Sportliche Vita

Angespielt: Launch-Titel für die PS-Vita - Teil 2

Zum Start der Vita warten zahlreiche Renn-, Sport und Kampfspiele auf ihre Käufer: Tennis, Golf, Formel 1 und einige Fantasiesportarten.

Teil 1: Vita-Futter

Nachdem der erste Teil des Überblicks über die neuen Vita-Games vor allem Action- und Platform-Games im Fokus hatte, wird es in der Fortsetzung sportlich. Nahezu alle Titel haben Pendants auf den großen Konsolen. Welche Vita-Funktionen nutzen die Handheld-Versionen und auf was verzichten sie im Gegenzug?

Grün, grün, grün

Electronic Arts geht den Start von Sonys neuem Handheld genauso vorsichtig an wie den des Nintendo 3DS vor einem Jahr. Damals beschränkte sich das Unternehmen auf die Sims, im EM-Jahr ist FIFA Football als einziger großer EA-Titel beim Vita-Anstoß dabei. Das Spiel übernimmt vieles, aber nicht alles von "Fifa 12" für die großen Konsolen. Der zweite Analogstick kommt in der Offensive beispielsweise für Körpertäuschungen zum Einsatz. Die Verteidigung ist weniger flexibel als beim großen Bruder.

FIFA Football

Den Touchscreen nutzt das Spiel mit einem gemischten Erfolg. Zwar ist prinzipiell das Passen durch Berühren des Empfängers präzise, der Finger dabei jedoch unweigerlich im Bild. Bei Standardsituationen wie Eckbällen ist die Steuerung deutlich hilfreicher. Eine nette Idee ist der Einsatz des hinteren Touchscreens: Im Sturm wird er zum virtuellen Tor. Der Angreifer versucht einen Abschluss in die Position, auf die der Finger zeigt. Die Dauer der Berührung bestimmt die Stärke des Schusses.

Hinsichtlich der Modi braucht sich "FIFA Football" nicht gegenüber den Konsolenversionen zu verstecken. Diverse Karrieremodi als Spieler, Manager oder Spielertrainer und zahlreiche Turniere gehören zum Repertoire. Auch die Konzentration auf einen Spieler oder Torwart im "Be a Pro"-Modus übernimmt die Vita von "FIFA 12".

Die Grafik ist sehr gut und die lizenzierten Spieler sind im Taschenformat durchaus erkennbar. Die Übertragung des Spiels auf die Vita ist gut gelungen. Die fehlenden Features sind verschmerzbar. Da Konami sein Pro Evolution Soccer bisher für die Vita weder veröffentlicht noch angekündigt hat, ist "Fifa Football" derzeit konkurrenzlos und nicht nur optisch, sondern auch spielerisch das bisher beste Fußballspiel für unterwegs.

Auch Sega schickt zum Start der Vita mit Virtua Tennis 4: World Tour Edition nur ein Spiel ins Rennen und hat den Release von Super Monkey Ball Banana Splitz verschoben. Das ist einerseits schade, da das Balancieren der Kugeln ein typischer Kandidat für den Bewegungssensor ist, andererseits hat Sega vermutlich aus der Erfahrung mit dem Launch der Serie auf dem 3DS gelernt. Dort hinterließ Super Monkey Ball 3D einen unfertigen Eindruck.

"Virtua Tennis 4" ist die Handheld-Umsetzung des Konsolen-Games vom letzten Jahr. Segas Serie setzt weniger auf Simulation als auf griffige Steuerung und aktionsgeladene Matches. Die Wurzeln von "Virtua Tennis" liegen in Segas Spielautomaten von 1999. Das Game beinhaltet viele lizenzierte Spieler, deren virtuelle Spielweise an die jeweiligen realen Vorbilder angelehnt ist. So muss sich der Gamer an der Vita auf den aktuellen Gegner einstellen und kann sich nicht auf die immer gleiche Strategie verlassen.

