Ist die Herstellung von künstlichen Schwarzen Löchern riskant?

23.01.2011

Zusammenfassung meiner wissenschaftlichen Ergebnisse zur Gefährlichkeit des Large Hadron Colliders (LHC) für den Planeten

Da die Redaktion unschlüssig war, ob wir den Text von Prof. Dr. Otto Rössler veröffentlichen sollen, weil wir nicht wirklich beurteilen können, ob die von ihm gemachten Annahmen plausibel sind und ob die Argumente der Befürworter der Experimente über deren Ungefährlichkeit zutreffen, baten wir Harald Zaun, zur Orientierung einen begleitenden Kommentar zu schreiben: "Das Unmögliche überdenken - warum nicht?!: Warum Otto Rösslers Kassandraruf vor künstlich erzeugten Schwarzen Mini-Löchern nicht überhört werden sollte - ein Kommentar."

Simulierte Herstellung eines Schwarzen Lochs in ATLAS. Bild: Cern

Zur Vorlage bei der Staatsanwaltschaft Tübingen, dem Verwaltungsgericht Köln, dem Bundesverfassungsgericht, dem Internationalen Gerichtshof für Verbrechen gegen die Menschheit und dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Es handelt sich bei den Resultaten meiner Arbeitsgruppe um Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Allgemeinen Relativitätstheorie, der Quantenmechanik und der Chaosforschung. Mehrere voneinander unabhängige Resultate weisen gemeinsam auf eine Gefahr hin - so als ob die Natur der Menschheit hier eine Falle gestellt hätte, wenn sie nicht aufpasst.

HAUPTRESULTAT. Es bezieht sich auf SCHWARZE LÖCHER und besteht aus 10 Unterresultaten

Schwarze Löcher haben andere Eigenschaften als früher angenommen und immer noch von den Experimentatoren vorausgesetzt. Es ist ganz wie bei dem Eniwetok-Wasserstoffbombentest, wo inkorrekte physikalische Berechnungen eine Katastrophe verursachten - damals örtlich begrenzt. Vier Tübinger Theoreme (gotisches-R-Theorem, TeLeMaCh-Theorem, Miniquasar-Theorem, Superflüssigkeitstheorem) haben zehn neue Konsequenzen:

  1. Schwarze Löcher ZERSTRAHLEN NICHT - sie können nur wachsen.
  2. Künstliche Schwarze Löcher sind daher nach ihrer Erzeugung im LHC zunächst nicht nachweisbar.
  3. Schwarze Löcher sind ungeladen. Die große Mehrheit der künstlichen durchquert daher glatt die Materie von Erde und Sonne.
  4. Nur die langsamsten künstlichen - unter 11 Kilometer pro Sekunde - werden in der Erde bleiben.
  5. Im Innern von Materie bildet ein dort verbleibendes Schwarzes Loch durch Selbstorganisation einen sogenannten "Miniquasar": Eine gravito-elektromagnetische Maschine, die exponentiell wächst und die Erde in wenigen Jahren auf zwei Zentimeter schrumpfen wird.
  6. Weil Schwarze Löcher ungeladen sind, sind umgekehrt geladene Elementarteilchen notwendig nicht maximal klein ("punktförmig"), sodass der Raum im Allerkleinsten "aufgebohrt" sein muss, wie von den String- und Loop-Theorien vorausgesagt.
  7. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit der Entstehung Schwarzer Löcher stark erhöht auf etwa 10 Prozent bei den Protonenkollisionsenergien des CERN von 7 und demnächst 8 TeV.
  8. Dieser hohe Wahrscheinlichkeitswert wurde 2010 offenbar noch nicht erreicht, da die ursprünglich geplante Gesamt-Luminosität nicht erzielt wurde. Aber die im Februar oder März 2011 geplante energiereichere zweite Phase des Experiments sollte dies erreichen.
  9. Schwarze Löcher aus natürlichen Teilchenkollisionen (von Höhenstrahlungsprotonen mit Protonen auf der Oberfläche von Himmelskörpern einschließlich der Erde) sind viel zu schnell, um in Materie stecken zu bleiben und daher ungefährlich.
  10. Die einzige Ausnahme sind die ultradichten Neutronensterne. Deren Inneres ("Kern") ist aber infolge der Quantenmechanik reibungsfrei. Ultraschnelle Mini-Schwarze Löcher, die in der Kruste steckenbleiben, wachsen dort bis zu einem begrenzten Gewicht an, um dann in den Kern abzusinken, wo sie nicht weiter wachsen können. Daher stellt das empirische Fortbestehen von Neutronensternen KEINE Sicherheitsgarantie dar entgegen den Behauptungen des CERN.

Hauptfrage: Warum missachten die CERN-Verantwortlichen die obigen Resultate?

