Resignieren die Männer?

26.04.2012

Frauen ist die Karriere schon wichtiger als Männern in den USA, es studieren auch mehr Frauen als Männer an den Hochschulen und machen einen Abschluss

Dass die Frauen die Männer schulisch und akademisch überflügeln und auch zunehmend Führungspositionen in allen Bereichen übernehmen werden, wodurch die Männer gesellschaftlich von ihrem Thron gestoßen werden, hat sich schon lange herumgesprochen ("Konkurrenz, Karriere und Kollaps": Neue Männer braucht die Gesellschaft). Bei manchen Männern wächst die Angst vor dem nun erstarkenden Geschlecht ("Männer werden mittlerweile auf sehr vielen Gebieten diskriminiert", Die Männer haben sich durch den Feminismus entmachten lassen), sie sehen sich gar als das nun unterdrückte und diskriminierte Geschlecht. Vermutlich ist auch die Attraktion fundamentalistischer monotheistischer Religionen, die einen männlichen Gott propagieren, ein letzter Versuch, die traditionelle Herrschaft des Mannes zu erhalten.

Wie eine Umfrage des Pew Research Center zeigt, scheinen die Männer allmählich zu resignieren, was ihre Karriereerwartungen betrifft. Während früher, ganz nach der überkommenen Rolle, mehr junge Männer als junge Frauen sagten, dass es ihnen wichtig sei, erfolgreich in einem gut bezahlten Beruf zu werden, ist diese Karriereorientierung nun für die amerikanischen jungen Frauen wichtiger als für die Männer geworden. 66 Prozent der 18-34 Jahre alten Frauen sagen, ein gut bezahlter Job oder eine gut bezahlte Karriere sei für eines der wichtigsten Dinge in ihrem Leben oder zumindest sehr wichtig. Bei den gleichaltrigen Männer sagen dies nur 59 Prozent.

1997 hatten 58 Prozent der Männer und 56 Prozent der Frauen diese Haltung. Die Ergebnisse besagen, dass sich eigentlich bei der Einstellung der Männer wenig verändert hat, aber die Frauen deutlich karriereorientierter wurden. Im Alter zwischen 35 und 64 Jahren geht die Erwartungshaltung natürlich zurück, Frauen (42%) und Männer (43%) liegen hier fast gleichauf. Auch hat sich die Einstellung der Frauen deutlich verändert, 1997 war für nur für 26 Prozent in dieser Altersgruppe die Karriere noch wichtig, die Meisten hatten diese wohl schon abgeschrieben.

Auch objektiv hat sich die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verändert. 2010 stellten die Frauen mit 46,7 Prozent fast die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung, 1970 hatten sie erst einen Anteil von 38 Prozent. Und mehr Frauen (44%) als Männer (38%) im Alter zwischen 18 und 24 Jahren haben 2010 an Hochschulen studiert. Seit 1990 haben mehr Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren einen Hochschulabschluss als Männer, 2010 waren es 36 Prozent der Frauen gegenüber 28 Prozent der Männer. Der Trend ist deutlich, allerdings verdienen Frauen in den USA - wie anderswo, beispielsweise in Deutschland - noch weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. Aber der Unterschied ist in den letzten Jahrzehnten kleiner geworden und wird irgendwann verschwinden.

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