Bäume sind in den letzten 20 Jahren schneller als zuvor gewachsen
US-Forstwissenschaftler machen dafür die Folgen der Klimaerwärmung verantwortlich
US-Wissenschaftler wollen nicht nur nachgewiesen haben, dass die Wälder im Osten der USA während der letzten 20 Jahre schneller als in den letzten 225 Jahren gewachsen sind, sie glauben auch die wahrscheinlichen Gründe herausgefunden zu haben. Die Entwicklung der Wälder ist deswegen wichtig, weil sie entweder als CO2-Senken oder als CO2-Quellen fungieren und so das Klima beeinflussen können.
22 Jahre lang haben die Forstwissenschaftler Geoffrey Parker und Sean McMahon vom Smithsonian Environmental Research Center 55 unterschiedlich große Inseln Mischwald in Wäldern in Maryland beobachtet. Die Baumbestände – insgesamt wurden 20.000 Bäume gemessen - waren unterschiedlich alt (5-225 Jahre), wodurch sich das Wachstum alter und junger Bäume vergleichen lässt. Nach den Messungen ist die Biomasse des Waldes pro Hektar jährlich um 4,15 Tonnen bzw. Mg gewachsen. Zu 90 Prozent überschritt das Wachstum während der letzten 20 Jahre das erwartete Wachstum – und zwar unabhängig vom Alter und Standort.
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| Zur Messung des Wachstums werden Metallbänder um die Stämme gelegt, die sich ausdehnen, wenn der Durchmesser der Bäume zunimmt. Bild: Smithsonian |
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Um das Wachstum zu erklären, stellten sie, wie sie in ihrem Artikel schreiben, der in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen ist, insgesamt 6 mögliche Gründe auf. So könnte für das beschleunigte Wachstum die vermehrte Düngung in der Landwirtschaft möglich sein, die sich auch auf Waldböden auswirkt. Die Zusammensetzung wäre ein anderer Grund, schnell wachsende Pionierarten könnten sich durchsetzen und damit den Anstieg der Biomasse erklären. Schnelleres Wachstum kann sich aber auch zufällig in Baumbeständen ereignen, wenn große Bäume absterben und jungen Platz machen. Für diese drei Gründe konnten jedoch keine Belege gefunden werden.
Daher bleiben 3 mögliche Gründe übrigen, die mit der Klimaerwärmung zusammenhängen: steigende Temperaturen, längere Wachstumsperioden und zunehmende CO2-Konzentration in der Atmosphäre. So sind die CO2-Werte in der Region während der letzten 22 Jahre um 12 Prozent gestiegen, die Durchschnittstemperatur ist um 0,3 Grad wärmer geworden und die Wachstumsperiode hat um 7,8 Tage zugenommen. Die Bäume haben also mehr CO2 für die Photosynthese und eine Woche mehr zum Wachsen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Gründe in Kombination für die Biomassezunahme der Wälder im Osten der USA verantwortlich sind. Allerdings hat dieses Wachstum in den letzten 20 Jahren nicht zugenommen, sondern ist weitgehend konstant geblieben. Zudem könnte es schnell an ein Ende gelangen, wenn Wasser oder Nährstoffe knapper werden. Klar ist natürlich nicht, wie repräsentativ die Studie für andere Wälder in anderen Regionen ist. Und unbekannt ist auch, ob es noch weitere Gründe für das Wachstum geben könnte und welcher der drei mutmaßlichen Ursachen entscheidend ist.
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32012/1.html- Übertreibs mal nicht (7.2.2010 11:47)
- Ötzi (5.2.2010 19:58)
- Re: Klimakurve (5.2.2010 17:38)
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