14 Tipps für effizienteren Klimaschutz

13.01.2012

Statt hauptsächlich um die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes sollte sich die Menschheit besser darum bemühen, weniger Methan und Ruß freizusetzen - so ließe sich der Klimawandel am billigsten und am schnellsten aufhalten

Dass der Welt wohl eine Klimaerwärmung bevorsteht, bestreiten nicht einmal die größten Zweifler. Uneinigkeit besteht allerdings in der Weltgemeinschaft darüber, wer die Kosten übernimmt, dieses Risiko zu senken - und wie man die Erde am besten davor schützt.

Das Problem besteht nicht nur darin, dass Industrie- und Entwicklungs-Nationen in unterschiedlichem Maß zur Klimaerwärmung beitragen (und in der Vergangenheit beigetragen haben), so dass eine gewisse Klima-Gerechtigkeit schwer zu erreichen ist.

Eine weitere Schwierigkeit ist auch, dass man an ganz vielen Schräubchen drehen kann, mit Maßnahmen, die unterschiedliche Kosten verursachen und verschiedene Resultate erwarten lassen. Lohnt es sich wirklich, den CO2-Ausstoß eines aktuellen Mittelklasse-PKW um 10 g pro Kilometer zu senken?

400 potenzielle Maßnahmen genauer betrachtet

Ein internationales Forscherteam hat sich nun insgesamt 400 potenzielle Maßnahmen gegen den Klimawandel genauer angesehen - im Wissenschaftsmagazin Science breiten die Wissenschaftler ihre Folgerungen aus, die sie mit umfassenden Modellrechnungen untermauern.

Dabei stellt sich heraus, dass die cleverste Strategie darin bestünde, sich um zwei Phänomene zu kümmern, die Klimaerwärmung und Luft-Qualität gleichermaßen betreffen, nämlich den Ausstoß von Methan und den von schwarzem Kohlenstoff, vulgo Ruß. Bei der Analyse der 400 möglichen Eingriffsstrategien stand eine Verringerung der Klimaerwärmung im Vordergrund, nicht die Verbesserung der Luftqualität. Aber trotzdem ergibt sich, so die Forscher, eine Win-Win-Situation sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch für die der Erde insgesamt.

Konkret haben die Forscher diese 14 Maßnahmen identifiziert, die in der Kosten-Nutzen-Rechnung am besten abschneiden:

  1. Verbesserte Methan-Extraktion aus der Abluft von Kohleminen
  2. Gründliches Auffangen und Nutzen von bei der Öl- und Gas-Förderung entstehenden Emissionen
  3. Reduktion von Gaslecks bei Langstrecken-Pipelines
  4. Trennung und Aufarbeitung von städtischem Biomüll sowie Auffangen von aus Deponien entweichendem Gas
  5. Verbesserung der Abwasser-Behandlung, so dass auch Gase abgeschieden werden
  6. Verringerung der Methan-Emissionen von Nutztieren in der Landwirtschaft
  7. Regelmäßige Belüftung von dauerhaft gefluteten Reisfeldern
  8. Weltweite Nutzung von Diesel-Partikelfiltern auf Euro-6-Standard
  9. Einführung sauber brennender Biomasse-Koch- und Heizöfen in Entwicklungsländern
  10. Ersetzung traditioneller Ziegel-Brennöfen durch Hoffmann-Ringöfen
  11. Ersetzung traditioneller Kochherde durch solche mit Abwärme-Aufbereitung und Schornstein-Filtern
  12. Eliminierung von Fahrzeugen mit hohen Emissionen
  13. Verbot des Verbrennens von landwirtschaftlichen Abfällen
  14. Substitution traditioneller Biomasseöfen in Entwicklungsländern mit modernen Brennstoffen (Gas)

Würde man diese 14 Strategien tatsächlich umsetzen, ergäben sich beeindruckende Ergebnisse - das zeigen jedenfalls die Modellrechnungen. Nicht nur, dass die mittlere Erwärmung bis 2050 um 0,5 Grad reduziert würde: Es ließen sich auch zwischen 0,7 und 4,7 Millionen Todesfälle vermeiden, die sonst auf das Konto der Luftverschmutzung gingen.

Die weltweiten Ernteerträge stiegen ab 2030 durch den verringerten Ozonausstoß um 30 bis 135 Millionen Tonnen jährlich. Pro Tonne Methan, die weniger in der Atmosphäre freigesetzt wird, ergibt sich ein Nutzen von 700 bis 5000 US-Dollar - bei Kosten von etwa 250 Dollar. Das Risiko, die Zwei-Grad-Grenze bei der Klimaerwärmung zu überschreiten, sänke deutlich.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Kommentare lesen (49 Beiträge) mehr...
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Hochwertiger Kaffee und Espresso aus Costa Rica: Die Telepolis-Edition für unsere Leser

Anzeige
Anzeige

Digitale Mauern um iOS, Windows oder Android

Der bunte Gerätepark aus Laptops, Smartphones oder 2-in-1-PCs drängt zunehmend zur Loyalität mit einem der großen Hersteller

Die berechnete Welt Kritik der vernetzten Vernunft Das gekaufte Web
bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.