Die Schlechtesten jeder Kultur
Der bizarre Hintergrund des Films "The Innocence of Muslims"
Amerikanische Strafverfolgungsbehörden bestätigten mittlerweile, dass ein Mann namens Nakoula Basseley Nakoula hinter dem Pseudonym Sam Bacile steckt. Bacile wurde als Macher, Regisseur und Produzent des Films "The Innocence of Muslims" angegeben, der mittlerweile in mehreren muslimischen Ländern zu wütendenden Protesten und - am vergangenen Dienstag - zu tödlichen Anschlägen gegen die US-Vertretung in Libyen geführt hat. Die USA befürchten für den heutigen Freitag eine Ausweitung des anti-amerikanischen Furors.
In Afghanistan wurde bereits seit Tagen auf Veranlassung der Regierung Karsai der Zugang zu YouTube gesperrt. In Ägypten und in Libyen blockierte YouTube den Zugang zum Trailer.
US-Präsident Obama setzt in Libyen auf Drohnen, um "jenen Mördern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen", die für den Tod des US-Botschafter Stevens, des Informatikers Sean Smith und eines Sicherheitsbeamtern verantwortlich sein sollen.
Ob Drohnen das richtige Mittel sind, um den Tod der amerikanischen Botschaftsmitglieder zu rächen? Die Tötungen außerhalb jeder rechtsstaatlichen Norm und jeglichen damit verbundenen Anspruchs schüren das anti-amerikanische Ressentiment weiter; zivile Opfer sind häufig, auch wenn sie nach einer Sprachregelung Obamas nicht mehr so genannt werden. Dazu begibt sich die Regierung in eine Gewaltspirale, aus der extremistische Gegner ihrerseits Rechtfertigungen für weitere Anschläge ziehen.
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So ist auch im Zusammenhang mit dem Tod des US-Botschafters in Libyen von einer Videobotschaft des al-Qaida-Chefs Zawahiris die Rede, der am Vorabend des 11.Septembers den Tod eines aus Libyen stammenden al-Qaida-Führungsmitglieds namens Hassan Mohammed Qaed "al Libi" bestätigte. Die Umstände des Angriffs auf das US-Konsulat in Benghasi, in dessen Folge der dort anwesende Botschafter Stevens - wie vermutet wird an einer Rauchvergiftung - ums Leben kam, deuten für Beobachter darauf hin, dass es sich nicht um einen Protest wie etwa vor der US-Botschaft in Kairo handelte, sondern um einen gezielten Angriff - möglicherweise eine Racheaktion.
Rache - in seinem Fall gegen die Behandlung der Kopten durch Muslime - wird auch als möglicher Beweggrund genannt, weshalb der in die USA ausgewanderte Kopte ägyptischer Herkunft, Nakoula Basseley Nakoula, den Film "The Innocence of Muslims" gemacht hat. Man darf gespannt sein, was aus den Vernehmungen des Mannes zu hören sein wird. Sowohl der Mann, wie die Umstände des Films, die Beteiligten, die Verbreitung des Films, dass er eine derartige Wirkung entfalten konnte, sind bizarr. Hätte man eine solche Geschichte, wie sie sich in Teilen täglich ausbreitet, vor ein paar Jahren erzählt, wer hätte sie geglaubt?
Betrug und Ancient Warriors
Wie in diversen Veröffentlichungen zu lesen ist und auch dokumentiert wird, ist Nakoula Basseley Nakoula als Betrüger auffällig geworden, der sich mit Konten unter falschen Namen und gestohlenen Sozialversicherungsnummern illegal Geld beschaffte, weswegen er ins Gefängnis musste. Nach seiner Entlassung, im Sommer letzten Jahres, startete er sein Filmprojekt, unter falschen Namen, mit irreführendem Titel und Angaben, wie der Castinganzeige zu entnehmen ist. Von Nakoula Basseley Nakoula unter dem Namen Bacile engagierte Schauspieler, darunter ein Gay-Porno-Darsteller, geben an, dass sie getäuscht wurden und ihre Dialoge (amateurhaft) nachsynchronisiert wurden.
i can tell you i auditioned for a movie called Desert Storm that was about Ancient Warriors. My character was called Sampson on the paper with a few lines I got each day upon arriving on set. We never saw a full script or any lines after the day we shot them. Many questions were asked regarding absurdity of lines and situations. Sam the producer who I believed to be, but not certain as Egyptian. His reply would always to work with what we were given as he wrote the script. The clip that I saw part of today for the first time is questionable as to being my voice. The voice over work is dubious at best. a week and a half of work, 75 bucks a day & lunch. ; ) Can't tell you anymore than that other than I'm am very much NOT anti muslim. one world one love.
Wie ein anderer Mitarbeiter am Filmprojekt, der tatsächlich ein Bauunternehmer ist und "Israel" in seinem Namen trägt, was zunächst als Beruf und Herkunft dem Filmemacher Sam Bacile angedichtet wurde, Journalisten des Wired Danger Room sagte, hatte der Regisseur dem Filmteam gegenüber geäußert, dass er an Krebs leide und bald sterben würde. Man habe 10 Monate an dem Drehbuch gearbeitet, trotzdem sei es erbärmlich geblieben, der rote Faden sei die Verfolgung von Kopten in Ägypten gewesen. Bacile selbst habe den Eindruck verbreitet, dass er sich als Kopte von Muslimen verfolgt fühle.
Das mag auch die Zusammenarbeit mit einem Mann namens Steve Klein erklären, den Nakoula als Berater für den Film eingestellt hatte. Der frühere Marinekämpfer wird als christlicher amerikanischer Fundamentalist geschildert, als militanter Abtreibungsgegner, Gründer einer anti-islamischen Gruppe namens Courageous Christians United (die sich giftig auch gegen Mormonen, der Religion des amerikanischen Kandidaten Romney, wendet). Darüber hinaus soll Klein auch an der Ausbildung paramilitärischer Milizen einer Kirche in Kalifornien beteiligt gewesen sein und ebenso an Protesten gegen Moscheen in den USA, weswegen der Filmemacher auf ihn zugegangern sei.
Nakoula soll Klein erzählt haben, dass der Film helfen könnte, Zellen der Muslimbrüder, die in Kalifornien tätig seien, "zu exponieren". Aus dieser eigenartigen tribalistischen Wabe und Aufnahmen, die auf der Blue Cloud Movie Ranch in Santa Clarita, Kalifornien, gedreht wurden, unterstützt von der Organisation Media For Christ, entstand am 11.September 2012 - nachdem der Filmclip von ägyptischen Fundamentalisten aus einer YouTube-Nische geholt worden war - eine bizzare Neuauflage oder Verlängerung des Karikaturenstreits mit den "Schlechtesten der Schlechtesten" christlicher und islamischer Religionsgruppen; Brandstifter und Mobs agieren als Ko-Produzenten.
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37637/1.html- Re: wieviel Menschen hast du den schon gekillt? (17.9.2012 13:49)
- Re: Angesichts des Kolonialismus und von Ausschwitz und Hiroshima sollten wir do (16.9.2012 17:10)
- Re: Völlig Distanz-Unfähig? (16.9.2012 12:53)
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