US-Soldaten lassen sich mit Körperteilen von Selbstmordattentätern fotografieren

18.04.2012

ISAF-Kommandeur verurteilt die Fotos und verspricht Aufklärung

Der Los Angeles Times wurden Fotos von einem Informanten zugespielt, auf denen US-Soldaten zu sehen sind, die sich mit den toten Körpern afghanischer Selbstmordattentäters fotografieren ließen.

Laut LA Times stammen die insgesamt 18 Fotos der Zeitung von einem Soldaten, der in den Aufnahmen ein Zusammenbruch von Disziplin und Führung sieht, durch die die Sicherheit der eigenen Truppen gefährdet werde.

Die Fotos zeigen unter anderem, wie die US-Soldaten die Hand eines der Selbstmordattentäters hochhalten und dessen Mittelfinger ausstrecken. Ein anderes Foto zeigt US-Soldaten, die zusammen mit afghanischen Sicherheitskräften die abgetrennten Beine eines Selbstmordattentäters hochhalten und dabei lachend in die Kamera schauen.

In einer ISAF-Presseerklärung heißt es, dass ISAF-Kommandeur General John R. Allen den Vorfall auf das schärfste verurteilt: "Das Verhalten der Individuen auf den Fotos entspricht nicht den Vorgaben von ISAF oder der US-Armee. Dieses Verhalten und diese Bilder sind vollkommen unvereinbar mit den Werten, die die 50 Länder, die unter ISAF in Afghanistan sind, vertreten... Der Vorfall wird von den US-Behörden sorgfältig untersucht." Die US-Soldaten der 82. Luftlandebrigade sollten lediglich die Nachricht von Selbsmordattentaten überprüfen und dabei Identifikationsmerkmale, wie z.B. Fingerabdrücke, von den Selbstmordattentätern, zusammenzutragen.

Die Chefradaktion der LA Times hat sich mit den Fotos zunächst an das US-Militär gewandt, worauf das Militär darum bat, diese nicht zu veröffentlichen. Davan Maharaj, Redakteur bei der LA Times, begründete die Entscheidung der Zeitung, die Fotos dennoch zu veröffentlichen, so:

Nach sorgfältiger Abwägung haben wir uns entschieden, dass die Veröffentlichung einer kleinen, aber repräsentativen Auswahl (von Fotos) unserer Verpflichtung nachkommen würde, nämlich mit Nachdruck und unparteiisch über alle Aspekte der amerikanischen Mission in Afghanistan zu berichten, einschließlich den Anschuldigungen, dass die Fotos einen Zusammenbruch der Truppendisziplin dokumentieren, aus der sich eine Gefährdung für US-Truppen ergibt.

Die LA Times macht in dem Artikel aber auch darauf aufmerksam, dass die 3500 Mann umfassende US-Brigade seit ihrem Aufenthalt in Afghanistan 35 Soldaten verloren hat, 23 von ihnen kamen durch Bomben und Selbsmordattentäter ums Leben.

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