Wie Kopenhagen machbar ist
Forscher nennen die Bedingungen, unter denen sich die Klimaerwärmung auf höchstens zwei Grad begrenzen lässt
Auch wenn Ende 2009 die Verhandlungen von Kopenhagen letztlich gescheitert sind, gab es doch eine Art Ergebnis (siehe Kopenhagen endet mit Armutszeugnis). Zum einen hat man sich auf ein Klimaziel geeinigt - die Erwärmung der Erde durch den Einfluss des Menschen möge doch bitte zwei Grad nicht überschreiten. Zum anderen haben die Unterzeichner zur Kenntnis genommen, dass dazu gewisse Taten nötig sein werden. Und nicht nur das, man zeigt sich sogar gewillt, diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen, und zwar auf einer gerechten Basis.
Dass all das recht vage klingt, kann man den Verhandlungspartnern natürlich gern übel nehmen, allen voran den USA und China, die sich am stärksten gegen einen verbindliche Vertrag im Rahmen der UNO einsetzten. Sinnvoller ist es aber, nun die Rahmenbedingungen zu erforschen, wie sich das gemeinsame Ziel überhaupt erreichen ließe. In den Veröffentlichungen der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) gehen die Klimatologen Veerabhadran Ramanathan und Yangyang Xu von der University of California nun genau dieser Frage nach.
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Und zwar mit einem erstaunlichen Ergebnis: Wenn die Verhandlungsteilnehmer ihre Versprechen ernst gemeint und die Forscher richtig gerechnet haben, dann haben sie sich mit der Zwei-Grad-Grenze eine überraschend harte Anforderung gestellt. Das zeigen Ramanathan und Xu mit ein klein wenig Mathematik und gängigen Klimamodellen. Soll die Temperatur nämlich höchstens um zwei Grad steigen, ergibt sich daraus die Anforderung, dass menschliche Aktivität höchstens 2,5 Watt pro Quadratmeter der Erdoberfläche zur Energiebilanz hinzufügen darf - auf den gesamten Globus hochgerechnet sind das 1280 Terawatt. Das entspricht einem Kohlendioxid-Äquivalent-Gehalt in der Atmosphäre von 441 ppm.
Bei dieser Rechnung gibt es nur ein kleines Problem - schon die bisherigen Treibhausgas-Emissionen des Menschen addieren zur Energiebilanz der Erde etwa 3 Watt pro Quadratmeter, die Grenze wird also heute schon um 20 Prozent überschritten.
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| Grafik: Ramanathan und Xu |
Das heißt auf deutsch: Es reicht nicht, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Zwar ist das auf lange Sicht sehr wünschenswert - doch wegen der extrem langen Haltbarkeit von Kohlendioxid in der Atmosphäre können wir unsere "Wärmedecke" auf diese Weise nicht dünner machen. Nun könnte man, auch das erwähnen die Forscher in ihrer Studie, hoffen, den Treibhauseffekt zu reduzieren, indem man die eingestrahlte Energiemenge verringert. Sprich: die Luft derart zu verschmutzen, dass der Treibhauseffekt egalisiert wird. Hässliche Nebenbedingungen wären allerdings dann zu erwartende Dürren und saurer Regen.
3 Lösungswege
Wir könnten auch versucht sein, auf die etwa zehnprozentige Chance zu hoffen, dass sich das Klima mit der Energieeinstrahlung weniger stark erwärmt. Cleverer wäre es aber vermutlich, sich darauf vorzubereiten, dass der weitaus wahrscheinlichere Fall eintritt.
Dazu schlagen die Wissenschaftler in ihrer Studie drei Wege vor, die allerdings keine Alternativen sind, sondern gleichzeitig beschritten werden müssen.
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32563/1.html- Re: Die OPEC wurde damals gegründet, (7.5.2010 1:37)
- Wenn man die CO2-Absorptionssättigung vergisst. (6.5.2010 1:00)
- Re: Ganz davon abgesehen, (5.5.2010 19:00)
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