sozialen Stress, sondern mehr Gleichheit der Chancen und der Lebensverhältnisse.
Tolkemitt Verlag bei Zweitausendeins, 336 Seiten, EUR 19,90

Die Jury

http://www.heise.de/tp/artikel/32/32004/1.html
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