Keine Furcht vor dem First Contact

23.04.2011

Wie gefährlich ist ein Kontakt via Licht- und Radiowellen? Interstellare Büchse der Pandora? - Teil 5

Welche Risiken birgt das unabsichtliche oder absichtliche Versenden irdisch-künstlicher elektromagnetischer Strahlung? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns aggressiv gesinnte außerirdische Technologien eines Tages als Replik eine elektromagnetische Büchse der Pandora schicken? Während der bekannte SF-Autor David Brin und viele andere pessimistisch gestimmte Wissenschaftler in dieser Hinsicht sehr skeptisch, ja beinahe ängstlich sind und grundsätzlich vor einem interstellaren Dialog warnen (siehe Teil 6 "Die Angst vor dem First Contact"), gehen andere SF-Schriftsteller und Forscher indes davon aus, dass extraterrestrische Hochkulturen ausnahmslos friedliebend sind oder an uns schlichtweg keine Interesse haben.

Teil 4: Aliens und San Marino Skala

Bild: Image courtesy of NRAO/AUI

Einer, der stets an das Gute im Alien glaubte, war der deutsche SETI-Astronom Sebastian von Hoerner. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ausgeprägt streitsüchtige außerirdische Gesellschaften eine sehr hohe Evolutionsstufe erreichen. Bösartige Geschöpfe, die von Stern zu Stern, von Planet zu Planet wandern, um ihrer Streit- und Eroberungslust zu frönen, waren für ihn das Produkt schlechter Science-Fiction.

Drakes "Unsterbliche"

Was von Hoerner in Büchern zu diesem Thema las und in Filmen sah, waren für ihn Ausgeburten kranker Fantasien, die den Blick auf das Wesentliche verstellen. Hoerners Philosophie hierzu bringt Seth Shostak, der wie das Gros seiner SETI-Kollegen ebenfalls von der Friedfertigkeit extraterrestrischer Zivilisationen überzeugt ist, am besten auf den Punkt:

Das Anwachsen der Zerstörungskraft, die der irdischen Technologie mittlerweile zu eigen ist, stellt für von Hoerner ein überzeugendes Argument dar, dass es allen Zivilisationen, die ihre eigene wissenschaftliche Evolution überlebt haben, gelungen sei, die Aggression aus ihrer Mitte zu verbannen. Außerirdischen Gesellschaften ist nur dann ein langes Leben beschieden, wenn sie passiv und friedlich sind.

Von den "Unsterblichen", wie er sie einmal nannte, erwartet der SETI-Begründer Frank Drake nur Gutes. Denn die Entdeckung eines Signals bereichere die Menschheit auf unermessliche Weise. Ein Kontakt mit einer Superzivilisation zöge in wissenschaftlicher, technischer, kultureller und philosophischer Hinsicht zwangsläufig einen intellektuellen Sprung auf eine höhere Ebene nach sich.

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