"Es lebe der Tod!"
Der mystische und mörderische Faschismus des Corneliu Codreanu und der Eisernen Garde
Corneliu Zelea Codreanu gehört zu den charismatischsten Gestalten des Faschismus zwischen den Weltkriegen. Für seine Anhänger war er ein Held und Heiliger. Die Loyalität der frommen und fanatischen Parteigänger der "Eisernen Garde", wie die rumänische "Legion "Erzengel Michael"" auch genannt wurde, ihrem Kapitän ("Căpitanul") Codreanu gegenüber war absolut. Die Legionäre waren genauso bekannt für ihre Hingabebereitschaft und ihren Idealismus wie für ihren Antisemitismus und ihre Neigung zu terroristischer Gewalt. Die mit Revolvern bewaffneten Todesschwadronen der Legion versetzten deren Gegner in Angst und Schrecken. Parolen wie "Es lebe der Tod!" dokumentieren, dass den Legionären auch ihr eigenes Leben wenig wert war. Manchem leuchtet der Stern Codreanus trotzdem auch heute noch. In manchen Zirkeln ist er eine Kultfigur.
Corneliu Zelea Codreanu wird am 13. September 1899 als Sohn von Ion Zelea Codreanu und Elizabeth Brunner geboren. Sein Vater, ein Lehrer, sollte später eine Rolle in der Bewegung seines Sohnes spielen. Ursprünglich war Codreanu Senior aus der Bukowina in Österreich-Ungarn und hieß Zelinski.
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| Corneliu Zelea Codreanu |
Ab 1912 besucht Codreanu das Militärlyzeum von Mănăstirea Dealului. Hier entwickelt er seine lebenslange Vorliebe für militärische Disziplin.
Im August 1916 tritt Rumänien auf der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Codreanu meldet sich als Freiwilliger, wird aber wegen seines jugendlichen Alters abgelehnt. Vom September 1917 bis zum Juli 1918 bereitet er sich an der Infanterieschule Botosani auf den Kriegseinsatz vor, zu dem es aber nicht mehr kommt, weil im Mai 1918 die Kriegshandlungen zwischen Rumänien und den Mittelmächten eingestellt werden.
Ab dem September 1919 studiert er an der Universität von Jassy Jura. Er wird stark von dem antisemitischen Professor der Volkswirtschaftslehre Alexandru C. Cuza beeinflusst.
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| Alexandru C. Cuza |
1919 nimmt er an Treffen der kleinen "Garde des Nationalen Bewusstseins" (Garda Conştiinţei Naţionale) teil. Die Gardisten sind als Streikbrecher aktiv, treten aber auch für mehr Arbeiterrechte ein.
Codreanus Aktivismus nimmt schon damals häufig gewalttätige Formen an. Er dringt mit einigen seiner Kameraden beispielsweise in die Redaktionen linker und liberaler Zeitschriften ein und zertrümmert die Setzmaschinen.
Der Senat der Universität verweist ihn schließlich von der Hochschule. Die juristische Fakultät erkennt das Urteil jedoch nicht an. Codreanu kann deshalb weiterstudieren. Nach drei weiteren Jahren legt der aufmüpfige Student seine juristische Staatsprüfung ab. Er bekommt aber vom Rektorat der Universität Jassy niemals sein Diplom ausgehändigt. Mit einem Zeugnis der juristischen Fakultät kann er aber trotzdem in die rumänische Rechtsanwaltskammer aufgenommen werden.
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1922 studiert er kurz in Berlin und Jena. In Berlin hört er zum ersten Mal von Adolf Hitler. Anfang Dezember erreicht Codreanu die Nachricht, dass in allen rumänischen Universitätsstädten Studentenunruhen mit Straßendemonstrationen und antisemitischen Kundgebungen stattfinden. Am 10. Dezember beschließen Delegierte aller rumänischen Universitäten den Generalstreik. Sie fordern einen Numerus Clausus für Juden an den Hochschulen.
Codreanu eilt zurück nach Rumänien. Er setzt sich dafür ein, dass sich die Studenten eine straffe Organisation geben.
Am 4. März 1923 wird Professor A.C. Cuza zum Vorsitzenden der "Liga zu christlich-nationaler Verteidigung" (Liga Apărării Naţionale Creştine - LANC) gewählt.
