"Prekariats-Tandem" für 3.390 Euro

Peter Mühlbauer 06.02.2012

Sinnvolle, weniger sinnvolle und komplett überflüssige Fahrrad-Neuerungen 2012

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Beim E-Tour von Koga ist der Akku im Rahmen versteckt

Bei e-Jalopy von MTB Cycletech, das der Amerikaner Michael Lin erfand, stecken Elektromotor, Steuerung und Akku in der Nabenhülse des Hinterrades, die einen entsprechend großen Umfang hat. Das 3.499 Schweizer Franken teure Gerät sendet auch Daten über seinen Standort und den aktuellen Energieverbrauch an Smartphones.

e-Jalopy von MTB Cycletech

Dieses E-Bike von Winora hat sieben Gänge, die es bei Fahren anhand von Parametern wie Trittfrequenz, Geschwindigkeit und Neigung automatisch wechselt.

E-Bike von Winora

Renn-Fahrräder mit zusätzlichem Elektromotor scheinen ungefähr so sinnvoll wie Autos zum Joggen. Gebaut werden sie mittlerweile trotzdem - zum Beispiel das eQ Race von Haibike.

eQ Race von Haibike

Warum die 1903 von Hans Sachs erfundene Rücktrittsbremse verschwand, kann eigentlich niemand so recht erklären. Viele ältere Menschen kauften deshalb keine neuen Rader mehr, sondern nur noch gebrauchte. Diesen Markt will der Hersteller Biketec anzapfen, der sein 2.790 Euro teures E-Bike C5R Deluxe und andere Modelle mit Rücktrittsbremsen ausstattet.

C5R Deluxe von Biketec

Spezielle Fahrradkleidung wird seit über einem Jahrzehnt vorwiegend in Farben hergestellt, die nicht nur andere Verkehrsteilnehmer warnen, sondern auch so aussehen, als ob sie zusätzlich die Fliegen verscheuchen sollen. Nun bietet der "Radbekleidung-Couturier" Rapha für 180 Euro eine spezielle Radfahr-Jeans aus wasserabweisendem Material an, bei der die reflektierende Warnfarbe nur dann sichtbar wird, wenn man sie hochkrempelt.

Radfahr-Jeans von Rapha

Der Tandem-Hersteller Santana bewirbt sein Nouvo Sport in der Presseinformation allen Ernstes als Modell für "das Prekariat unter den Zweisitzer-Fans". Bei einem Preis von 3.390 Euro für das Gerät muss dieses "Prekariat" allerdings ganz schön zahlungskräftig sein.

Tandem "Nouvo Sport" von Santana

Früher hatten Fahrräder das Rücklicht am Schutzblech, heute hat der allgemeine Verfall der Sitten dazu geführt, dass sie immer mehr Hersteller in den metallenen Gepäckträger integrieren, damit sie von jugendlichen Rowdys nicht so leicht heruntergetreten werden können.

LineTec-Gepäckträger von Racktime

Ob das wohl funktioniert? Der Puky Crusader 20-3 soll ein Unisex-Fahrrad für Familien sein, das an Söhne und Töchter weitergereicht werden kann, weil die Stange weit unten sitzt und die Farbkombination Kiwigrün-Schwarz angeblich "geschlechtsneutral" ist.

Puky Crusader 20-3. Alle Bilder: pressedienst-fahrrad

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36345/1.html
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