Virtua Tennis 4: World Tour Edition

Die Steuerung auf der Vita ist erfreulich flüssig und entspricht der auf den großen Konsolen. Der Touchscreen ist optional und gewöhnungsbedürftig. Die Bewegung des Fingers bestimmt die Flugrichtung des Balls und ermöglicht auch das Anschneiden. Als Gimmick enthält "Virtua Tennis 4" eine moderne Pong-Variante für zwei Kontrahenten mit Touch-Funktion.

Inhaltlicher Schwerpunkt im Solo-Modus ist der komplett von den großen Konsolen übernommene Karrieremodus. Das virtuelle Alter Ego steigt vom Anfänger zum Weltranglistenstar über zahlreiche Matches auf. Zusätzlich entwickelt er die Fähigkeiten wie Rückhand oder Aufschlag in Minispielen.

Visuell ist "Virtua Tennis" sowohl in der grafischen Gestaltung als auch bei den Animationen sehr schön. Beim Blick über die Schulter kann durchaus der Eindruck entstehen, der Gamer schaue die Übertragung eines echten Matches. Sega ist eine gute Umsetzung auf die Vita gelungen. "Virtua Tennis 4: World Tour Edition" ist wie sein großer Bruder kein großartiges, aber ein schönes, solides Sportspiel.

Auch Everybody’s Golf von Sony Computer Entertainment setzt mehr auf ein breites Publikum und den einfachen Einstieg als die Simulation. Unterstrichen wird dieser Casual-Ansatz durch Charaktere im Anime-Stil und bunte, belebte Hintergründe.

Everybody’s Golf

Die Entwickler von Clap Hanz verzichten für die Schläge auf Touch-Eingaben und setzen standardmäßig auf die in vielen Golfspielen typischen drei Klicks: Der erste startet den Schlag, der zweite bestimmt die Stärke und der dritte den Punkt, an dem der Schläger den Ball trifft. Die Berührungssteuerung dient lediglich der einfachen Navigation im Gelände und Veränderung der Kamera. Außerdem kann der Spieler Figuren oder Tiere im Gelände antippen, die darauf reagieren.

Wie bei allen Titeln des Genres besteht der Weg zum Sieg daraus, zunächst das Gelände richtig zu lesen, den Wind in die Gleichung einzubeziehen, den entsprechenden Schläger auszuwählen und schließlich die erwähnten drei Klicks mit der bestmöglichen Präzision auszuführen. In späteren Kursen, bei denen beispielsweise Fahne und Wasser sehr dicht beisammen liegen, muss der Gamer zudem während des Schlags noch mit dem digitalen Steuerkreuz den Spin bestimmen.

So schafft auch die Vita-Version von Everybody’s Golf die richtige Balance zwischen Zugänglichkeit und Herausforderung. Diese steigert sich im zentralen Solo-Modus kontinuierlich. Dabei startet der Spieler auf Anfänger-Rang und muss jeweils vier Runden gewinnen und anschließend im direkten Duell einen Herausforderer besiegen um den nächsten Rang zu erreichen. Dabei darf er zwischen den vorhandenen Golfern frei wählen, die individuelle Stärken und Schwächen haben. Für Turniersiege und andere Leistungen wie Birdies erhält der Spieler Punkte, die er für bessere Ausrüstung, neue Golfer oder optische Gimmicks ausgeben kann.

"Everybody’s Golf" ist bunt und schön animiert, aber grafisch nicht auf Augenhöhe mit "Fifa Football" oder "Virtua Tennis". Spielerisch eignet sich Golf optimal für unterwegs. Der Karriere-Modus ist gewohnt gelungen und es gibt viele Gegenstände und Personen zum Freischalten, was für eine lange Motivation sorgt. Der größte Nachteil ist der Mangel an Neuerungen: Zwar ist die Vita-Version kein Remake eines vorhandenen Games, fühlt sich aber fast so an.