Im März 1923 erhalten Juden durch eine Verfassungsänderung die gleichen staatsbürgerlichen Rechte wie andere Rumänen garantiert. Codreanu organisiert Proteste gegen diesen "Volksverrat". Es kommt zu Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär und zu Judenpogromen. Codreanu wird als Rädelsführer verhaftet, aber bald freigelassen.
Die Studentenschaft bleibt weiter in Aufruhr. Codreanu reist am 17. September nach Bukarest, um für eine Gruppe von Bauern beim Ministerpräsidenten Bratianu vorstellig zu werden. Er erreicht aber nichts für sie.
Enttäuscht treffen sich Codreanu und einige Getreue in Jassy und beschließen, mit Pistolen bewaffnet nach Bukarest zu fahren und dort Repräsentanten des öffentlichen Lebens als Volksverräter zu liquidieren. Als man sich am 8. Oktober trifft, um Einzelheiten festzulegen, stürmt die Polizei das Gebäude. Alle werden verhaftet. Codreanu gesteht die Pläne der Verschwörer.
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Es folgt eine monatelange Haft im Staatsgefängnis Vacaresti. In der Gefängniskapelle ist ein Gemälde des Erzengels Michael, das Codreanu absolut fasziniert. Während seiner Gefangenschaft arbeitet er einen genauen Plan für eine Jugendorganisation aus, die unter dem Zeichen des Erzengels stehen soll.
Im März 1924 werden die Verschwörer in einem Gerichtsprozess überraschenderweise freigesprochen. Noch am selben Tag erschießt der Legionärsführer Ion Moţa den Mann, der die Verschwörer an die Polizei verraten hatte. Er wird aber schließlich von der Anklage des Mordes freigesprochen werden.
Wieder in Freiheit ist Codreanu mit verstärkter Repression konfrontiert. Er und einige seiner Männer werden von einem Polizeikommando unter der Führung des Polizeipräfekten Manciu misshandelt. Trotz starker Proteste der Öffentlichkeit bekommt Manciu einen Orden und die anderen beteiligten Polizisten werden befördert.
Am 25. Oktober vertritt Codreanu am Bezirksgericht von Jassy einen Kameraden, der von Manciu gefoltert worden war. Der tritt mit seinen Polizisten auf. Es kommt zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf Codreanu Manciu erschießt und einige seiner Polizisten schwer verwundet.
Codreanu wird im nachfolgenden Prozess jedoch vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Die Geschworenen erkennen auf Notwehr.
Langsam verschärft sich der Konflikt zwischen Codreanu und seinem Mentor Professor Cuza. Codreanu wünscht sich die Liga zu christlich-nationaler Verteidigung als militärisch strukturierte Kadergruppe, während sie nach Cuza als Mitgliederorganisation jedem Interessenten offen stehen soll.
Damit es nicht zum offenen Bruch kommt, geht Codreanu im Herbst 1925 nach Frankreich an die Universität Grenoble, um seinen Doktor zu machen. 1927 erreicht ihn dort die Nachricht, dass sich die Liga gespalten hat. Codreanu eilt nach Bukarest, aber der Riss lässt sich nicht mehr kitten.
Am 24. Juni 1927 gründet Corneliu Zelea-Codreanu mit einigen Vertrauten die Legion "Erzengel Michael" (Legiunea Arhanghelul Mihail). An Fanatismus lässt sich die neue Organisation nicht übertreffen. Ein wichtiges Merkmal ist ihre dezidierte Frömmigkeit orthodoxer Provenienz. Dieses religiöse Pathos wird auch auf die rumänische Nation übertragen. Der Legionär ist bereit, sich buchstäblich bis zum Tode für sein Land aufzuopfern. Sogar sein Seelenheil lässt er fahren, wenn er terroristische Akte wie Morde für die geheiligte Sache begeht. Die einfachen Bauern Rumäniens bringen dem Kapitän, der mit seinen Legionären auf zahlreichen Propagandamärschen durch die Dörfer für seine Sache wirbt, eine fast religiöse Verehrung entgegen. Ihr Herz gewinnen die Legionäre auch durch ihre Arbeitslager, wo sie unentgeltlich der einfachen Bevölkerung helfen, Dämme, Straßen und Kirchen zu bauen. Eine hervorstechende Eigenschaft der Legion ist ihr Antisemitismus. Sie wird immer wieder Pogrome gegen Juden durchführen.
