Die Flotte der US-Killerdrohnen wird sprunghaft wachsen

16.07.2012

Der US-Rüstungskonzern Raytheon kündigt an, kleinere Raketen für die Bewaffnung von billigeren und kleineren Drohnen entwickelt zu haben

Für den Einsatz von Drohnen und damit für die Kriegsführung wird demnächst ein wichtiger Schritt erfolgen. Bislang konnten nur die großen Predator- oder Reaper-Drohnen bewaffnet werden, während sich die kleineren nur zum Ausspähen verwenden ließen. Selbst Predator-Drohnen mit einer Flügelspannweite von 15 m und einer Länge von 8 m können nur mit zwei Hellfire-Raketen mit einem Gewicht von 46 kg und einer Länge von 1,6 m ausgerüstet werden, was den tödlichen Einsatz beschränkt. Zudem sind großen Drohnen teuer und im Einsatz auch aufwändig.

Die neue Rakete im Test. Screenshot aus dem Ratheion-Video

Der Rüstungskonzern Raytheon entwickelt nun eine neue kleine taktische Rakete (STM), die schon in wenigen Monaten einsatzbereit sein könnte und die auf kleinere Drohnen zugeschnitten ist, wie AIN Online berichtet. Man bastle noch an der Software und müsse noch einige Umwelttests vornehmen, heißt es, und plane dann eine Vorfürhung. Die STM werde für Dutzende von "Plattformen" geeignet sein, um welche Flugzeuge es sich handelt, verriet der Konzern jedoch nicht. J.R. Smith von Raytheon Missile Systems machte jedoch deutlich, dass etwa die Marines gerne die 3,4 m lange Shadow-Drohne, die eine Reichweite von 125 km besitzt, damit ausrüsten wollen.

Da die Rakete nur noch 56 cm lang und 9 cm dick ist und etwas mehr als 6 kg wiegt, ist sie für alle Drohnen für eine Nutzlast ab 22 kg geeignet. Damit können nun kleine, billigere und schneller einsetzbare Drohnen ebenfalls für tödliche Angriffe eingesetzt werden, die bislang den großen Drohnen vorbehalten waren. Aber auch die großen Drohnen werden zu gefährlicheren Waffen, weil sie nicht nur mit zwei Hellfire-Raketen, sondern mit 12 der neuen Raketen ausgestattet werden können. Smith wirbt damit, dass die STM in Libyen "hilfreich" gewesen wären.

Mit der STM können Menschen, leichte Fahrzeuge und Gebäude angegriffen werden. Sie besitzt ein logisches Interface, ist mit GPS ausgestattet, mit veränderbaren Lasercodes können die Zielführung und Detonation gesteuert werden. Mit den kleineren Raketen wächst die "Flotte der amerikanischen Killerdrohnen" beträchtlich an, wie Wired schreibt. Voraussehbar ist, dass auch die Zahl der Einsätze und damit die der Toten und Verletzten in der hoch umstrittenen Kriegsführung mit den ferngesteuerten Drohnen steigt, mit denen gezielte Mordanschläge auf Verdächtige ausgeführt werden. Zudem könnten nun kleinere Drohnen, wie sie auch in den USA und anderswo im Inland eingesetzt werden, auch mit diesen Raketen ausgerüstet werden. Smith warb indirekt bereits damit, dass die kleinen Raketen gegenüber den Hellfire-Raketen präziser einzusetzen seien und daher weniger "Kollateralschaden" verursachen, wenn er von den "strikten Einsatzregeln" im Zusammenhang mit den Steuersystemen sprach.

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