80 Jahre Bankenkrise 1931: Großbanken gerettet, Demokratie verloren

19.09.2011

Die eigentlichen Gewinner der Bankenkrise 1931 waren in ökonomischer Hinsicht die Großbanken, in politischer Hinsicht die Nationalsozialisten. Dabei machten die Verantwortlichen alles richtig, oder?

Der 19. September wird als Rettungstag aus der Deutschen Bankenkrise 1931 gefeiert. Er markiert den vorläufigen Endpunkt der großen deutschen Finanzkrise, die das Land den gesamten Sommer 1931 in Atem gehalten hatte. Die Menschen hatten die Bankschalter regelrecht gestürmt. Die Regierung Brüning führte "Bankfeiertage" ein, an denen die Banken gleich ganz geschlossen blieben und der Zahlungsverkehr ruhte. Erst im September 1931 wurde der normale Börsenbetrieb wieder aufgenommen.

Andrang von Sparern vor der Sparkasse der Stadt Berlin am Mühlendamm nach dem Zusammenbruch der Darmstädter- und Nationalbank am 13. Juli 1931. Bild: Bundesarchiv (Bild 102-12023 / Fotograf: Georg Pahl). Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Von der Inflation zur Bankenkrise

Die Goldenen Zwanziger Jahre der Weimarer Republik waren weitgehend kreditfinanziert. Woher kam das Geld? Für den Geldzufluss sorgte der Dawes-Plan von 1924 mit einer internationalen Anleihe zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft. Er sollte die Reparationszahlungen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg so regeln, dass die Weimarer Republik imstande war, sie zu bedienen. Damit verschaffte er der Weimarer Republik auch innenpolitisch eine Verschnaufpause gegenüber ihren Gegnern von rechtsaußen.

Der Börsencrash in den USA am 24. Oktober 1929, eine direkte Folge von Überproduktion und kreditfinanzierter Massenspekulation, machte damit Schluss. Die folgenden vier Jahre Rezession ließen den Kreditmarkt weltweit austrocken.

Infolge der hohen Zinsen auf dem Kredit- wie dem Kapitalmarkt war Deutschland nach der Währungsstabilisierung ein attraktives Anlegerland für ausländische Geldanleger geworden. Bis zum Herbst 1930 lief eine deutsche Kreditschuld gegenüber dem Ausland in Höhe von 25 bis 26 Milliarden RM auf. Die deutsche Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland belief sich auf 13 bis 15 Milliarden RM.

Hauptgläubiger waren die Vereinigten Staaten, aus denen etwa 39 Prozent der deutschen Auslandskredite stammten. Gleichzeitig erwarteten die USA noch Reparationszahlungen aus Deutschland. Aus Frankreich stammten nur 5 Prozent der deutschen Auslandskredite, während Frankreich die höchsten Reparationszahlungen unter allen Siegermächten, nämlich 52 Prozent, erwartete. Eine mögliche Streichung der Reparationszahlungen hätte für Frankreich den Verzicht auf nahezu die gesamten erwarteten Zahlungen aus Deutschland bedeutet. Der außenpolitische Interessenkonflikt zwischen Frankreich und den USA war damit programmiert.

Oberstes außenpolitisches Ziel der deutschen Regierung während der Weimarer Republik war die Verringerung und wenn möglich das Ende der Reparationszahlungen. Innenpolitisch wurde von der Hugenberg-Presse der Hass der Bevölkerung auf die Reparationszahlungen geschürt. Niemand hatte ein Interesse daran, die Bevölkerung über die tatsächlichen Ursachen der Wirtschafts- und Bankenkrise zu informieren, ganz im Gegenteil. Das Mediensystem der Weimarer Republik, allen voran der Hugenberg-Konzern mit seinen Boulevard-Medien, hetzte gegen "das System von Weimar", wo sie nur konnte.