Am 13. April 1930 gründet Codreanu die "Eiserne Garde" (Garda de Fier) als Wehrformation seiner Organisation. Später wird man diesen Namen aber einfach für die ganze Legion benutzen.
Am 6. Juni 1930 kommt Prinz Carol überraschend aus dem Exil zurück. Am 8. Juni wird er als Carol II neuer rumänischer König. Er wird zum direkten Gegenspieler von Codreanu werden.
Codreanus Ziel ist es nun, eine Repräsentanz der Legion im Parlament zu erreichen. Da die Legion gerade wieder verboten ist, kandidiert er unter der Bezeichnung "Gruppe Zelea Codreanu". Im Juli 1931 zieht er ins Parlament ein.
Auf den wachsenden Einfluss der Legion reagiert der Staat mit Repression, die Legionäre mit Gegengewalt. Im November 1933 übernimmt ein Kabinett der Liberalen unter dem Ministerpräsidenten Duca die Regierung. Für den 29. September 1933 werden Neuwahlen angesetzt. Duca setzt den ganzen Polizeiapparat gegen die Legion ein. Sie wird für aufgelöst erklärt und 18.000 Legionäre werden verhaftet. Drei Mitglieder der Legion werden getötet, als sie Widerstand leisten.
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| Ion Gheoghe Duca |
In der Nacht zum 29. Dezember wird Duca erschossen. Die Täter erhalten lebenslange Freiheitsstrafen. Sie genießen in Legionärskreisen bald kultische Verehrung.
Codreanu etabliert 1935 die Partei "Alles für das Land" (Totul Pentru Ţară - TPŢ), um das Verbot paramilitärischer Gruppen zu umgehen.
Im Januar 1937 werden die Legionären Führer Ion Moţa und Vasile Marin, die im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten Francos gefallen sind, nach Rumänien überführt. Das wird ein riesiger Triumphzug für die Legion. Tausende und Abertausende erweisen den "Märtyrern" im Kampf gegen den Kommunismus die letzte Ehre.
Bei den Wahlen am 20. Dezember 1937 wird die TPŢ Codreanus mit 15, 58 Prozent drittstärkste Partei. Nach einer kurzen Zeit mit Octavian Goga als Ministerpräsident werden Neuwahlen ausgeschrieben. Codreanu ist sehr siegessicher. König Carol schlägt die Bildung einer Koalitionsregierung unter Einbezug des Legionärsführers vor, der aber ablehnt.
Am 10. Februar 1938 kommt es zu einem Staatsstreich des Königs. Am 20. Februar wird eine neue Verfassung veröffentlicht, die die königliche Stellung enorm stärkt. Alle Parteien werden aufgelöst. In einer Abstimmung nehmen 99 % der Wähler die neue Verfassung an.
Am 21.2.1938 löst Codreanu seine Partei "Alles für das Vaterland" schließlich auch selbst auf, nachdem ihm bekannt geworden ist, dass Außenminister Istrate Misescu einen Mordanschlag gegen ihn geplant hat. In der Regierung wachsen Ängste bezüglich Codreanu, als der anlässlich des Anschlusses von Österreich an das "Dritte Reich" Hitler ein Glückwunschtelegramm schickt. Auch hatte er erklärt, dass Rumänien 48 Stunden nach dem Sieg der Legion ein enges Bündnis mit Berlin und Rom haben werde.
Professor Nicolae Iorga startet eine Pressekampagne gegen Codreanu. Er unterstellt ihm die Aufforderung zu terroristischen Gewalttaten. Es ist von Waffenfunden die Rede. Als Codreanu ihm entgegnet, wird er wegen Beleidigung Iorgas zu 6 Monaten Gefängnis verurteil.
Nun wird der Legionärsführer vor ein Kriegsgericht gestellt. Die Anklage lautet auf Hochverrat, die Verbindung mit einer ausländischen Organisation (der NSDAP) und Unterhaltung einer quasimilitärischen Geheimorganisation. Codreanu wird zu einer Gefängnisstrafe von 10 Jahren verurteilt.
