CO2-Aufnahme wächst mit den Emissionen mit

Florian Rötzer 02.08.2012

In den letzten 50 Jahren hat sich die CO2-Aufnahmekapazität der natürlichen Senken mehr als verdoppelt

Bislang konnte das irdische Ökosystem erstaunlicherweise Schritt halten mit den zunehmenden, von Menschen verursachten CO2-Emissionen. Weiterhin wird nach einer in Nature veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der University of Colorado und der NOAA die Hälfte der CO2-Emissionen, die in Atmosphäre gelangen, von Meeren, Wäldern und anderen Ökosystemen aufgenommen.

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Grafik: NOAA

Für die Studie haben die Wissenschaftler globale CO2-Messungen in der Atmosphäre und den geschätzten globalen Ausstoß durch veränderte Landnutzung und Verbrennen fossiler Energien seit 1960 analysiert. Danach hat sich die CO2-Aufnahme von jährlich 2,3 Milliarden Tonnen im Jahr 1960 bis 2010 mit 5 Milliarden mehr als verdoppelt.

Durchschnittlich hat sich nach den Berechnungen die CO2-Aufnahmekapazität der natürlichen Senken damit um 0,05 Milliarden Tonnen pro Jahr erhöht. Von den seit 1959 von Menschen emittierten 350 Milliarden Tonnen CO2 seien 55 Prozent vom Meer und Land aufgenommen worden.

Damit wird die Annahme verschiedener Studien widerlegt, dass die CO2-Aufnahme mit dem steigendem Ausstoß nicht Schritt halten würde oder bereits abgenommen habe, was zu einer Verstärkung der Klimaerwärmung führen könnte. Allerdings gehen die Wissenschaftler nicht davon aus, dass die Aufnahme kontinuierlich weiter steigen werde, auch wenn jetzt die Kapazität noch nicht erschöpft sei. Bis jetzt gebe es dafür aber keine empirischen Belege.

Unklar ist, welchen Anteil an der CO2-Aufnahme Meere und Wälder haben. Bild: Will von Dauster, NOAA

Zudem lasse sich in dem Anstieg besonders in den letzten 20 Jahren eine große Oszillation erkennen. So ist die CO2-Aufnahme in den 1990er Jahren angestiegen, während sie ab 2000 zurückgegangen ist. Das lasse aber nicht auf eine sinkende Aufnahmekapazität schließen, sondern sei Folge des Ausbruchs des Vulkans Pinatubo im Jahr 1991, der zu einer größeren Aufnahme beitrug, während der El-Nino-Effekt 1998 zu einer geringeren Aufnahme führte. Unklar bleibt, wie viel jeweils das Land und die Meere aufnehmen. Das aber wäre interessant, denn auf dem Meeresboden würde das CO2 für Jahrhunderte oder Jahrtausende gespeichert, in Wäldern oder anderer Vegetation aber nur maximal für Jahrzehnte.

Vergessen sollte man aber nicht, dass die CO2-Werte in der Atmosphäre trotzdem ansteigen und damit die Klimaerwärmung vorantreiben, selbst wenn das relative Gleichgewicht zwischen dem CO2 in der Atmosphäre und dem in den natürlichen Senken in etwas gleich bleibt.

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37377/1.html
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