Brasilien genehmigt gigantisches Belo-Monte-Wasserkraftwerk

03.06.2011

Große Flächen des Regenwalds werden geflutet, Zehntausende von Menschen vertrieben

Die brasilianische Umweltbehörde Ibama hat am Mittwoch dem Konsortium Norte Energia (Nesa) die Genehmigung für den umstrittenen Bau eines gigantischen Wasserkraftwerks mit einer erwarteten Leistung von 11.233 MW mitten im Amazonas-Gebiet im Bundesstaat Para gegeben. Allerdings wurde von der Regierung von Para erneut Einspruch eingelegt, so dass das Projekt möglicherweise noch nicht vollends durch ist.

Erwartet wird allerdings von Kritikern, dass das 16 Milliarden USD teure Kraftwerk letztlich nur etwas mehr als 4.000 MW wegen des stark schwankenden Wasserstands erzeugen wird. Brasilien, das seinen Strom zu 80 Prozent aus Wasserkraft bezieht, soll, wie die Regierung propagiert, mit dem Staudammprojekt seinen Energiemix sichern, der weltweit einer der saubersten ist und sich am meisten auf erneuerbare Energien stützt.

Da wird natürlich sichtbar, dass erneuerbar immer auch zwei Seiten hat und keineswegs nur begrüßenswert ist, sondern tiefe Eingriffe in die Ökologie mit sich bringen kann - mit unbekannten Folgen. Kritiker sagen, dass nicht nur große Regenwaldgebiete vernichtet, sondern mit der Flutung auch große Mengen Methan und CO2 freigesetzt werden. Der Bau von Zufahrtsstraßen wird ebenfalls zur Folge haben, dass weitere Regenwaldflächen gerodet werden.

Für das schon seit Jahrzehnten geplante, aber aufgrund von Protesten immer wieder aufgeschobene, 1989 schon einmal gestoppte Belo-Monte-Kraftwerk müssen drei Staudämme am Xingu-Fluss errichtet werden. Der größte Staudamm am Kraftwerk wird 6 km lang sein. Mehr als 500 Quadratkilometer Fläche werden geflutet, wozu große Waldflächen gerodet werden müssen und Tausenden von Indios ihre Heimat geraubt wird. Insgesamt müssen 20-50.000 Menschen umgesiedelt werden (Wasserkraftwerk Belo Monte). Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty üben scharfe Kritik.

James Cameron ist einer der prominenten Gegner des Projekts. Für ihn betrifft die Zerstörung des Regenwalds durch das Wasserkraftwerk nicht nur Brasilien, sondern die ganze Welt, da der Regenwald für das globale Klima eine wichtige Rolle spielt.

Finanziert wird das Projekt vorwiegend vom Staat Brasilien durch die Entwicklungsbank BNDES, verdienen werden u.a. Voith Hydro (Deutschland) und Andritz (Österreich). Die Minengesellschaft Vale investiert auch in Belo Monte, was deutlich macht, dass der Strom aus dem Kraftwerk weniger der Bevölkerung, sondern der weiteren Ressourcen-Ausbeutung dient, die wiederum großflächige Umweltschäden verursacht.

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