Und sie strahlen doch ...

05.06.2010

Das SWIFT-Weltraumteleskop der NASA entdeckt Beweise für die Aktivität Schwarzer Löcher

Daten eines laufenden Projekts vom Swift-Satelliten der NASA helfen Astronomen ein Jahrzehnte währendes Rätsel zu lösen: Warum nur ein kleiner Prozentsatz der bekannten Schwarzen Löcher große Mengen Energie emittieren.

Nur ungefähr ein Prozent der supermassiven Schwarzen Löcher zeigt dieses Verhalten. Die aktuellen Funde bestätigen, dass Schwarze Löcher regelrecht "aufleuchten", wenn Galaxien miteinander kollidieren - diese Daten könnten auch Einblick in das zukünftige Verhalten des Schwarzen Loches im Zentrum unserer Milchstraße liefern. Eine Studie dazu erscheint am 20. Juli in den Astrophysical Journal Letters.

Swift-Satellit. Bild: NASA

Die starke Emission aus den Galaxie-Zentren steigt noch einmal in der Nähe supermassiver Schwarzer Löcher, die zwischen einer Million und einer Milliarde mal so schwer wie unsere Sonne sind. So viel Energie wie 10 Millionen unserer Sonne strahlen diese Objekte ab; einige dieser so genannten Active Galactic Nuclei (AGN) bilden die hellsten Objekte im Universum. Sie enthalten Quasare und Blasare.

Hochauflösende Bilder der von BAT aufgenommenen AGNs. Bild: NASA

"Theoretiker haben beschrieben, dass die Gewalt bei Galaxien-Verschmelzungen die Schwarzen Löcher in deren Zentrum ‚füttern‘ kann", erklärt Michael Koss, Student an der University of Maryland und leitender Autor der Studie. "Die Untersuchung erklärt auf elegante Weise, wie die Schwarzen Löcher ‚aktiviert‘ werden."

Bis zu der Untersuchung mit harten Röntgen-Strahlen des Swift-Projektes waren sich Astronomen nicht sicher, ob sie die meisten der AGNs bereits gefunden hatten. Durch dicke Wolken aus Staub und Gas, die Schwarze Löcher in aktiven Galaxien oft umgeben, wird das ultraviolette Licht und die weiche Röntgenstrahlung absorbiert. Die Infrarot-Strahlung des warmen Staubs nahe eines Schwarzen Loches kann das Material zwar durchdringen, jedoch leicht mit anderen Emissionen der Galaxie verwechselt werden (etwa solchen, die bei der Entstehung von Sternen auftreten). Die harten Röntgenstrahlen helfen den Wissenschaftlern nun, die Energie-reichen schwarzen Löcher direkt nachzuweisen. Seit 2004 kartografiert das Burst Alert Teleskop (BAT) an Bord des Swift den Himmel mithilfe dieser Strahlung.

BAT-Modul des NASA-Swift-Satelliten. Bild: NASA

"Die Untersuchung mit dem Swift-BAT ist die umfangreichste, empfindlichste und vollständigste Erhebung dieser Energie-Abstrahlungen, die derzeit stattfindet", so Neil Gehrels, der Leiter der Untersuchung am NASA Goddard-Space-Flight-Center in Greenbeld (Maryland, USA). Die Untersuchung kann sogar AGNs berücksichtigen, die sich noch in 650 Millionen Lichtjahren Entfernung befinden und erkennt dadurch Dutzende bislang unentdeckt gebliebener Systeme. "Durch die Swift-BAT-Untersuchung bekommen wir ein gänzlich anderes Bild der AGNs", bemerkt Koss. So fand das Team etwa heraus, dass etwa ein Viertel der BAT-Galaxien Verschmelzungen oder nahe Galaxien-Paare darstellen. "Vielleicht werden 60 Prozent dieser Galaxien innerhalb der nächsten Milliarden Jahre vollständig miteinander verschmelzen. Wir glauben, wir haben einen schlagenden Beweis für durch Verschmelzung entstehende AGNs gefunden, wie sie zuvor durch die Theorie vorhergesagt wurden."

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Anzeige
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Machteliten

Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.