Ausgebremstes Renn-Genre

Die Rennspiele sind zahlenmäßig zum Launch der Vita am besten aufgestellt, qualitativ gibt es allerdings wenig Erfreuliches in diesem Genre. Auch wird hier nicht die gesamte Palette abgedeckt. Asphalt Injection von Ubisoft fiel bereits in der Vorauswahl aufgrund der 3DS-Erfahrungen raus. Auf einen Test von F1 2011 von Codemasters soll ebenfalls verzichtet werden, da der Autor dieses Artikel mangels Kenntnis vom Rennsport sich nicht anmaßen möchte eine echte Simulation auf ihren Realitätsanspruch zu testen.

Leider ist Ridge Racer von Namco Bandai eine Enttäuschung. Zwar ist das Game nicht so schlecht, wie die ersten Berichte und Forenbeiträge aus den USA vermuten lassen, aber es bleibt äußerst steril und eintönig. Europäische Käufer erhalten automatisch zum Start einen "Gold Pass", mit dem sie zusätzlich zu den mageren drei Strecken im Basispaket kostenfrei drei weitere Kurse herunter laden können. Das Einlösen ist jedoch ein regelrechtes Hindernisrennen: Die Kurse waren zumindest beim Testen nicht unter den normalen Extras im Store gelistet und nur über die Suchfunktion erreichbar. Im Spiel ist das Menü unübersichtlich und es fehlt ein irgendwie motivierender Karrieremodus für Solospieler.

Ridge Racer

ModNation Racers: Roadtrip von SCEE hätte ein richtig gutes Rennspiel werden können, ja müssen. Die PS3-Version ist als Kart-Spiel spaßig und zeichnet sich vor allem durch das Baukastenprinzip aus. Jeder darf wie bei Little Big Planet (vgl.: Drei-Sprung) eigene Strecken basteln und mit allen teilen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es unzählige Kurse gibt.

Diese Strecken teilt die Vita-Version mit dem großen Bruder, sodass es schon zum Start nicht an Inhalten mangelt. Nintendos "Mario-Kart"-Serie zeigt zudem, wie gut das Genre auf dem Handheld funktioniert. Sonys Spiel gelingt der Schritt nicht so gut wie dem Platzhirsch im Kart-Feld.

ModNation Racers: Roadtrip

Das liegt weniger an den eigentlichen Rennen selbst, sondern vor allem an diversen technischen Schwächen. Anscheinend haben die Macher die Vita hinsichtlich ihrer Möglichkeiten überschätzt. Im Eifer des Gefechts mit vielen Gegenständen und Gegnern auf dem Bildschirm, ruckelt das Spiel, was nicht nur den Spaß, sondern auch die Kontrolle beeinflusst. Auch die Ladezeiten sind unverständlich hoch.

Im Zentrum des Spiels steht der Kampagnenmodus mit stetig schwieriger werdenden Strecken und Gegnern. Die Steuerung reagiert gut, wenn keine Ruckler die Reaktion beeinflussen. Die Kurse haben diverse Hindernisse und Abkürzungen, erreichen aber nicht den Charme von "Mario Kart". Wem die große Abwechslung am Wichtigsten ist, darf die selbstgebastelten Kurse anderer "ModNation"-Gamer ausprobieren. Auch die Vita bringt ihren eigenen Editor, bei dem der Touch Screen sinnvoll zum Einsatz kommt.

"ModNation Racers: Roadtrip" hat viele gute Ansätze, wirkt aber irgendwie unfertig. Neben den technischen Mängeln ist auch das Zusammenspiel mit anderen eingeschränkt. Vielen Handheld-Spielen verzeiht man den fehlenden Online-Modus, aber ModNation lebt vom Social Gaming, dem Teilen und Messen mit anderen. Dass Sonys San Diego Studios ausgerechnet bei diesem Spiel ausschließlich auf lokale Rennen setzen, wirkt so, als hätten die Entwickler im Endspurt vor dem Launch der Konsole zu viele Kompromisse gemacht.

