Das Universum ermüdet

23.08.2011

Es entstehen immer weniger neue Sterne, Ursache soll die Dunkle Energie sein

Die Galaxie NGC 4214, in der (noch) viele neue Sterne entstehen. Bild: NASA, ESA, and the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration

Schlechte Nachrichten gibt es aus dem Universum. Dort scheint es nach Auskunft von australischen Astronomen mit dem weiteren Fortschritt oder zumindest mit dem ungebrochenen Wachstum zu hapern. Es entstehen weniger Sterne, als dies früher der Fall war, so Robert Braun und sein Team von der australischen Forschungsinstitution CSIRO, die mit dem Radioteleskop Mopra ferne Galaxien mit näher gelegenen vergleichen.

Weil das Licht von fernen Galaxien lange braucht, bis es zu uns gelangt, können Astronomen sehen, wie diese vor mehreren Milliarden Jahren waren. Vor 3-5 Milliarden Jahren hatten die Galaxien offenbar beträchtlich mehr Wasserstoffgas als vergleichbare Galaxien in heutiger Zeit zur Verfügung. Weil aus Wolken von Wasserstoffgas Sterne entstehen, würden gegenwärtig weniger gebildet werden können, wie die Wissenschaftler berichten, nachdem ihr Artikel in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society voran veröffentlicht wurde..

Dass die Bildung neuer Sterne abnimmt, ist schon länger bekannt. Einige Milliarden Jahre nach dem Urknall kam es zu einem Höhepunkt der Sternbildung, seitdem geht es kontinuierlich bergab. Das Universum wird müde, die Lichter gehen aus, die Party geht ihrem Ende zu. Dier australischen Wissenschaftler glauben, den Grund dafür gefunden zu haben: das vorhandene Wasserstoffgas ist schlicht aufgebraucht. Zwar wird Gas auch wieder bei der Sternformation abgegeben, manchmal durch Explosionen wie bei den Supernovae, der größte Teil bleibt aber gebunden. Daher werden immer weniger Sterne gebildet.

Aber dabei kommt noch eine andere Kraft ins Spiel. Nach Braun ist es mit der Entstehung neuer Sterne bergab gegangen, seitdem die "Dunkle Energie die Macht im Universum übernommen hat". Eigentlich, so erläutert Braun, gelangt Gas aus dem Raum zwischen den Galaxien in die Galaxien. In der intergalaktischen Region gibt es immer noch am meisten Gas, nur ein Drittel etwa sei durch die Sternbildung verbraucht worden. Aber die Dunkle Energie habe die im frühen Universum herrschende Schwerkraft gebrochen und das Universum immer schneller expandieren lassen. Und weil die Räume dementsprechend größer wurden, gelangt immer weniger neues Gas in die Galaxien. Für die Menschen und das Leben auf der Erde hat die Ermüdung des Universums keine Bedeutung, aber es zeigt doch auch, dass Wachstum selbst im Universum, nicht nur für das irdische Leben ein endliches Konzept ist.

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