14 Tipps für effizienteren Klimaschutz
Statt hauptsächlich um die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes sollte sich die Menschheit besser darum bemühen, weniger Methan und Ruß freizusetzen - so ließe sich der Klimawandel am billigsten und am schnellsten aufhalten
Dass der Welt wohl eine Klimaerwärmung bevorsteht, bestreiten nicht einmal die größten Zweifler. Uneinigkeit besteht allerdings in der Weltgemeinschaft darüber, wer die Kosten übernimmt, dieses Risiko zu senken - und wie man die Erde am besten davor schützt.
Das Problem besteht nicht nur darin, dass Industrie- und Entwicklungs-Nationen in unterschiedlichem Maß zur Klimaerwärmung beitragen (und in der Vergangenheit beigetragen haben), so dass eine gewisse Klima-Gerechtigkeit schwer zu erreichen ist.
Eine weitere Schwierigkeit ist auch, dass man an ganz vielen Schräubchen drehen kann, mit Maßnahmen, die unterschiedliche Kosten verursachen und verschiedene Resultate erwarten lassen. Lohnt es sich wirklich, den CO2-Ausstoß eines aktuellen Mittelklasse-PKW um 10 g pro Kilometer zu senken?
400 potenzielle Maßnahmen genauer betrachtet
Ein internationales Forscherteam hat sich nun insgesamt 400 potenzielle Maßnahmen gegen den Klimawandel genauer angesehen - im Wissenschaftsmagazin Science breiten die Wissenschaftler ihre Folgerungen aus, die sie mit umfassenden Modellrechnungen untermauern.
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Dabei stellt sich heraus, dass die cleverste Strategie darin bestünde, sich um zwei Phänomene zu kümmern, die Klimaerwärmung und Luft-Qualität gleichermaßen betreffen, nämlich den Ausstoß von Methan und den von schwarzem Kohlenstoff, vulgo Ruß. Bei der Analyse der 400 möglichen Eingriffsstrategien stand eine Verringerung der Klimaerwärmung im Vordergrund, nicht die Verbesserung der Luftqualität. Aber trotzdem ergibt sich, so die Forscher, eine Win-Win-Situation sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch für die der Erde insgesamt.
Konkret haben die Forscher diese 14 Maßnahmen identifiziert, die in der Kosten-Nutzen-Rechnung am besten abschneiden:
- Verbesserte Methan-Extraktion aus der Abluft von Kohleminen
- Gründliches Auffangen und Nutzen von bei der Öl- und Gas-Förderung entstehenden Emissionen
- Reduktion von Gaslecks bei Langstrecken-Pipelines
- Trennung und Aufarbeitung von städtischem Biomüll sowie Auffangen von aus Deponien entweichendem Gas
- Verbesserung der Abwasser-Behandlung, so dass auch Gase abgeschieden werden
- Verringerung der Methan-Emissionen von Nutztieren in der Landwirtschaft
- Regelmäßige Belüftung von dauerhaft gefluteten Reisfeldern
- Weltweite Nutzung von Diesel-Partikelfiltern auf Euro-6-Standard
- Einführung sauber brennender Biomasse-Koch- und Heizöfen in Entwicklungsländern
- Ersetzung traditioneller Ziegel-Brennöfen durch Hoffmann-Ringöfen
- Ersetzung traditioneller Kochherde durch solche mit Abwärme-Aufbereitung und Schornstein-Filtern
- Eliminierung von Fahrzeugen mit hohen Emissionen
- Verbot des Verbrennens von landwirtschaftlichen Abfällen
- Substitution traditioneller Biomasseöfen in Entwicklungsländern mit modernen Brennstoffen (Gas)
Würde man diese 14 Strategien tatsächlich umsetzen, ergäben sich beeindruckende Ergebnisse - das zeigen jedenfalls die Modellrechnungen. Nicht nur, dass die mittlere Erwärmung bis 2050 um 0,5 Grad reduziert würde: Es ließen sich auch zwischen 0,7 und 4,7 Millionen Todesfälle vermeiden, die sonst auf das Konto der Luftverschmutzung gingen.
Die weltweiten Ernteerträge stiegen ab 2030 durch den verringerten Ozonausstoß um 30 bis 135 Millionen Tonnen jährlich. Pro Tonne Methan, die weniger in der Atmosphäre freigesetzt wird, ergibt sich ein Nutzen von 700 bis 5000 US-Dollar - bei Kosten von etwa 250 Dollar. Das Risiko, die Zwei-Grad-Grenze bei der Klimaerwärmung zu überschreiten, sänke deutlich.
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36218/1.html- Re: 15. Tipp (23.1.2012 18:38)
- Antwort ist einfach: Dummschwafeln (20.1.2012 1:54)
- 15. Tipp (15.1.2012 17:58)
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