Mitt Romney siegt in New Hampshire vor Ron Paul

11.01.2012

Rick Santorum kann von seinem Erfolg in Iowa nur bedingt profitieren und kommt im "Granitstaat" lediglich auf etwa 10 Prozent

Die Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire ging ohne größere Überraschungen zu Ende: Mitt Romney, der Kandidat des republikanischen Establishments, der in Umfragen bei Werten zwischen 30 und 45 Prozent lag, siegte mit voraussichtlich 38 Prozent. Daran konnten auch Negativkampagnen seiner Gegner nichts ändern, die seine Tätigkeit bei der "Heuschrecke" Bain Capital zum Thema machten, wobei ihnen auch Romneys während einer Wahlkampfrede gesprochener Satz "Ich möchte Leute feuern können" als Munition diente. Den hatte der Mormone allerdings im Zusammenhang mit der Kündigung von Versicherungen gebraucht - und nicht mit der von Arbeitnehmern.

Zweiter wurde in dem Ostküstenstaat, in dem weniger evangelikale Wähler leben als im Süden und im Zentrum, der Libertäre Ron Paul, der auf ungefähr 24 Prozent der Stimmen kam und damit deutlich vor Jon Huntsman landete, der sich mit etwa 17 Prozent zufriedengeben musste. Für den von einer Ron-Paul-Unterstützergruppe als "Manchurian Candidate" angegriffenen ehemaligen amerikanischen Botschafter in Peking ist dieser dritte Platz enttäuschend, weil er sich ganz auf New Hampshire konzentriert hatte. Huntsman, der nun früher oder später aufgeben dürfte, wurde in deutschen Medien zwar teilweise als eine Art sozialliberaler Exot dargestellt, unterscheidet sich aber in Kernpunkten nur bedingt von seinen Mitbewerbern: In Utah führte er als Gouverneur eine Flat Tax ein und seine Verehrung für Ronald Reagan stellte er sogar noch stärker in den Vordergrund als andere Kandidaten.

Mitt Romney. Foto: Jessica Rinaldi. Lizenz: CC BY 3.0.

Für Rick Santorum, der um die 10 Prozent erreichte, ist das Ergebnis gleichermaßen enttäuschend: Es zeigt nämlich, dass er die Stimmen der "Mistgabel-Republikaner" trotz seines Überraschungserfolgs in Iowa nicht auf sich vereinigen konnte. Zu diesem Effekt beigetragen haben dürfte auch die nach seinem Auftauchen aus der Deckung angelaufene Negativkampagne, die sich unter anderem mit einer sechsstelligen Summe an staatlichen Fördergeldern beschäftigte, die er in Pennsylvania für den elektronischen Fernunterricht seiner Kinder bezog, obwohl seine Familie im Förderzeitraum bereits in Virginia lebte. Andere Angriffe betrafen hohe Subventionen, die er als Senator nach Pennsylvania fließen ließ, einen Kuhhandel, der zur Folge hatte, dass er für die berüchtigte "Brücke nach nirgendwo" stimmte, und seine außerordentlich gut bezahlte Tätigkeit für einen Gesundheitsdienstleister mit zweifelhaftem Ruf.

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Newt Gingrich, der ebenfalls auf etwa 10 Prozent kam, und Rick Perry, der "Marlboro-Mann für Nichtraucher", der New Hampshire in seinem Wahlkampf aussparte und bei nur einem Prozent landete, konzentrieren sich auf die nächste Vorwahl in Südkarolinien. Gingrich wurde am Sonntag die besondere Ehre zuteil, Zentrum eines Gags in der neuen Simpsons-Folge zu werden, die sich unter anderem mit der Tea Party beschäftigt. Darin rechtfertigt Homer, der eine Art Glenn-Beck-Show im Fernsehen bekommt, seine Auftritte unter anderem damit, dass die Leute ja merken würden, dass er nur eine Kunstfigur spiele - "so wie Stephen Colbert oder Newt Gingrich".

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