Waldbrände in Südeuropa sollen nach russischem Geheimdienst al-Qaida-Anschläge sein
Geheimdienste und Terroristen pflegen Verschwörungstheorien und glauben wechselseitig an die Macht der jeweiligen Gegner
Im Mai kam das vorerst letzte Online-Magazin von Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) an die Öffentlichkeit ("Sie haben die Drohnen, wir haben die Scharia"). Wie immer wurde dort der Open Source Jihad gepredigt, also Menschen in den westlichen Ländern aufgefordert, durch Terroranschläge, die möglichst vielen Menschen das Leben kosten oder die möglichst großen Schaden verursachen, die Ungläubigen zu bekämpfen. Als Beispiel wurde vorgeschlagen, dass Brandstiftungen in Wäldern, wenn es trocken ist und der Wind richtig weht, eine gute Idee seien, um möglichst großen Schaden zu verursachen. Letztlich reiche dafür eine Zigarette aus.
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| Aus dem Inspire-Magazin |
Dem russischen Geheimdienst FSB hat dies offenbar imponiert. Belege gibt es keine dafür, aber FSB-Direktor Alexander Bortnikov machte am Mittwoch al-Qaida für die Brände in Südeuropa verantwortlich. Das sei Bestandteil der Strategie, "tausend Stiche" gegen den Westen auszuführen, um ihn zu schwächen. Und er übernahm, was er wohl in Inspire gelesen hat: "Diese Methode ermöglicht al-Qaida, einen bedeutsamen wirtschaftlichen und moralischen Schaden zu verursachen, ohne große Vorbereitungen oder finanzielle Aufwendungen machen zu müssen".
Der Geheimdienstchef verwies denn auch auf Anweisungen, einen "Walddschihad" auszulösen, die man auf Websites und in Foren von Extremisten entdeckt habe. Dazu bräuchte es allerdings keinen Geheimdienst, der die Propaganda unbesehen übernimmt, um sein eigenes Süppchen zu kochen. Um zu begründen, warum man den Tätern nicht auf die Spur gekommen ist, sagte er, die Sicherheitsbehörden hätten nun mal "minimale Chancen" die Brandstifter zu ertappen.
Immerhin wiesen Umweltgruppen wie Greenpeace die Behauptung zurück. Ivan Blokov von der russischen Sektion meinte, er glaube nicht, dass die Waldbrände durch terroristische Aktivitäten ausgelöst worden wären. In der Tat gibt es dafür keinerlei Hinweise, allerdings wird sich AQAP nun rühmen können, zumindest vom russischen Geheimdienst als Täter ausgemacht worden zu sein. Nikolai Shmatkov vom WWF ist der Überzeugung, dass die Brände durch menschlichen Irrtum bzw. Sorglosigkeit entstanden sind.
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Die Islamisten aus dem Nordkaukasus sehen das freilich genau umgekehrt, weil sie einer ähnlichen simplen Sicht folgen oder meinen, so Propaganda machen zu können. Für sie ist der FSP eine kriminelle Organisation, der selbst für die Brände verantwortlich ist, die er aber nun al-Qaida in die Schuhe schieben will. Terroristen und Geheimdienste leben in der Verschwörungswelt, weil sie ein wesentlicher Teil davon sind.
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| Aus dem Inspire-Magazin |
Der FSB würde sich vor allem auf die Aktivität von Terroristen aus den nordkaukasischen Teilrepubliken kümmern, die nicht nur in Russland, sondern auch in Afghanistan und Pakistan sowie in Syrien tätig seien. Das wiederum stärkt die russische Position, die das Assad-Regime unterstützt und die Rebellen wie dieses eher als islamistische Terroristen betrachtet. Und er warnte davor, dass al-Qaida vor allem in der Sahara-Sahel-Zone und am Horn von Afrika in Regierungen eindringe.
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37749/1.html- Re: OT: false flag Frequenz (7.10.2012 17:58)
- Re: Das Inspire Magazin (6.10.2012 18:01)
- Re: Das Inspire Magazin (6.10.2012 9:23)
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