Welche Regionen am stärksten vom Klimawandel betroffen sind

10.03.2011

Kanadische Wissenschaftler haben eine Weltkarte mit politischer Brisanz erstellt

Es gibt viele Vorhersagen, wie sich der erwartete Klimawandel auf die einzelnen Regionen der Welt auswirken wird. Klar ist, dass die Folgen sehr unterschiedlich sein werden, auch wenn Details der unzähligen Wechselwirkungen noch nicht ausreichend bekannt sein können.

Kanadische Wissenschaftler haben nun erstmals anhand der vorhandenen Vorhersagen für das Klima, für das Bevölkerungswachstum und für die CO2-Emissionen pro Kopf eine Weltkarte erstellt, um im Überblick zu veranschaulichen, welche Regionen vom Klimawandel am stärksten betroffen sein werden. Grundlage der Berechnung sind Modelle, mit denen untersucht wird, wie Tier- und Pflanzenarten durch Migration auf den Klimawandel reagieren. Die Studie ist in der Zeitschrift Global Ecology and Biogeography online erschienen.

Die Weltkarte für die regional differenzierten Folgen der Klimaerwärmung

Das Ergebnis der Vorhersage für das Jahr 2050 ist zwar wenig überraschend, macht aber doch deutlich, dass die Regionen, die am meisten für die von Menschen gemachte Klimaerwärmung verantwortlich sind, im Regelfall wenig darunter leiden werden. Zwar ist die Klimaerwärmung in den nördlichen, bislang gemäßigten Regionen stärker, aber vermutlich werden die Folgen für die dort lebenden Menschen geringer sein. Am stärksten trifft es hingegen die Regionen, die am wenigsten dafür verantwortlich sind, vor allem Afrika und den Nahen Osten über Afghanistan, Pakistan und Indien bis hin zu Thailand, den Philippinen und Indonesien sowie Mittelamerika und nördliche Teile Südamerikas. In diesen auch jetzt bereits heißen Regionen können auch kleine Temperaturanstiege ernsthafte Folgen für Landwirtschaft und Ernährung haben, zumal wenn die Bevölkerung wächst.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die politischen Entscheidungsträger aufgrund dieser anschaulichen geografischen Umsetzung der Daten ein besseres Rüstzeug für die anstehenden Klimaverhandlungen haben werden. Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass die reichen Industriestaaten der nördlichen Hemisphäre am meisten für den anthropogen verursachten Klimawandel verantwortlich sind. Dafür einstehen wollen aber bislang weder die Regierungen noch die Menschen.

Interessant ist auch, dass die Unruhen in der arabischen Welt genau in der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Region stattfinden. Zwar kommt aus Nordafrika und dem Nahen Osten auch ein Großteil der fossilen Brennstoffe, die den Klimawandel verstärken, aber es sind eben auch Länder wie Ägypten oder Tunesien betroffen, die keine Ölressourcen besitzen.

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