Zehn mögliche Gründe:

  1. Die Neuheit der Resultate.
  2. Die begrenzte Verbreitung der obigen Resultate. Bisher sind nur drei Arbeiten gedruckt, zwei in Kongressbänden im Juli 2008, eine in einer wissenschaftlichen Online-Zeitschrift 2010. Die anderen Arbeiten sind bisher nur im Internet zugänglich.
  3. Die a-priori-Unwahrscheinlichkeit, dass mehrere Resultate aus ganz verschiedenen Bereichen sich in ihrer eine Gefahr aufzeigenden Wirkung gegenseitig verstärken statt sich diesbezüglich aufzuheben. Dafür gibt es anscheinend keinen historischen Präzedenzfall.
  4. Die jahrzehntelangen Abstände zwischen neuen Resultaten in der Allgemeinen Relativitätstheorie, sodass ein neues Resultat zunächst auf maximale Skepsis stößt.
  5. Eines - das Ungeladenheitsresultat (das Ch in TeLeMaCh) - hebt einen fast zweihundert Jahre alten Lehrsatz der Physik auf.
  6. Die Tatsache, dass die vielen Stringtheoretiker des Planeten auf einmal ein "fast zu gutes" Resultat in Händen halten, lässt sie paradoxer Weise lieber schweigen als triumphieren.
  7. Die fehlende Aufbruchstimmung in der Grundlagenphysik, deren Resultate sich oft als Danaergeschenk erwiesen haben.
  8. Das LHC-Experiment ist das größte und intensivste wissenschaftliche Gemeinschaftsunternehmen der Geschichte.
  9. Die Furcht, Geldgeber und politische Unterstützung für weitere Großprojekte zu verlieren.
  10. Die weltweite Einführung verschulter Undergraduate-Studiengänge an Stelle des früher möglichen eigenverantwortlichen Studierens hat die Nebenwirkung, dass kollektive Autorität ein Übergewicht bekommt.

Das Versagen der Gesellschaft

Warum wurde die seit dem 18. April 2008 öffentlich eingeforderte "wissenschaftliche Sicherheitskonferenz" von keiner Gruppierung des Planeten aufgegriffen? Nichts anderes als die FALSIFIKATION der vorgelegten wissenschaftlichen Resultate wurde und wird ja erbeten. Die Widerlegung eines einzigen bringt die Gefahr zum Verschwinden. Eine Woche Diskussionszeit könnte dazu ausreichen.

Weder die Politik noch die Medien haben bisher erkannt, dass kein einziger Wissenschaftler namentlich die Verantwortung für die angebliche Falschheit der vorgelegten Resultate auf sich nimmt. Keiner stellt sich der Aufgabe, seine widerlegten Gegenbehauptungen zu verteidigen (die Zahl der Wissenschaftler, die sich in den Ring wagten, lassen sich an einer Hand abzählen). Diese einfache Tatsache - kein einziger offener Gegner - fand bisher nicht die Aufmerksamkeit eines Medienvertreters oder Politikers.

Beide Gruppen wagen es nicht, sich mit einer weltweiten Lobby anzulegen, obwohl es nicht um Geld geht, sondern nur um geborgte Autorität. Fast so, als ob die großen Wissenschaftlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts ohne Nachfolger geblieben wären, ebenso wie die begnadeten Philosophen und Publizisten (nur Paul Virilio zeigt Präsenz). Sich kundig zu machen, scheint im Zeitalter des Internets paradoxerweise schwerer geworden zu sein.

Es gibt also keine Schuldigen? Keinen außer mir selbst, weil ich irrtümlich dachte, dass schmerzhafte Worte (wie "riskierter Planetocaust") in letzter Minute einen Weckeffekt haben könnten. Der eigentliche Grund für die Verschleppung des globalen Erwachens besagter Gefahr gegenüber liegt in diesem Kommunikationsfehler eines einzigen Menschen, der weiß, wie es ist, wenn man ein Kind verliert. An zweiter Stelle liegt es daran, dass meine Freunde Konrad Lorenz, Carl-Friedrich von Weizsäcker, John A. Wheeler und Bryce DeWitt nicht mehr da sind.

Schlussfolgerungen

Ich bitte daher eines der oben angerufenen juristischen und politischen Gremien anzuordnen, dass die längst überfällige wissenschaftliche Sicherheitskonferenz stattfindet, bevor das LHC-Experiment mit Protonen wie vorgesehen im Februar oder März 2011 wieder aufgenommen werden darf. Zumindest sollte die Wiederaufnahme des Experiments so lange untersagt werden, bis die wissenschaftliche Sicherheitskonferenz stattgefunden hat.

Ich rechne damit, dass ich mich furchtbar blamiere, wenn es doch noch einem Wissenschaftler gelingt, einen einzigen der eingangs angeführten 10 Punkte oder eines der 4 Theoreme zu widerlegen. Dies ist mein Risiko und zugleich meine Hoffnung. Ich bitte die Welt um Verzeihung dafür, dass ich darauf bestehe, dass mein möglicherweise defizitärer Wissensstand zurechtgerückt wird, bevor das größte Experiment der Geschichte weitergehen darf.

Aber auch der kleinste Schiffsjunge im Mast, der etwas am Horizont zu erkennen glaubt, hat die Pflicht, auf Gehör zu bestehen. Ich bitte die genannten hohen Gremien respektvoll, mir diese Tatsache zu Gute zu halten und meinem Antrag entsprechend Recht zu sprechen: Erst klären, dann fortfahren. Umgekehrt vorzugehen, wäre selbst dann Wahnsinn, wenn es sich im Nachhinein als unschädlich herausstellen sollte. Nicht wahr?

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Otto E. Rössler, Chaosforscher
17. 01. 2011
(Für J.O.R.)

Prof. Dr. Otto E. Rössler, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle A, 72076 Tübingen, Deutschland Literatur

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