Wipeout 2048 stammt ebenso von Sony Computer Entertainment. In gewisser Weise ähnelt die Serie den typischen Kart-Racern, da auch "Wipeout" das eigentliche Renngeschehen mit dem Aufsammeln von Gegenständen würzt, mit denen der Spieler die Konkurrenz zerlegt oder einen zusätzlichen Schub bekommt.

Statt Fahrzeugen benutzen die Kontrahenten Hochgeschwindigkeitsgleiter, die über der Straße schweben. Spielerisch wirkt sich das im Fahrstil aus. Mangels Straßenkontakt entfällt das Driften. Dafür kann der Gamer durch geschickten Einsatz der Luftbremse sehr enge Kurven nahezu ohne Tempoverlust nehmen. Von der allgemeinen Geschwindigkeit ist die Wipeout-Serie das direkte Gegenteil der im Vergleich äußerst gemächlichen Kart-Rennen wie "ModNation Racers".

Wipeout 2048

Daher erfordert "Wipeout" mehr Konzentration beim Lenken. Gleichzeitig sind die auf der Strecke verteilten Power-Ups weniger mächtig - in Kart-Games würfelt oft die letzte Runde das komplette Feld noch einmal durcheinander, weil die hinteren Fahrzeuge mächtige Gegenstände zum Stoppen der Führenden erhalten. Dafür muss der Spieler in "Wipeout" den Zustand des eigenen Gleiters im Blick behalten, da zu viele gegnerische Treffer oder das Rammen von Wänden zum Totalausfall führen. Die herkömmliche Steuerung mit Analogsticks und Buttons funktioniert äußerst gut. Die alternative Bedienung mit Kippen der Konsole zum Lenken und Aktivierung der Power-Ups über den Touchscreen ist gewöhnungsbedürftig und kaum zum präzisen Steuern geeignet.

Die Solo-Kampagne ist abwechslungsreich und spielt mit unterschiedlichen Bedingungen zum Vorankommen. Neben den Hauptrennen gibt es optionale Herausforderungen mit zusätzlichen Belohnungen. Die ersten Rennen sind einsteigerfreundlich, aber der Schwierigkeitsgrad steigt relativ bald steil an. Wer sich mit menschlichen Gegnern messen möchte, findet eine Online-Kampagne. Auch dort haben die Rennen unterschiedliche Siegesbedingungen von der reinen Teilnahme über eine Platzierung im vorderen Feld bis zur Zerstörung von gegnerischen Gleitern. Zusätzlich gibt es einen Cross-Play-Modus, der Vita- und PS3-Gamer, die Wipeout HD Fury spielen, gemeinsam auf die Strecke schickt.

Grafisch ist das Spiel sehr gelungen, stilistisch mischt es die gewohnt futuristische Wipeout-Optik mit dem Stadtbild moderner Großstädte. Zeitlich vor dem ersten Spiel der Serie platziert, stellt es die Prequel dar, in der die ersten Gleiter-Rennen quasi noch an herkömmliche Autorennen angelehnt sind.

"Wipeout 2048" ist nicht perfekt. Kenner der Serie finden relativ vor allem Bekanntes. Neulinge müssen sich mit einer steilen Lernkurve anfreunden können. Die Ladezeiten sind ähnlich hoch wie bei "ModNation Racers", aber zumindest gab es beim Testen keine merklichen Ruckler. Trotz der Mängel überwiegt das Gute: Die Steuerung funktioniert einwandfrei und die Herausforderung ist hoch, aber fair. Vor allem macht "Wipeout" einfach Spaß und das ebenso beim Aufstieg in einer der beiden Karrieren als auch beim schnellen Rennen zwischendurch.

Eigentlich steht die "MotorStorm"-Serie für extreme Rennboliden. Sonys Evolution Studios schicken Cross-Bikes, Trucks und Buggys auf die wildesten Strecken mit Schlamm, Feuer und Eis. Im Gerangel auf den Pisten kommt es immer wieder zu spektakulären Stunts.