Vor diesem Hintergrund kämpfte die Regierung Brüning um den Young-Plan, der ein letztes Mal die Reparationszahlungen des Deutschen Reichs regeln sollte und 1930 rückwirkend in Kraft trat. Durchschnittlich zwei Milliarden Reichsmark wurden als Annuität festgesetzt. Sie waren zum überwiegenden Teil in Devisen zu zahlen. Bereits 1931 wurde er durch das Hoover-Moratorium wieder ausgesetzt. 1932 hob ihn die Konferenz von Lausanne auf. Doch da war es für die politische Rettung der Weimarer Republik zu spät.

Alfred Hugenberg, Medienzar und Vorsitzender der Deutschnationalen Volksparte (DNVP), nannte den Young-Plan 1929 eine "Maschinerie des Hochkapitalismus zur Unterjochung Deutschlands". Das rechtspopulistische Volksbegehren gegen den Young-Plan scheiterte zwar in der in der zweiten Instanz. Doch der innenpolitische Druck auf die Regierung Brüning wuchs.

Eine bessere Verfassung für die Banken

Seit der Stabilisierung nach der Inflation hatte in der Bankindustrie im Bereich der Großbanken ein horizontaler und vertikaler Konzentrationsprozess stattgefunden. Die drei großen Banken, die DeDi-Bank (1929 fusioniert aus Deutscher Bank und Disconto-Gesellschaft), Dresdner Bank und Danat-Bank (Darmstädter und National-Bank), lagen untereinander in heftigem Konkurrenzkampf. Die Banken waren stark mit dem wirtschaftlichen Erfolg einzelner Konzerne verknüpft. Das wirkte sich verhängnisvoll aus, als die Norddeutsche Wollkämmerei, kurz "Nordwolle", 1931 in Konkurs ging und die Danatbank mit sich riss.

Nach der Inflation 1923 war das Hauptziel der Reichsbank die Stabilisierung der Währung gewesen. Hochzinspolitik und restriktive Diskontpolitik trugen zur Strukturschwäche im Bankensystem bei. Die Banken waren gezwungen, sich aus den ausländischen Geldmärkten zu versorgen, was zunächst keine Probleme schuf, da Deutschland als sicherer Schuldner galt. Auf diese Weise verstießen die Banken nicht nur gegen die "goldene Bankregel", gingen also eine zu hohe Fremdfinanzierung ein und manövrierten sich in eine Liquiditätslücke. Sie gerieten auch in Abhängigkeit von der Reichsbank, die je nach Qualität der bei ihr eingereichten Wechsel entscheiden konnte, ob sie rediskontierte oder nicht. Damit war die Liquidität der Banken in Zeiten restriktiver Währungspolitik gefährdet.

Aus den Erfahrungen der Inflation heraus wurden in den Zwanziger Jahren die Bestimmungen über die Organe und den Geschäftskreis der Reichsbank geschrieben. Das heutige Instrument der Offenmarkt-Politik stand der Reichsbank nicht zur Verfügung. Auch Reichsbankpräsident Hans Luther, der politischen Herkunft nach konservativ, wenn auch parteilos, war von den Erfahrungen der Inflation geprägt. Als Reichswirtschaftsminister war er an der Überwindung der Inflation wesentlich mit beteiligt gewesen. Sein oberstes Ziel war die Stabilisierung der Währung.

Ausgelöst wurde der Run auf Deutschland durch ein innenpolitisches Ereignis: das Ergebnis der Wahlen im September 1930. Um die politische Stabilität in Deutschland fürchtend zogen die Auslandsgläubiger massenhaft kurzfristige Gelder ab. Da die heutige Bankenaufsicht nicht existierte, hatte die Reichsbank keine gesicherten Informationen über das Ausmaß der gesamten kurzfristigen Auslandsverschuldung. Ihre Schätzungen lagen unter dem tatsächlichen, heute annähernd errechneten Wert.

Die eigentlich Bankenkrise begann in Deutschland 1931 mit dem Zusammenbruch der Österreichischen Credit-Anstalt. Es folgten die Danatbank und die Dresdner Bank. Die Menschen misstrauten der wirtschaftlichen Entwicklung und hoben an Bargeld ab, was möglich war; der Run auf die Bankschalter setzte ein.