Es folgen Hausdurchsuchungen bei 30 000 Legionären und einige tausend Festnahmen, darunter ist die gesamte Führungsspitze der Legion. Als Folge kommt es zu Ausschreitungen, die Codreanu aber nicht billigt.
Außenminister Misescu macht der Legion den Vorschlag, König Carol als Führer zu akzeptieren, was aber abgelehnt wird.
Am 30. November gibt es ein Communiqué, nachdem Codreanu und dreizehn weitere Führer der Legion während einer Überführungsfahrt vom Gefängnis Ramnicu-Sarat nach Bukarest-Jilava in der Nacht vom 29. auf den 30. November auf der Flucht erschossen wurden.
Tatsächlich wurden sie erwürgt und zur Sicherheit wurde auf sie geschossen.
Carol hatte sich am 24. November von Hitler in Berchtesgaden zusichern lassen, dass der sich in der rumänischen Politik auf ihn stützen werde. So glaubte er freie Hand in der Auseinandersetzung mit der Legion zu haben.
Die Nachricht vom Tode Codreanus ruft in der rumänischen Gesellschaft eine ungeheure Erregung hervor. Die Legion sinnt auf Rache. Am 21. September erschießen Legionäre den Innenminister Calinescu. Es kommt staatlicherseits zu massiven Vergeltungsmaßnahmen. In jedem Bezirk werden Legionäre erschossen.
Im September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Rumänien erklärt sich als neutral. Ab dem Frühjahr 1940 versucht König Carol eine Aussöhnung mit der Legion. Man beginnt, Mitglieder niederen Ranges der Legion aus den Konzentrationslagern zu entlassen.
Ende Mai 1940 lehnt sich Rumänien stärker an das in Frankreich siegreiche Deutschland an und schließt mit ihm den ÖL-Waffen-Pakt. Carol kündigt die englisch-französische Garantierklärung auf. Er öffnet die staatliche Einheitspartei für Legionäre. Legionärsführer Horia Sima fordert im Juni alle Legionäre auf, der Staatspartei beizutreten. Sima tritt kurzeitig in die neu gebildete Regierung Gigurtu ein.
Die Sowjetunion fordert die Abtretung von Bessarabien und der Bukowina. König Carol bittet darauf hin um eine Garantie der rumänischen Grenzen durch Deutschland und die Entsendung einer deutschen Militärmission.
Auch Bulgarien und Ungarn stellen Gebietsansprüche. Nach Verhandlungen kommt es auf Betreiben Hitlers am 30. 08. 1940 zum "Zweiten Wiener Schiedsspruch", wonach Rumänien ein Drittel seines Staatsgebietes an die Verhandlungspartner abgeben muss. Das hat auf die Bevölkerung Rumäniens eine niederschmetternde Wirkung.
General Ion Antonescu verlangt vom König diktatorische Vollmachten und dessen Abdankung. Carol folgt dem und flieht außer Landes. Am 14 September wird Rumänien zum "Nationallegionären Staat" erklärt, mit der Legion als einziger legaler Partei.
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| Ion Antonescu und Corneliu Zelea Codreanu |
Das Verhältnis zwischen der Legion und General Antonescu ist von Anfang an gestört. Die Legion nutzt die neue Macht, um ihre Gegner auszuschalten und wird immer unkontrollierbarer. Antonescu erhält einen Geheimdienstbericht, nachdem ihn ein legionäres Todeskommando umbringen soll. Davon unabhängig tritt Rumänien am 23. November 1940 dem Dreimächtepakt bei und lässt die deutsche Seite von der Bereitschaft zum gemeinsamen Kampf gegen die Sowjetunion wissen. Antonescu lässt sich von Hitler versichern, dass er für ihn die Option darstellt, die Stabilität in Rumänien gewährleistet.
Als Legionäre sich daran machen, im Gefängnis von Jilava die Leichen von Codreanu und seinen Mitopfern zu exhumieren, entdecken sie, dass Vertreter des alten Königsregimes in der Haftanstalt einsitzen. In der Nacht vom 26. auf den 27. November stürmt ein Legionärskommando das Gefängnis und tötet unter anderem den ehemaligen Ministerpräsidenten Arghesanu.