Für die Handheld-Version MotorStorm RC, das ausschließlich über den PSN-Store erhältlich ist, wählten die Entwickler einen interessanten Ansatz und schicken ferngesteuerte Modellfahrzeuge ins Rennen. Die Analogsticks werden so zur virtuellen Fernsteuerung. Die Kamera schwebt quasi auf virtueller Augenhöhe über den Modellen. Spielerisch erinnert "MotorStorm RC" somit mehr an Ataris Super Sprint oder Codemasters Micro Machines als die bisherigen Ableger von Sonys Racing-Serie.

Das Prinzip funktioniert erstaunlich gut. Die Steuerung ist anfangs gewöhnungsbedürftig, geht aber bald gut von der Hand. Die Rennen sind hinsichtlich der Streckenlänge und des Zeitrahmens kurz gehalten, was dem Handheld-Gaming für zwischendurch entgegenkommt. Trotzdem gibt es zahlreiche Strecken und Herausforderungen.

MotorStorm RC

"MotorStorm RC" übernimmt das Prinzip der verschiedenen Fahrzeuggattungen und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen von den anderen Teilen der Serie. Ein Buggy zieht beispielsweise im Zusammenstoß mit einem Truck den Kürzeren, hat dafür aber bei holprigen Strecken die Nase vorn.

Echte Mehrspielerrennen kennt "MotorStorm RC" auf der Vita nicht, dafür darf man die online gehaltenen Bestzeiten von Freunden schlagen, was diese dann wieder als Herausforderung bekommen. Wer eine PS3 besitzt, bekommt für die 5,99 € den Download für beide Plattformen und kann an der großen Konsole mit geteiltem Bildschirm gegeneinander fahren.

"MotorStorm RC" ist optimal für kurze Spielhäppchen geeignet. Der Schwenk von der auf stetig wachsenden Größenwahn setzenden Serie auf die Modellautos geht mit der spielerischen Reduktion aufs Wesentliche einher. Das funktioniert perfekt. Inhaltlich hat das Game zudem mit zahlreichen Herausforderungen sehr viel zu bieten und hält den Spieler für unter sechs Euro länger bei Laune als mancher Vollpreistitel.

Zweikampf

Im Fighting-Genre gibt es zum Vita-Launch zwei Spiele, die um die Gunst der Spieler kämpfen: Arc System Works, die Entwickler der "Guilty-Gear"-Serie schicken Blaz Blue: Continuum Shift Extended in den Ring. Capcom setzt für die Vita auf Ultimate Marvel vs. Capcom 3, nachdem sie auf dem 3DS seinerzeit den jüngsten Spross der "Street-Fighter"-Serie zum Launch veröffentlichten. Beide Vita-Games sind Erweiterungen der bereits vorhandenen Konsolenversionen und beide sind sehr gut portiert, sodass der Spieler auf dem Handheld keine Abstriche machen muss.

BlazBlue: Continuum Shift Extended

"BlazBlue" und "Marvel vs. Capcom" haben jeweils zahlreiche unterschiedliche Charaktere, die alle ihre eigenen Attacken haben. Die Kenntnis und das richtige Timing der möglichen Kombos ist der Kern von Fighting Games. "BlazBlue" ist insgesamt komplexer und erfordert mehr Übung. Überhaupt erschließt sich "Marvel vs. Capcom 3" denjenigen besser, die keine Hardcore-Fans des Genres sind. Dazu trägt auch die Bekanntheit der Charaktere bei: 24 Figuren stammen aus den Marvel Comics, darunter Wolverine, Spider-Man und Hulk. 24 weitere Charaktere sind aus diversen Capcom-Spielen bekannt. Hier haben beispielsweise Dante aus Devil May Cry, Chris Redfield aus Resident Evil oder Staranwalt Phoenix Wright ihre Auftritte. Selbstredend steigen auch Protagonisten aus Capcoms "Street Fighter"-Serie in den Ring.