Nach dem Zusammenbruch der österreichischen Kreditanstalt begleitete die Regierung Brüning die neue Notverordnung vom 5.6.1931 gegen Luthers Rat mit einem beschwörenden Aufruf an die deutsche Bevölkerung, der die innenpolitische Empörung auf die Reparationszahlungen lenkte. Im Ausland wirkte dieser Aufruf wie die Ankündigung des drohenden Bankrotts. Er führte zu weiterem massenhaften Abzug von Auslandsgeldern (zur Chronologie siehe hier).

Die Reichsbank setzte den Diskontsatz auf 15 Prozent herauf, um die Banken zur Auflösung ihrer eigenen Devisenvorräte zu bewegen, anstatt Wechsel bei der Reichsbank zu diskontieren. Nach Eröffnung des Konkursverfahrens gegen die Nordwolle AG und unverändert dramatischem Run ging die Reichsbank, um die Währung zu sichern, wie es die Deckungsvorschrift gebot, zur Kreditrestriktion über. "Kreditrestriktion in der Depression verstärkt jedoch die Depression, da sie zu weiteren Zusammenbrüchen führt" - wie die spätere Wirtschaftstheorie daraus lernte (Born, Bankenkrise S. 110). Kurzfristige Rediskontkredite retteten die Reichsbank noch einmal davor, unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckung von 40 Prozent zu geraten, und ermöglichten ihr, den kommunalen Sparkassen und den Landesbanken noch einmal zur Liquidität zu verhelfen.

Unterdessen führte der Konkurrenzkampf unter den Großbanken, die der Danatbank Unterstützung in Form einer Fusion verweigert hatten, zum Zusammenbruch der Danatbank und zum Sieg der Deutsche-Bank-Gruppe. Seit der Juli-Krise stützte die Reichsregierung Danatbank und Dresdner Bank, bis beide unter dem Titel "Dresdner Bank" fusioniert wurden.

Knifflig für die Banken war die Kreditrestriktionspolitik der Reichsbank. Die Situation der Banken wurde 1931 kurzfristig gerettet durch das Hoover-Moratorium. Ihre langfristige Rettung verdankten sie nach den "Bankfeiertagen" dem Basler Stillhalteabkommen mit den ausländischen Gläubigern vom 18. August 1931. Damit hatte Brüning sein Ziel erreicht: Praktisch bedeutete das Abkommen, das immer wieder verlängert wurde, das erhoffte Ende der Reparationen. Brüning rühmte sich seiner Strategie "die Krankheit zur Waffe zu machen" (Brüning S. 326). Er vergaß jedoch, um in der Metaphorik zu bleiben, die Therapie der Krankheit und den Patienten selbst. Karl-Dietrich Bracher hat das 1971 "Brünings unpolitische Politik" genannt.

Hätte es Alternativen gegeben?

Heinrich Brüning betrieb eine konservative, restriktive Wirtschafts- und Finanzpolitik. Ökonomisch gelang es ihm, durch Stützen der Banken und der Ablösung des Geldumlaufs von stofflicher Deckung der Krise Einhalt zu gebieten. Er führte die Bankenaufsicht ein. Im Rahmen seiner deflationären Politik diktierte er per Notverordnungen Senkungen von Preisen und Löhnen. Damit wurde innenpolitisch ein Bruch mit dem Parlamentarismus in Kauf genommen.

Rein fiskalpolitisch betrachtet tat Brüning das Richtige. Geschichtswissenschaftler und Wirtschaftshistoriker waren sich nach 1945 jedoch weitgehend einig darüber, dass die Aufgabe des Parlamentarismus politisch zum Sturz der Weimarer Republik beitrug. Diesen Konsens kündigte der Wirtschaftshistoriker Knut Borchardt 1979 auf. Er vertrat die These, dass Brüning angesichts des Schuldenproblems der öffentlichen Haushalte gar keine andere Wahl geblieben sei. Borchardts Argumentation, die Lohn- und Sozialpolitik der Weimarer Republik sei zu großzügig gewesen, wurde damals heftig diskutiert und insbesondere von Carl-Ludwig Holtfrerich mit guten Argumenten abgelehnt.

