Hochwasser bedroht weiterhin zwei Atomkraftwerke in Nebraska

27.06.2011

Eines der AKWs ist bereits seit Wochen nur noch eine Insel, nach der Beschädigung einer Barriere ist die Stromversorgung gefährdet

Die schon seit Wochen anhaltende Flut durch den Missouri bedroht zwei Atomkraftwerke. Während das bereits vor der Flut im April heruntergefahrene AKW Fort Calhoun in der Nähe von Omaha seit Anfang Juni von Wasser umgeben ist und mit Barrieren aus Sandsäcken geschützt werden muss, wurde die Cooper Nuclear Station, ebenfalls in Nebraska, immerhin auf einem höher gelegenen Standort gebaut.

Noch halten die Dämme in der Umgebung des Cooper-AKWs, das weiter am Netz ist und ebenfalls durch mehr als ein Meter hohe Barrieren aus Sandsäcken vor einer Überflutung geschützt werden soll, falls die Dämme brechen sollten. Das AKW liegt 80 cm höher als die Dämme und 4 Meter höher als der normale Hochwasserspiegel, ein Restrisiko ist dennoch nicht ganz auszuschließen. Dass es bislang im Gegensatz zum AKW Fort Calhoun sicher geblieben ist, verdanke sich diesen Vorkehrungen. In der lokalen Presse wird hervorgehoben, dass Gregory Jaczko, der Vorsitzende der nationalen Atomaufsichtsbehörde, die Cooper Nuclear Station "trockenen Fußes" besuchen konnte. In den Räumen sei kein Wasser gestanden, steigt das Hochwasser noch um einen Meter, müsste das AKW abgeschaltet werden. Der Betreiber hegt allerdings die Hoffnung, dass es so weit nicht kommen wird, da das Wasser nur noch langsam ansteige.

Anders sieht es im Altmeiler Fort Calhoun aus, das vollständig vom Wasser eingeschlossen ist - und dies voraussichtlich bis August bleiben wird. Das AKW ist eines der ältesten in den USA, es ging 1973 ans Netz, die ursprünglich auf 30 Jahre begrenzte Betriebszeit wurde 2003 um weitere 20 Jahre verlängert. Erst Anfang Juni gab es eine Panne, als eine Pumpe ausfiel und das Abklingbecken sich zu erwärmen begann, bis eine Ersatzpumpe angeschlossen werden konnte. 2010 hatte die Atomaufsichtsbehörde vor fehlenden Vorkehrungen vor Hochwasser gewarnt, das Schaltanlagen und Kühlpumpen gefährden könne. Während der Einrichtung der zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen kam dann das Hochwasser, die schon ausgeführten Arbeiten sollen aber schon nützlich gewesen sein.

Am Sonntag durchbrach die Flut einen temporären Schutzdamm, eine mit Wasser gefüllte Röhre, um das Kraftwerk. Der Wasserstand um die Gebäude stieg auf einen halben Meter an, die Transformatoren wurden von Wasser umspült. Nach der Atomaufsichtsbehörde seien die Kühlsysteme für den Reaktor und das Abklingbecken nicht beeinträchtigt worden. Allerdings mussten vorübergehend Diesel-Notstromgeneratoren angestellt und das Kraftwerk vom Stromnetz abgeklemmt werden. Der Schutzdamm sei nach den Vorschriften der Atomaufsichtsbehörde aber gar nicht erforderlich gewesen, heißt es vom Betreiber. Dass er nun eingebrochen ist, ändere an der Lage nichts: "Wir sind weiterhin im Bereich der Vorschriften der Atomaufsichtsbehörde", sagte der Sprecher des Betreibers OPPD beruhigend. Die Schaltanlagen und Transformatoren werden noch durch einen Betondamm geschützt.

Das AKW soll für eine Flut bis zu 310 Meter Meereshöhe sicher sein, der Wasserstand beträgt nun 307 Meter, ab 306 Meter muss das Kraftwerk abgeschaltet werden. Dieser Wasserstand wurde am bereits 7.Juni erreicht. Ab 308 Meter Wasserstand würde aber bereits ein Schutzdamm aus Erde überflutet werden, der die Schaltanlagen schützt, die das Kraftwerk mit dem Stromnetz verbinden. Und wenn höher gelegene Dämme brechen, könnte die Flut weiter ansteigen.

Nach dem Betreiber wird der Schutzdamm nun erhöht, zudem wird weiter an Sandsack-Barrieren gearbeitet, Strom wird benötigt, um die Brennelemente im Reaktorkern und im Abklingbecken kühlen zu können. Angeblich hätten aber die zwei Diesel-Notstromgeneratoren genügend Treibstoff, um für Wochen die Becken kühlen zu können. Aber einer Wasserstandshöhe von 310 Metern würden aber auch die Notstromgeneratoren überschwemmt werden, zudem kämen dann Behälter mit altem Atommüll unter Wasser. Die seien fest verankert, versichert der Betreiber, und könnten nicht fortgeschwemmt werden.

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