Weißes Haus hat keine Kenntnis von Aliens

07.11.2011

Die US-Regierung musste auf zwei Petitionen von Ufologen reagieren, die Antwort fiel knapp aus

Seit Jahrzehnten müssen sich Regierungen, allemal die amerikanische und die britische Regierung, mit Verdächtigungen herumschlagen, dass Außerirdische bereits auf der Erde waren, dies aber von offizieller Seite vertuscht worden sei und weiterhin verheimlicht werde. Von UFOs Faszinierte gibt es überall auf der Welt, Manche glauben auch, Aliens seien schon mitten unter uns, fast täglich werden UFOs gesichtet, auch die Angst geht um, die Fremden aus dem Weltall würden Menschen entführen. Das Thema ist heikel, für Wissenschaftler normalerweise tabu (Wo sind sie nur alle?).

Eine der Urzellen des UFO-Glaubens liegt in der Nähe von Roswell in New Mexico. Im Juni 1947 soll nämlich, so wird von UFO-Enthusiasten gemutmaßt, ein außerirdisches Raumschiff mit toten Aliens dort abgestürzt sein, die Überreste sollen in den berühmt-berüchtigten, lange Zeit geheim gehaltenen Luftwaffenstützpunkt AREA 51 beim Atomwaffentestgelände transportiert worden sein, in das "Mekka für UFO-Jäger und Anhänger von Regierungsverschwörungen", so die FAS (Satellitenbilder vom geheimen Testgelände Area 51). Anlass gab dafür eine Meldung der Luftwaffenbasis vom Juli des Jahres, nach der die Reste einer abgestürzten "fliegenden Untertasse" (flying disk) gefunden worden seien. Schnell wurde am nächsten Tag dann dementiert, es habe sich nur um Teile eines havarierten Höhenballons gehandelt.

Damals war man dann aber doch mit anderem beschäftigt, zum Thema wurde das angeblich abgestürzte Raumschiff erst wieder in den 1970er Jahren (Und ewig grüßt der Alien). Zeitzeugen äußerten die Vermutung, dass beim Absturz auch die Leichen von Aliens geborgen, möglicherweise auch lebende Aliens gefunden wurden, aber dass die Regierung mit allen Mittel versucht hat, das Vorkommnis zu verheimlichen. Angeblich wurden sogar Verträge mit den Aliens geschlossen. Es zirkulierten angebliche Aufnahmen von einer Autopsie der Aliens. Vielfach wurde die Geschichte angereichert, viele Amerikaner sind weiterhin überzeugt, dass es mit den UFOs etwas auf sich hat und dass alle US-Regierungen dies vor der Bevölkerung geheim halten wollen. Dementis und Erklärungen des Pentagon oder der US-Regierung konnten bis heute nicht die Zweifel auslöschen.

Erstmals gab es 1994 dazu eine Stellungnahme des Pentagon (die NSA hat einige Dokumente veröffentlicht). Auch die CIA widmete sich den Ufologen (Die UFOs und die CIA). 2001 wurde, einige Monate vor dem 11.9., der andere Aliens ins Spiel brachte, von einem Physiker das Disclosure Project gegründet, das wissenschaftliche Aufklärung über UFOs und Aliens fordert (Die große Flying Saucer Verschwörung - Informationskrieg gegen extraterrestrische Präsenz?). Weiterhin scheint nach Umfragen ein beträchtlicher Teil der Amerikaner zu glauben, dass Aliens bereits die Erde besucht haben.

Gerade erst sah sich das Weiße Haus aufgefordert, auf zwei Petitionen zu antworten, die die Regierung aufforderten, offiziell zuzugeben, dass Aliens die Erde besucht hätten. Nach einer weiteren sollte die Regierung alle Kommunikation mit Außerirdischen und ihre Kenntnis darüber offenlegen. Besonders viele Menschen haben beide Petitionen nicht gerade unterzeichnet. Etwas mehr als 12.000 haben die eine Petition der Paradigma Research Group nach einer formellen Bestätigung der Präsenz von Aliens unterstützt, in der davon ausgegangen wird, dass die Hälfte der US-Amerikaner glauben würde, es seien Aliens auf der Erde, zudem seien 80 Prozent der Meinung, dass die Regierung dazu nicht die Wahrheit sagt.

Die Antwort der Regierung auf beide Petitionen kam von Phil Larson, einem Mitarbeiter des White House Office of Science and Technology Policy. "Die US-Regierung", so Larson knapp, hat keinen Beweis dafür, dass es Leben außerhalb unseres Planeten gibt oder dass ein extraterrestrisches Wesen einen Angehörigen der menschlichen Rasse kontaktiert oder etwas mit einem solchen zu tun hatte. Überdies gibt es keine glaubwürdige Information, die nahelegt, dass irgendein Beweis der Öffentlichkeit vorenthalten worden wäre." Die Suche nach extraterrestrischem Leben würde gleichwohl durch verschiedene Projekte wie den Satelliten Kepler oder den nächsten Mars-Rover verfolgt. Wissenschaftler würden sagen, die Wahrscheinlichkeit sei ziemlich groß, dass es irgendwo im Universum einen Planeten mit Leben gebe. Wie zu erwarten ist die Paradigm Research Group nicht überzeugt, vor allem sei es inakzeptabel, wenn ein so niedriger Angestellter des Weißen Hauses die Petition beantwortet. Also will man eine neue stellen.

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