Der damalige Reichsbankpräsident Hans Luther selbst ging von der Notwendigkeit seiner und Brünings Entscheidungen aus. Rein ökonomisch betrachtet beurteilt er in seinen Memoiren eine mögliche frühere Abkehr vom Goldstandard als positiv. Im Wege gestanden seien ihm politische Hindernisse: der Young-Plan, der außenpolitische Druck der Siegermächte. Deshalb seien seine und Brünings Entscheidungen notwendig gewesen.

Wenn es sich wirklich um eine auswärtige Schuldenkrise gehandelt habe, meint der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl, dann sei Borchardts Befund nicht überraschend: "Zum Bezahlen von Auslandsschulden kann man kein Geld drucken." Genauso wenig, so Ritschl, könne ein nach außen überschuldetes Land mit Kreditschöpfung seine eigene Konjunktur ankurbeln.

Saß Deutschland also in der Schuldenfalle? Ritschl, ein Borchardt-Schüler, kommt 2001 zum Ergebnis: "Eine konzeptionell denkbare Alternative zu weiteren Auslandskrediten und fortgesetzter Deflation hätte in einer Abwertung der Reichsmark, also einer einseitigen Aufkündigung des Goldstandards, bestanden." Wahrscheinlich "wäre diese Abwertung jedoch mit massiven Kapitalabzügen beantwortet worden". Ritschls Fazit: "Ohne Brünings Sturz Ende Mai 1930 wäre eine Erholung Deutschlands von der Krise ohne Hitler denkbar gewesen."

Die Folgen

Die Bankenkrise 1931 hat zur Bankenaufsicht und zur staatlichen Stützung der großen Banken geführt. Die "Verordnung über die Bankenaufsicht" vom 19. September besserte einen Fehler bei der Verfasstheit des Bankensystems aus. Nun gab es das "Kuratorium für das Bankgewerbe" mit Vertretern des Reichswirtschaftsministeriums als auch der Reichsbank. An seiner Spitze stand ein Reichskommissar als ausführendes Organ.

Es markiert den Wendepunkt der staatlichen Finanzpolitik bis hin zum heutigen Kreditwesengesetz (KWG), das die Gläubiger schützen und die Kredite sichern soll. 1934 wurde das Gesetz über das Kreditwesen erstmals verabschiedet. Erst 2007 wurde mit "Basel II" die Bankenaufsicht noch einmal verstärkt.

Die eigentlichen Gewinner der Bankenkrise 1931 waren die Großbanken. Die Zahl der kleineren und mittleren Privatbanken hatte erheblich abgenommen, der Konzentrationsprozess praktisch zu einer "Sozialisierung", zur Bankenaufsicht und der staatlichen Stützung der großen Banken geführt. Die Devisenbewirtschaftung, die praktisch von Beamten der Reichbank durchgeführt wurde, ermöglichte es, den Wechselkurs der Reichsmark im Ausland relativ stabil zu halten.

Doch die im Stillhalteabkommen vereinbarten Zugeständnisse an ausländische Gläubiger gingen zum großen Teil zu Lasten der Reichsbank, die damit hart an die Grenze der vorgeschriebenen Mindestdeckung geriet ( Literatur: Habedank S. 227). Die Reichsbank überschätzte ihre Position; noch im Dezember 1931 ließ die wissenschaftliche Abteilung der Reichsbank verlauten: "Man darf wohl sagen, dass in der heutigen Zeit die Position des Schuldners stärker ist als die der Gläubiger."

Unter den Regierungen Papen und Schleicher setzte die Reichsbank im Glauben an einen baldigen Aufschwung den Diskontsatz nochmals herauf, diesmal auf 4 Prozent. Aus dem Rediskontrückhalt finanzierte sie auch die "Öffa-Wechsel" ab 1932. Damit wurden ohne ausreichendes Eigenkapital staatliche Bauvorhaben durchgeführt - ein Deficit Spending, wie es gleichzeitig John Maynard Keynes zur Ankurbelung der Wirtschaft entwickelte. Joseph Schumpeter forderte 1932 wegen der anstehenden Reparationszahlungen zunächst weiterhin zu deflationieren, um danach "das Steuer radikal herumzuwerfen" und zu einer Kreditexpansion zu kommen (zitiert nach Albrecht Ritschl).

