Die USA sind ärmer als Griechenland und Portugal

01.08.2011

Fast kein Vermögen zur Tilgung vorhanden

Nun kommt es ganz dick: Wenige Tage vor der angekündigten Zahlungsunfähigkeit der USA am 2. August 2011, am 26.07.2011, hat das renommierte Pew Research Centre Zahlen zu den US-Vermögen veröffentlicht. Danach beträgt das mittlere Vermögen eines US-Haushaltes nur noch 70.000 Dollar und ist seit 2005 um 28% gesunken.

Laut US-Schuldenuhr betragen aber die Schulden je Einwohner 46.700 Dollar - die niedrigste Differenz aller westlichen Staaten. Die hohe Differenz der Pew-Berechnung zum Credit Suisse World Wealth Report, der auf fast 200.000 Dollar je Erwachsenen kam, resultiert aus der Berücksichtigung der kapitalbasierten Altersversorgung der US-Bürger. Da aber das Vermögen der EU-Bürger im folgenden Vergleich die umlagefinanzierten Renten nicht berücksichtigt, ergibt sich folgende, drastische Berechnung:

Wie schlecht die Aussichten der USA auf die Rückzahlung ihrer Staatsschulden sind, zeigt folgender Vergleich: Während im völlig überschuldeten Griechenland die Privatvermögen immerhin 89,79% über den Pro-Kopf-Schulden liegen, übersteigen sie in den USA die Schulden nur um 51,73 Prozent.

Berücksichtigte man gar, dass die US-Vermögen in der Pew-Studie für Haushalte, nicht für jeden Erwachsenen berechnet wurden, so könnte das US-Vermögen pro Einwohner sogar negativ sein - die USA wären trotz Apple, Gates und Buffett endgültig pleite.

Warum sieht es bei Portugiesen, Deutschen, Iren, Österreichern und insbesondere Italienern so viel besser aus? Die Antwort lautet: wertstabiler, niedrig verschuldeter Grundbesitz. In Italien wohnen die meisten Bürger im Eigentum und die Immobilienpreisentwicklung in Bella Italia und Felix Austria ist uns Deutschen leidvoll bekannt.

Trotz stark steigender Verschuldung übersteigen aber auch die Wertzuwächse der deutschen Vermögen im letzten Jahr bei weitem die Schulden. Nicht nur der DAX, auch die Immobilienpreise in deutschen Ballungsgebieten haben seit 2010 stark zugelegt. Ergebnis: Theoretisch könnten in allen EU-Staaten durch eine Vermögensabgabe sofort die Staatsschulden getilgt werden.

Dass dies politisch noch nicht erwünscht ist, bedeutet nicht, dass die Bevölkerung dagegen ist. Nach einer Umfrage von T-Online sprachen sich 66% der User für eine Vermögensabgabe aus. Auch der Stern ermittelte eine Mehrheit für den Schuldenabbau.

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