Mulve und Pirate

30.09.2010

Neue Möglichkeiten für Musikdownloads

Lange tat sich in Sachen Musikdownloads wenig Neues: Für einzelne Stücke hatte sich eine Kombination aus YouTube, diversen Proxies, dem Video Download Helper sowie dem kostenlosen Konvertierprogramm Super etabliert und Alben besorgten sich viele Musikhörer via Blogs oder FilesTube mit den JDownloader. Auf uploaderzwingendes P2P griffen dagegen aufgrund der von Abmahnanwälten entwickelten Geschäftsmodelle eher weniger gut informierte Internetnutzer zurück.

Vor kurzem erschien ein neues Tool, dass sich rühmt, nicht nur Zugang zu über 10 Millionen Stücken zu bieten, sondern diese auch in durchschnittlich weniger als vier Sekunden zu liefern und wegen des Verzichts auf Uploads die rechtlichen Risiken zu minimieren: Mulve (eine Abkürzung für "Music Love") wurde deshalb in Musikblogs überschwänglich gelobt.

Woher der Dienst, der sich über Spenden und Werbung finanzieren soll, die Musikdateien so schnell bekommt, ist Gegenstand von Diskussionen. FileShareFreak sagten die Entwickler, dass man weder mit P2P noch mit FTP arbeite, sondern die Musik von Servern aus "Übersee" beziehe, über die man sich nicht näher äußern wolle. TorrentFreak kam durch Stichproben mit Wireshark zu dem Ergebnis, dass es sich dabei um das in Russland beliebte Social Network Vkontakte handeln könnte.

Das Filesharing-Newsportal testete Mulve darüber hinaus mit insgesamt 43 Virenscannern und kam zu dem Ergebnis, dass die 1,9 Megabyte große Exe-Datei wahrscheinlich keine Malware enthält. Nachdem es die Software darauf hin als "zu gut, um wahr zu sein" pries, brach die Mulve-Downloadseite unter der Last von 30.000 Besuchern zusammen. Danach funktionierte der Dienst wegen einer Abmahnung durch die RIAA nicht mehr. Den Mulve-Betreibern zufolge soll er zwar wieder in Betrieb genommen werden - allerdings gaben sie bisher keinen Termin dafür an.

Dafür funktioniert Pirate, ein Klon von Mulve, der unter der MIT-Open-Source-Lizenz veröffentlicht wurde und dessen dänischer Entwickler betont, es handle sich um ein reines Proof-of-Concept-Projekt, dass man bitte nicht für rechtsverletzende Zwecke einsetzen solle. Das Angebot lässt, was die Verfügbarkeit etwas obskureren Materials betrifft, derzeit ohnehin zu Wünschen übrig. Für die Suche nach solchem eignet sich immer noch Soulseek am besten. Dort finden sich auch extrem rare Stücke, für die jedoch häufig auch extrem lange Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen.

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