Die Ausweitung der Geldmenge beförderte in Deutschland freilich unter den politischen Vorgaben der Nationalsozialisten und ihrem rücksichtslosen "Primat der Politik" die Inflation. Hans Luther, der diese Form der Geldschöpfung ablehnte, wurde am 16. März 1933 durch Hjalmar Schacht abgelöst. Unter den Nationalsozialisten wurde die Geldbeschaffung nach diesem Vorbild ab 1934 mit den Mefo-Wechseln stark ausgeweitet, ohne dass sie in irgendeiner Weise durch die Wirtschaftskraft des Landes gedeckt war.

Auf diesem Weg konnten die Nazis ihre Aufrüstungspolitik finanzieren. Die Banken wurden verpflichtet, Staatsanleihen zu zeichnen oder Staatskredite zu geben. Von der zunehmenden Staatsverschuldung spürte die Bevölkerung zunächst nichts. Sie zahlte die Zeche nach 1945, als die zurückgestaute Inflation mit ihrem wachsenden Geldüberhang zur Währungszerrüttung führte. Erst die Währungsreform von 1948 verringerte die Geldmenge, und die Geschäftsbanken wurden durch die Bereinigung ihrer Bilanzen wieder aktionsfähig.

Und heute?

Wirtschaftshistorisch Gebildeten fallen Parallelen, aber auch Unterschiede zur aktuellen Bankenkrise auf. Werden die Banken wieder die Gewinner sein? "Basel III", das geplante Reformpaket der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, lässt das befürchten (Das Ende der "Great Moderation"?). Max Otte, der gern als "Starökonom" apostrophiert wird, wird deutlicher: "Griechenland ist pleite, wir verstecken das nur." Er fordert einen Staatsbankrott Griechenlands und sieht die Großbanken als Nutznießer: "Unser Geld geht nicht nach Griechenland, Irland oder Portugal - nein, es fließt wieder an die Banken, die sich ein weiteres Mal verzockt haben, diesmal mit griechischen Anleihen. Nutznießer der Rettungspakete sind wieder einmal Investmentbanken und Superreiche." Die Gier der Banker und der Reichen - das ist ein Topos, der bereits mehrere hundert Jahre auf dem Buckel hat (Gier: die Wurzel allen Übels?). Zum Verstehen ökonomischer und politischer Zusammenhänge trägt er nur wenig bei.

Geht es Griechenland heute ähnlich wie Deutschland damals? Der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl empfiehlt heute, gegenüber Griechenland nicht stur auf der Bedienung der Kredite zu bestehen, wenn damit schwache staatliche Strukturen weiter destabilisiert würden.

Wirtschaftskrisen haben letztenendes meist eine Umverteilung von unten nach oben zur Folge. Der international renommierte Wirtschaftshistoriker Harold James warnt: "Das Gefahrenpotential ist sehr groß, dass in der nächsten Krise die Verluste wieder sozialisiert werden." Was wurde in der aktuellen Bankenkrise eigentlich finanziert? "Historisch waren Schuldenberge stets eine Folge militärischer Auseinandersetzungen", sagt Harold James. Nach dem Krieg seien die Schulden dann jeweils gestrichen worden. "Jetzt aber erleben wir eine einmalige Situation: Wir müssen riesige Schulden schultern ohne den Kriegswahnsinn, weil seit der Lehman-Pleite die Schulden der Privatwirtschaft verstaatlicht werden."

James warnt eindringlich vor ökonomischem Nationalismus. Sein Vorschlag: "Man muss einen Europäischen Währungsfonds schaffen. Zudem brauchen wir eine europäische Bankenaufsicht und eine europäische Fiskalpolitik." Literatur

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