Breaking Bad in echt

Peter Mühlbauer 25.09.2012

In Texas wurde ein Chemielehrer festgenommen, der Methamphetamin kochte und verkaufte

In der Serie Breaking Bad wird der krebskranke Chemielehrer Walter White bei den Bemühungen, das Geld für seine Behandlung heranzuschaffen, zu einem Drei-Sterne-Methamphetaminkoch, der sich als "Heisenberg" mit Chemiekenntnissen und wechselndem Erfolg in einer ihm völlig fremden Welt mexikanischer und anderer Gewaltverbrecher durchsetzen muss. Was dabei herauskommt, ist eine Art McGyver mit dem Humor der frühen Coen-Brüder.

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Das Städtchen Linden liegt in Osttexas - dem Teil der USA, aus dem Sheldon Cooper kommt. Dort erwischte die Polizei jetzt den 43-jährigen William D., wie er auf einem Parkplatz die verbotene Droge Methamphetamin verkaufte. Das wäre an sich nichts besonderes - wenn D. nicht - ebenso wie Walter White - Chemielehrer wäre und das Methamphetamin selbst gekocht hatte. Die US-Presse spekuliert deshalb, ob der Pädagoge, der sich selbst dazu bislang noch nicht äußerte, von der Erfolgsserie beeinflusst wurde.

Breaking Bad

D. machte jedoch einen Fehler, den White in Breaking Bad bislang strikt vermied: Er verkaufte das Methamphetamin selbst. Und zwar aus dem Auto heraus auf dem Parkplatz seiner Schule, der Mae Luster Stephens Junior High. Auf Twitter kommentiert man diese geradezu grotesk erscheinende Unvorsichtigkeit unter Anspielung auf die zweitwichtigste Figur der Serie mit Bemerkungen wie "Get yourself a Pinkman, bitch."

Allerdings glaubt der Lindener Polizeichef Alton McWaters, dass der Lehrer die Droge nicht an Schüler abgab. Die Polizei hatte D. Scheinkäufer geschickt, nachdem sie mehrere Tipps aus anderen Kreisen bekommen hatte. McWaters betonte gegenüber den Medien, wie wenig D. dem Bild des typischen Methamphetaminhändlers entspricht: Er selbst habe ihn seit langer Zeit persönlich gekannt und wäre nie auf die Idee gekommen, dass der Lehrer solchen Aktivitäten nachgehen könnte. Dem Polizeichef nach versuchte der 43-Jährige die Herstellung des Rauschmittels damit zu entschuldigen, dass er es bei sich selbst zur Schmerzbekämpfung einsetzte. Über die Qualität des Methamphetamins ist bislang ebenso wenig öffentlich bekannt wie über dessen Farbe.

Nach seiner Festnahme in der Mittagspause wurde D. vorerst vom Unterricht suspendiert. Über eine Entlassung will die Schule erst entscheiden, wenn die Ermittlungen beendet sind. Dass der Lehrer seinen Arbeitsplatz behält, ist allerdings aufgrund der Medienaufmerksamkeit für seine Tat und der Aufgebrachtheit der Lindener Eltern selbst im Falle eines milden Urteils wenig wahrscheinlich.

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37698/1.html
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