Öl und Benzin werden unbezahlbar

22.02.2012

Das Ende des Ölzeitalters naht

Benzin und Diesel sind so teuer wie noch nie. Und der Ölpreis steigt fast täglich. In dieser Woche hat der Preis für ein Barrel Rohöl den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Vordergründige Ursache ist der vom Iran angekündigte Stopp der Öllieferungen nach Frankreich und England. Hintergründig ist es aber eine ganz andere Ursache: Das Ende des Ölzeitalters naht.

Seit 2008 - so das Münchner Ludwig-Bölkow-Institut - ist weltweit der Höhepunkt der Ölförderung erreicht. Das Öl-Förder-Wachstum stagniert und wird nie wieder höher werden als heute. Das heißt: Die Zeiten billigen Öls und Benzins sind endgültig vorbei.

Der Öl- und Benzinpreis kennt künftig nur eine Richtung: nach oben!

Die Preiskurven werden zum Angst-Barometer. Das Öl wird auch deshalb immer teurer, weil die Schwellenländer immer mehr davon für sich beanspruchen werden. Und hohe Energiepreise bremsen das Wachstum. Zurzeit liefert der Iran 18% seines Öls nach Europa. Für uns wird künftig gerne China als Kunde des Iran einspringen.

Aber wie wollen wir Europäer die dadurch entstehende Versorgungslücke schließen?

Sicher ist nur eins: Dieser nächste Engpass unserer Energieversorgung wird die Preise nochmal dramatisch nach oben treiben! Und die Spekulanten warten schon auf noch höhere Profite.

Aber: Ersatz für die alten fossilen Energieträger lässt auf sich warten. In dieser für alle Industrieländer fatalen Situation bremst der deutsche Wirtschaftsminister auch noch die von ihm mit beschlossene Energiewende aus und will das erfolgreiche Erneuerbare-Energien-Gesetz zerschlagen, das über 60 Länder von uns übernommen haben.

Keine Regierung dieser Welt ist auf starke Energiepreis-Erhöhungen vorbereitet. Die 100%-Energiewende hin zu den Erneuerbaren wird zerredet, verzögert und verschlafen.

Rein technisch wäre bei entsprechendem politischen Willen die Energiewende in 20 Jahren machbar. Und sie wäre auch finanzierbar, wenn die Folgekosten der alten Energieversorgung mit berechnet würden, zum Beispiel die Aufwendungen für die Entsorgung des Atommülls oder die Kosten für den Klimawandel. Vorbeugen wäre preiswerter als die Finanzierung der zu erwartenden Katastrophen.

Energiesparen, Energieeffizienz und der rasche Umstieg auf erneuerbare Energien haben aber zurzeit weder in den USA noch in Europa Priorität. Dabei wäre allein diese vorbeugende Energie-Politik die angemessene Antwort auf die sich bis zur Kriegsgefahr abzeichnenden Öl-Engpässe.

Der Iran spielt wieder einmal mit dem Feuer und hat jetzt eine Lunte ans Ölfass gelegt. Schon der Irak-Krieg war ein Krieg um Öl.

Die Alternative heißt: Frieden durch die Sonne! Die Sonne ist -  im Gegensatz zu Öl- oder Gasquellen - jedem menschlichem Zugriff entzogen. Sie scheint bekanntlich für Gerechte und Ungerechte - also für alle! Sie schickt uns 15.000-mal mehr Energie als zurzeit alle sieben Milliarden Menschen verbrauchen.

Und vor allem: Die Sonne scheint auf jedes Dach und sie schickt keine Rechnung. Allerdings: Solarpolitik erfordert Weitsicht.

Gastkommentar von Franz Alt (Sonnenseite).

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