Kommen die Hunde ursprünglich aus China?
Wissenschaftler vermuten nach Genanalysen, dass die Domestikation der Hunde in der Region südlich des Jangtse geschehen ist
Bislang gingen die Theorien meist davon aus, dass die Hunde vor langer Zeit irgendwo in Afrika oder im Mittleren Osten domestiziert wurden. Hunde, die vom Wolf abstammen, sind die Tiere, die am längsten mit den Menschen zusammenleben, möglicherweise schon mehr als 100.000 Jahre, da sich vor etwa 135.000 Jahren genetisch der Wolf und der Hund zu trennen begonnen haben. Vielleicht also haben die Hunde einen wichtigen Anschub für die Kultur des Menschen gespielt.
Schwedische und chinesische Wissenschaftler wollen nun mit einer Genanalyse von weltweit gesammelten Proben von 151 Hunden, 12 Wölfen und 2 Kojoten herausgefunden haben, wie sie in der Zeitschrift Heredity berichten, wo die ersten Hunde domestiziert wurden. Sie haben die genetischen Spuren aufgrund der DNA-Analyse des mänlichen Y-Chromosoms nach Südostasien zurückverfolgt, genauer ausgerechnet nach China. Südlich des Flusses Jangtse soll die wahrscheinlichste Region (ASY) sein, wo die Menschen die Wölfe domestiziert oder die Wölfe sich den Menschen angeschlossen haben, was vermutlich erst einmal eher der Fall war. Wahrscheinlich haben die Menschen erst sehr viel später, vielleicht mit der Sesshaftigkeit, begonnen, Hunde gezielt zu züchten.
Die aus der genetischen Analyse des Y-Chromosoms gewonnenen Hinweise bestätigen die Ergebnisse aus der Analyse der mitochondrialen DNA, so Peter Savolainen. 2009 waren Savolainen und Kollegen in einer Studie darauf gestoßen, dass nach der mitochondrialen DNA der Hund aus der Gegend südlich des Jangtse stammt. Während alle Hunde fast 50 Prozent der Gene gemeinsam haben, wiesen die Hunde aus der ASY-Region die größte genetische Vielfalt auf.
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Zwar war gerade eine Studie veröffentlicht worden, die den Ursprung der Hunde in den Mittleren Osten verlegte. Das sei aber nur deswegen geschehen, weil hier keine Proben aus dem südostasiatischen Raum untersucht worden seien. Das wirft auch wieder einen Blick auf die Entstehung von wissenschaftlichen Tatsachen, die immer auch davon abhängig sind, welche Daten man einbezieht. Geht man etwa davon aus, dass Hunde nicht aus Asien, sondern eben aus Afrika oder dem Mittleren Osten stammen müssen, dann kann auch die empirische Bestätigung danach ausfallen.
Umgekehrt könnte Savolainen, der bereits 2002 die These vom chinesischen Ursprung aufstellte, besonders nach Beweisen für diese suchen. So gingen die Wissenschaftler von der Entstehung der Hunde vor bis zu 16.000 Jahren nach archäologischen Hinweisen aus, was die Berechnung verfälscht haben könnte. Andererseits gibt es eben keine archäologischen Hinweise auf die Domestizierung von Hunden in der ASY-Region. Man könnte sie bislang übersehen haben, sagen die Wissenschaftler, weil man nicht danach gesucht hat.
http://www.heise.de/tp/artikel/35/35963/1.html- Re: Lösungswege (30.11.2011 23:57)
- Lösungswege (30.11.2011 11:31)
- Re: Dienstaufsichtsbeschwerde? - Zu umfangreich - also Antwort in Teilen! (30.11.2011 10:05)
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