Ultimate Marvel vs. Capcom 3

Beide Spiele haben einen vereinfachten Modus, der Neulingen ermöglicht Spezialattacken auszuführen ohne die individuellen Kombination aus mehreren Eingaben zu trainieren. Capcoms Game unterstützt optional den Touch-Screen, was jedoch eher ein Gimmick ist und zeigt, dass nicht jedes Genre für Berührungssteuerung taugt. Auf Hardcore-Fighter, die es extra schwierig mögen, ist der "Ultimate Mars"-Modus von "BlazBlue" zugeschnitten. Arc Systems Game hat zudem einen abgedrehten Story-Modus mit irrwitzigen Anime-Figuren. Beide Games unterstützen lokale und Online-Matches gegen menschliche Gegner.

Ein direkter Vergleich der beiden Titel ist schwierig. Beide sind sehr gut, beide haben allerdings gegenüber den jeweiligen Konsolenversionen wenig Neues zu bieten. Unter dem Strich ist es einerseits Geschmacksache, ob man die abgedrehte Anime-Welt von "BlazBlue" bevorzugt oder die bekannten Charaktere aus dem Marvel- und Capcom-Universum. "Ultimate Marvel vs. Capcom 3" ist einsteigerfreundlicher, dafür finden Hardcore-Fans von Kampfspielen in "BlazBlue: Continuum Shift Extended" mehr Komplexität.

Musik-Puzzle

Ubisofts Lumines (vgl.: Music is your special friend) gehörte zu den großen Games der PSP, wo es seine Anfänge hat. Die Kombination aus stylischer Gestaltung, cooler Musik und einem einfachen Spielprinzip, machten das von Tesuya Mizuguchis Firma QEntertainment entwickelte Puzzle-Game zu einem der beliebtesten PSP-Titel überhaupt. Mizuguchi produzierte zuvor als Mitglied von Segas Sonic Team mit Rez ein legendäres Musik-Action-Spiel für die Dreamcast (vgl.: Dreamcast). Die Regeln von "Lumines" sind extrem einfach. Wie bei Tetris fallen stetig Spielsteine von oben nach unten. Dabei handelt es sich immer um Quadrate aus vier einzelnen Blöcken, die jeweils eine von zwei Farben haben. Aufgabe des Spielers ist es nun im Spielfeld gleichfarbige Quadrate zu bilden. Eine Linie läuft stetig von links nach rechts und entfernt dabei alle fertigen Quadrate. Kombinationen aus mehreren Vierecken in einem Durchgang bringen Bonuspunkte.

Lumines Electronic Symphony

Das Grundprinzip wurde auf zahlreiche Plattformen portiert und mit diversen Spielvarianten fortgesetzt. Lumines Electronic Symphony für die Vita unterscheidet sich kaum von seinen Vorgängern. Im Kern steht wieder der eigentliche Puzzle-Modus. Neu ist ein System von Erfahrungspunkten, mit denen der Spieler diverse Extras freischaltet. Touch-Steuerung ist möglich, aber eigentlich nur ein Beleg, warum Lumines auf Smartphones nicht so viel Spaß macht wie an einer Spielkonsole: die Bewegung geht via digitalem Steuerkreuz und Buttons am besten. Grafisch wurde das Spiel plastischer und sieht noch ein wenig schicker aus. Der Soundtrack beinhaltet über dreißig Songs von Künstlern wie den Chemical Brothers, Art of Noise und Faithless.

Die Vita-Version macht mindestens ebenso viel Spaß wie die PSP-Variante, hat aber abgesehen von anderen Songs und der frischeren Grafik wenig Neues zu bieten. "Lumines Electronic Symphony" ist ein simpel-geniales Puzzle, das man eigentlich jedem empfehlen kann. Andererseits ist kaum zu rechtfertigen, dass es mit gut 30,- Euro in der gleichen Preiskategorie wie beispielsweise "Rayman Origins" ist.

