Hat Exoplanet Corot-9b einen Mond?

Florian Rötzer 19.03.2010

Der Exoplanet, der den Gasriesen unseres Sonnensystems gleicht, könnte auch Wasser enthalten - und vielleicht einen Mond haben?

Die Entdeckung des Exoplaneten Corot-9b mit dem HARPS-Spektrografen der ESO und dem CoRoT-Satelliten wurde als Durchbruch gefeiert. Claire Moutou, Mitglied des international besetzten Teams aus 60 Astronomen, das den Planeten entdeckte, schwärmte denn auch, dass dieser Planet "eine ähnliche Rolle spielen wie der Stein von Rosetta für die Ägyptologie" spielen könnte.

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Künstlerische Darstellung des an seiner Sonne vorbeiziehenden Exoplaneten Corot-9b. Bild: ESO/L. Calçada

Es war der erste der mittlerweile schon zahlreichen entdeckten Exoplaneten, der Planeten in unserem Sonnensystem ähnelt, wie das internationale Forscherteam in Nature schrieb. Weil er auf seiner 95 Tage dauernden Umlaufbahn für die Dauer von 8 Stunden vor seinem Mutterstern vorbeizieht, konnten die Wissenschaftler mehr Informationen als bei den zuvor entdeckten Exoplaneten sammeln: "Für unser Verständnis der Chemie bei niedrigen Temperaturen sind sie so wegweisend", so sagt Koautor Didier Queloz, "dass sich dadurch ein komplett neues Forschungsfeld über die Atmosphären kühler und gemäßigter Planeten eröffnen könnte."

Der Planet, der sich 1500 Lichtjahren von der Erde entfernt im Sternbild Schlange befindet und mit der sogenannten Transitmethode gefunden wurde, ist so groß wie Jupiter und besteht wie die Gasriesen Jupiter und Saturn vor allem aus Wasserstoff und Helium. Nach Schätzungen liegt seine Oberflächentemperatur zwischen –23°C and 157°C. Vermutet wird, dass er auch weitere Elemente wie Wasser oder CO2 enthalten könnte. Auch wenn der Gasriese selbst keine feste Oberfläche besitzt, so könnte, wie die Wissenschaftler in einer Pressemitteilung von ESA nahelegen, Corot-9b aber einen Mond haben, der dem Titan des Saturn gleicht. Wenn die Temperaturen des Planeten am unteren Ende des geschätzten Temperaturspektrums liegen sollten, dann könnte solch ein Mond ein Eisball sein. Wenn seine Temperatur sich im heißeren Bereich befinden sollte, wäre es für das Vorhandensein von Wasser zu heiß. Im mittleren Bereich könnte er aber flüssiges Wasser enthalten, spekulieren die Wissenschaftler und lassen die Folgen bedeutungsschwer offen.

http://www.heise.de/tp/artikel/32/32294/1.html
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