Generals Antonescu ist angesichts dieses Massakers außer sich. Es werden zusätzlich am nächsten Tag die Leichen des ehemaligen Ministerpräsidenten Nicolae Iorga und eines Mitarbeiters gefunden.
Am 30. November 1940 gibt es ein Staatsbegräbnis mit viel Pathos und Pomp für Codreanu und seine Mitopfer, bei dem auch Vertreter des deutschen Reiches und - zähneknirschend - Antonescu teilnehmen.
Die Exzesse der Legion werden immer schlimmer. In Constanza errichtet man einen Schandpfahl, an dem man Juden tagelang festbindet, kastriert und erfrieren lässt. Es gibt unzählige Aufmärsche für die Toten der Legion und man beantragt als Höhepunkt der Hybris die Kanonisierung Codreanus als Heiligen der orthodoxen Kirche, was diese allerdings verweigert.
Die Legion wendet sich immer mehr gegen Antonescu und es werden Vorbereitungen für einen Staatsreich getroffen. Antonescu holt sich bei den Deutschen Rückendeckung für die kommende Auseinandersetzung.
Der General entfernt schließlich Funktionäre der Legion aus öffentlichen Positionen. Die besetzen ihre Ämter und verweigern ihren Austausch. Der rumänische Rundfunk wird besetzt, die Nester der Legion sind in Alarmbereitschaft. Antonescu handelt schließlich: Vom 21. - 23. Januar 1941 geht das Militär gegen die Legionäre vor. Am 15. Februar 1941 wird der Nationallegionäre Staat offiziell aufgelöst.
Hunderte von Legionären werden, oft in Uniformen der SS, von Deutschen außer Landes geschafft und so dem Zugriff des Militärs entzogen. Sie kommen in verschiedenen Konzentrationslagern in eine meist recht milde Schutzhaft.
Am 22. Juni 1941 beginnt unter Teilnahme rumänischer Truppen der deutsche Feldzug gegen die Sowjetunion. Am 22. August 1944 schließt Antonescu einen Waffenstillstand mit der UdSSR und wird am Tag darauf gestürzt. Die Deutschen bilden darauf aus exilierten Legionären unter Horia Sima eine Gegenregierung. Das bleibt jedoch, da das Kriegsglück die Deutschen endgültig verlassen hat, nur ein Intermezzo.
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| Ion Antonescu und Horia Sima saltieren uner dem Porträt Codreanus (1940) |
Trotz ihres Scheiterns ist das Erbe der Eisernen Garde bis heute wirksam. Codreanu ist für einige eine Kultfigur. In einer rumänischen Fernsehumfrage wurde er 2006 auf Platz 22 in der Reihe der größten Rumänen aller Zeiten gewählt. Der Unternehmer und Politiker George "Gigi" Becali von der rumänischen "Partidul Noua Generaţie - Creştin Democrat" (Partei der Neuen Generation - Christdemokraten), hat bekannt, Codreanu zu bewundern und hat eine Parole der Eisernen Garde im Wahlkampf verwendet
Codreanu gehört zum festen ideologischen und ikonographischen Bestand heutiger faschistischer Organisationen. In Rumänien steht in der Tradition der Eisernen Garde vor allem die "Noua Dreaptă" (Neue Rechte). Codreanu hatte seinen Platz im weltanschaulichen Fundus der britischen "International Third Position" (ITP). Auch im italienischen Neofaschismus ist er, unter anderem durch Theoretiker wie den Rumänienkenner Claudio Mutti, stark präsent. Bis heute ist der mystische und mörderische Faschismus des Corneliu Codreanu und der Eisernen Garde also für viele attraktiv - und somit eine Gefahr.
"Kult" ist Codreanu bei einer Reihe von Darkwave-Musikern - wobei umstritten ist, inwieweit man ihn dort verehrt oder zur Provokation nutzt. Vor zehn Jahren drehte sich mit dem Sampler Codreanu: Eine Erinnerung An Den Kampf, an dem sich Ambient-, Industrial-, Neofolk- und Neoklassik-Bands beteiligten, sogar ein ganzes Album um ihn.
http://www.heise.de/tp/artikel/35/35973/1.html- Re: Reaktionäre unter sich (26.2.2012 18:30)
- Re: Geschenkt (26.2.2012 15:04)
- Re: Reaktionäre unter sich (26.2.2012 12:42)
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