Randnotizen

Von den Games, die nicht ausführlich in diesem Artikel besprochen wurden, sollen zumindest noch zwei hervorgehoben werden: Super Stardust Deltavon Sony Computer Entertainment ist eine äußert gelungene neue Version der ursprünglich für Amiga erschienen Asteroids-Variante, die später für die PS3 frisch aufbereiteten wurde. Pflanzen gegen Zombies ist ein Casual Game, das mit einer Mischung aus gelungenem Spielprinzip und liebevollen Charakteren überzeugt. Allerdings dürfte es kaum jemanden geben, an dem das Spiel vorbeigegangen ist, da PopCap Games, die inzwischen von Electronic Arts übernommen wurden, es auf nahezu jeder Plattform vom PC bis zum Smartphone veröffentlicht haben.

Super Stardust Delta

Warten auf die Exklusivität

Schaut man sich das Launch-Line-up im Gesamten an, fällt vor allem auf, dass nahezu alle Titel Ableger bekannter Serien sind. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, zumal die Umsetzungen in fast allen Fällen sehr gut gelungen sind.

Leider sind viele Games direkte Portierungen. Bei Sport- und Kampfspielen mag sich die doppelte Anschaffung eventuell noch lohnen, aber bei Titeln wie "Rayman Origins" oder "Ninja Gaiden Sigma" sicher nicht. In der Zukunft haben Vita-Besitzer voraussichtlich den Vorteil, dass die Games parallel zu den anderen Versionen erscheinen. Da viele von ihnen aber vermutlich ebenfalls eine große Konsole besitzen, bedeutet das vor allem die Qual der Wahl, ob sie ein Spiel lieber mitnehmen oder auf dem großen Fernseher spielen wollen.

Was der Vita zum Start fehlt, ist ein besonderer Must-Have-Exklusivtitel, etwas wie "Patapon" oder "LocoRoco" auf der PSP. Vielleicht hat das für Juni angekündigte "Gravity Rush" das Zeug dazu, zumal das von Sonys Japan Studio entwickelte Game speziell auf die Vita mit ihren diversen Steuerungsmöglichkeiten ausgelegt ist.

Gravity Rush

Touch und Co sind Segen und Fluch zugleich. Dort, wo sie sinnvoll ergänzend zum Einsatz kommen wie beispielsweise als virtuelles Tor in "FIFA Football" oder als Kamera in "Uncharted", sind sie eine Bereicherung. Rutscht die Steuerung aber zu sehr auf den Touch Screen, steht die Vita schnell in Konkurrenz zu Smartphones. Dort finden (Casual) Gamer einen Markt mit Preisen um einen Euro.

Genau gegen diese Masse an günstigen, aber einfachen Games, müssen sich sowohl Vita als auch 3DS stärker behaupten als gegeneinander. Eine Daseinsberechtigung haben beide nur, wenn es Spiele gibt, die eben mehr sind als die inzwischen qualitativ oft ausgereiften, aber weitgehend einfach gehaltenen Spielchen für iOS und Android. Die Handheld-Konsolen benötigen herausragende echte Videospiele wie Super Mario 3D Land für den 3DS.

Für die Vita gibt es zum Start viele gute, aber keine unverzichtbaren Spiele. Zu den Highlights unter den Vollpreistiteln gehören "Rayman Origins", "FIFA Football" und die beiden Kampfspiele "BlazBlue: Continuum Shift Extended" und "Ultimate Marvel vs. Capcom 3". "Uncharted 3: Golden Abyss" ist ein gelungener Exklusivtitel, der aber qualitativ nicht an die PS3-"Uncharted"s heran reicht. Unter den Download-Spielen gibt es bereits zum Start zahlreiche Perlen. Dazu gehören "Tales from Space: Mutant Blobs Attack", "Super Stardust Delta", "MotorStorm RC" und für die Wenigen, die es noch nicht auf einer anderen Plattform haben, "Pflanzen gegen Zombies".

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