Die Ein-Staaten-Lösung
Tom Appleton 04.08.2012
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Der Staat Israel besteht - und seine Bevölkerung ist .

Das alles ändert nichts daran, dass das Rad der Geschichte nicht zurückgedreht werden kann. Der Staat Israel besteht - und seine Bevölkerung ist da. Und die Frage ist heute sicher nicht, ob "die Welt" ohne mit der Wimper zu zucken weiterhin "zuschauen wird", wie die Bevölkerung weiterer Teile des Landes Palästina im Laufe von noch mal zwei oder drei Generationen umbesiedelt wird. Die Welt wird zuschauen - weil dergleichen jeden Tag geschieht und weil es keine Macht der Welt gibt, die hier einschreiten wird.

Oder: Genauer gesagt, weil es eine Macht der Welt gibt, die hier nicht einschreiten wird. Die Vereinigten Staaten hätten die Möglichkeit, das gesamte Israelproblem praktisch von einem Tag auf den andern vom Tisch zu wischen. Und zwar, indem sie Israel zu einem Bundesstaat der USA deklarieren würden - was Israel de facto bereits längst ist. Natürlich liegt Israel weiter entfernt vom amerikanischen Festland als andere Außengebiete.

Betrachten wir hierzu einmal die Distanz zwischen Honolulu und Los Angeles: Google Maps rät uns, mit dem Auto nordwärts zu fahren, jenseits von Oregon, in den Bundesstaat Washington. Dann: "Kayak across the Pacific Ocean." Gesamtlänge des Trips: 3.939 Meilen bzw. 361 Stunden. Nach Anchorage in Alaska sind es 1.000 Meilen weniger. Aber von Washington DC, der amerikanischen Hauptstadt an der Ostküste nach Jerusalem, da verweigern sich die Rechenkünste von Google Maps. Eine andere Stelle verrät uns jedoch, es seien 6081 Meilen bzw. 9786.42 Kilometer. Das ist fast viermal die Distanz zwischen der US-Hauptstadt und Puerto Rico. Also ganz schön weit. Dennoch sind jeden Tag ungezählte Massen hauptsächlicher junger amerikanischer Juden unterwegs nach und in Israel. 35.000 waren es im vergangenen Jahr, weiß der "Economist" zu berichten.

Konservative Intelligenz: Obama und Romney als "Dick und Doof" und ein 12-Seiten-Special über "Judentum heute"

Ihre Trips (jeweils 10 Tage lang, unter dem Titel "Geburtsrecht Israel") stärken die Verwurzelung junger amerikanischer Juden mit Israel ohne lästigen Arbeitsaufenthalt im Kibbuz und werden beispielsweise gesponsert von Sheldon Adelson gesponsort, dem bekannten amerikanischen Casino-Milliardär und finanziellen Förderer des Obama-Kontrahenten Mitt Romney. ("Ohne Limit" gab Adelson gegenüber dem "Forbes" Magazin an, wolle er Romney unterstützen - und 100 Millionen Dollar auf alle Fälle in seine Kampagne stecken.)

Der Wohltäter Adelson steht aber auch unter Korruptionsverdacht (und es würde mich gar nicht wundern, wenn seine aggressive Unterstützung für Romney und einen harten Kurs der Unterstützung Israels letzten Endes auf einen Aufbau seines Casino-Imperiums im rechtsfreien Raum in den verbliebenen Palästinensergebieten hinausliefe).

Eigentlich die "Global Edition of the New York Times" - Romney (an der Klagemauer mit Yarmulke) bekräftigt Israels Recht zum Erstschlag gegen den Iran

Prompt erschien denn auch Romney in Israel, um Staatsmännischkeit zu markieren und Israels Erstschlagrecht gegenüber einem atomaren Iran zu bekräftigen. Das ist ein Spiel mit dem Feuer - auch wenn es augenscheinlich in erster Linie zur Täuschung der amerikanischen Wählerschaft und besonders der jüdischen Wählerschaft und finanziellen Unterstützerschaft in Amerika dient.

Die amerikanische jüdische Bevölkerung überragt mit rund 6.5 Millionen die israelische (5.6 Millionen) um Haupteslänge. Statt von einer amerikanischen "Diaspora" zu sprechen (einem etwas irreführenden Begriff, der unterschlägt, dass amerikanische Juden zumeist von Jiddisch sprechenden Aschkenasen und nicht aus Israelis abstammen) sollte man vielleicht eher von Israel als einem von amerikanischen Touristenströmen besprenkelten "Hobby", einem "religiösen Disneyland" oder einer Dependance der amerikanischen Judenheit sprechen.

So erklärt es sich wohl auch, warum ein US-Bundesstaat "Israel" den Amerikanern weniger taugt als eine freischwebende Insel gleichen Namens weit vor der Küste. Ein Bundesstaat würde gleiche Bürgerrechte für alle Bewohner bedeuten. Und das Einreiserecht aufs amerikanische Festland - auch für die Palästinenser.

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