Rheinmetall will 50 kW-Laserwaffe erfolgreich getestet haben

09.01.2013

Drohnen sollen aus einer Entfernung von 2 km verfolgt und zerstört worden sein

Am 18. Dezember hatte Rheinmetall über einen erfolgreichen Test einer 50 kW-Hochenergielaserwaffe im Erprobungszentrum Ochsenboden in der Schweiz berichtet. Man habe Ende November vorführen können, so das Rüstungsunternehmen, dass man gegenüber der 10kW-HEL-Waffe aus dem Jahr 2010 die Leistung verfünffachen konnte. Damit will das Unternehmen seine "Vorreiterrolle im Bereich der zukunftsweisenden Hochenergielaser (HEL)-Technologie" sichern.

Die angeblich erfolgreich getestete, räumlich verteilte 50 kW-Laserwaffe. Bild: Rheinmetall

Demonstriert wurde mit der neuen Waffe die "Beam Superimposing Technology (BST)". Eigentlich bestand die 50kW-Laserwaffe nämlich aus zwei mit einem Feuerleitgerät verbundenen Waffensystemen: einer 30 kW-Laserwaffe und einer 20kW-Laserwaffe, die dazu geschaltet wurde. Die Laserstrahlen können auf ein Ziel gerichtet werden und damit die zerstörerische Leistung entsprechend zu addieren. Technisch stünde nun nichts mehr im Wege, eine 100 kW-Laserwaffe zu realisieren.

Die vielseitige Einsetzbarkeit wurde einem "hochkarätigen Fachpublikum" anhand einiger Szenarien vorgeführt: Luftverteidigung, Abwehr von Raketen, Artillerie- und Mörsergranaten und asymmetrische Kriegsführung. So wurde mit der Laserwaffe ein 15 mm starker Stahlträger auf 1000 Meter Entfernung durchtrennt. Wie viel Zeit dies benötigte, wurde nicht gesagt. Auf eine Entfernung von zwei Kilometern wurden Drohnen abgeschossen, nachdem sie in einer Entfernung von drei Kilometern mit Radar detektiert und dann verfolgt wurden. Das Feintracking erfolgte mit dem "optischen Trackingsystem in den Strahlführungsmodulen der einzelnen Laserwaffenmodule". Das Zerstören der Drohnen soll "innerhalb weniger Sekunden" erfolgt sein.

Zur "asymmetrischen Kriegsführung" scheint das Verfolgen und Abschießen eines "Kleinstziels" in Form einer verschossenen Stahlkugel mit einem Durchmesser von 82 mm gehört zu haben. Die Stahlkugel, die eine Mörsergranate darstellen sollte, flog mit einer Geschwindigkeit von 50 m/s (180 km/h) und wurde mit den Strahlführungssystemen der Laserwaffen optisch verfolgt.

Für Rheinmetall habe man damit gezeigt, dass die Laserwaffen auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen nun geeignet seien, Mörsergranaten, aber auch größere Objekte wie Drohnen auf größere Entfernungen zerstören zu können. Die Tests fanden allerdings, wie es gleichzeitig bei Rheinmetall heißt, "in winterlicher Umgebung und bei 'blendendem' Sonnenschein" statt. