Fernsehen schadet Ihrer Gesundheit und verkürzt die Lebenszeit!

16.08.2011

Nach einer australischen Studie wird jede Stunde vor dem Fernseher mit einer um 22 Minuten verkürzten Lebenszeit bezahlt

Wir wissen schon längst, dass der moderne homo sedens seine Gesundheit gefährdet. Die Menschen sitzen nicht nur während der Arbeit und der Freizeit, sofern es den Unterschied noch gibt, vor den Bildschirmen, sie sitzen meist auch, wenn sie sich fortbewegen. Auch wenn zwar paradoxerweise noch die Lebenserwartung steigt, werden Gesundheitsexperten und Wissenschaftler nicht müde, den Menschen Beine zu machen und sie in Bewegung zu versetzen, damit sie nicht verfetten und ihr Herz-Kreislauf-System gefährden. Daraus hat sich eine schon manische Bewegungs- und Fitnesskultur entwickelt, die manchmal auch selbstquälerische Züge der Selbstdisziplinierung annimmt.

Eine neue Studie, die im British Journal of Sports Medicine erschienen ist, warnt wieder einmal davor, dass langer und regelmäßiger Fernsehkonsum für die Gesundheit ähnlich wie Rauchen und mangelnde Bewegung Gift sei. Wer täglich sechs Stunden in die Glotze schaut - aber wer macht das schon? -, muss mit einer 4,8 Jahre kürzeren Lebenszeit rechnen.

Zu dem Ergebnis kamen die australischen Wissenschaftler durch die Auswertung einer australischen Langzeitstudie (1999-2008), für die Daten von über 11.000 Erwachsenen über 25 Jahren erhoben wurden und in der auch ein Zusammenhang zwischen dem Fernsekonsum (in der Woche vor der Befragung) und dem Lebensstil, Diabetes und Übergewicht hergestellt wurde. Dazu wurden für das Jahr 2008 die Mortalitätsdaten ausgewertet, um eine Schätzung für das mit dem Fernsehen verbundene Lebensrisiko ab Geburt zu erstellen. Allerdings ist der geschätze Zusammenhang zwischen der von den Teilnehmern an der Langzeitstudie berichteten täglichen Fernsehzeit und der Lebenserwartung nur sehr vage und daher mit hoher Unsicherheit behaftet, wie die Autoren selbst einräumen.

Aufgrund der Antworten gingen die Autoren davon aus, dass die australischen Erwachsenen 2008 9,8 Milliarden Stunden vor dem Fernseher verbracht und mit einem Verlust von 286.000 Lebensjahren bezahlt hätten. Aus den vorhandenen und geschätzten Daten errechneten sie unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren (Geschlecht, Alter, Sport, Bildung, Rauchen, Alkohol, Bluthochdruck etc.) , dass jede Stunde, die Erwachsene über 25 Jahren täglich fernsehen, die Lebenserwartung um 21,8 Minuten senkt. Bei einem 95 %-Konfidenzintervall liegt der Mittelwert zwischen der Untergrenze von 0.3 und der Obergrenze von 44.7 Minuten. Die australischen Männer hätten durchschnittlich ihre Lebenserwartung um 1,8 Jahre seit der Geburt, die Frauen um 1,6 Jahre gesenkt. Und gegenüber TV-Verweigerern würden die Menschen, die täglich sechs Stunden vor dem Bildschirm sitzen eben 5 Jahre kürzer leben.

Damit ist der Fernsehkonsum ähnlich für die Gesundheit bzw. die Lebenserwartung gefährlich wie Rauchen, Fettleibigkeit oder mangelnde Bewegung. Eine Zigarette soll die Lebenszeit um 11 Minuten verkürzen, eine halbe Stunden Fernsehkonsum hätte denselben Effekt. Wer viel vor der Glotze sitzt, bezahlt nach der Studie also buchstäblich mit seiner Lebenszeit: Jede Stunde TV mit 22 Minuten Lebenszeit. Die Wissenschaftler schließen trotz aller Unsicherheit aus den Ergebnissen, dass mit langem Fernsehkonsum ein "substantieller Lebensverlust verbunden" sei, eine Kausalität lässt sich daraus natürlich nicht ableiten. Interessant wäre natürlich auch, ob sich Ähnliches für die Zeit sagen lässt, die Menschen vor den Bildschirmen ihrer Computer sitzend verbringen.

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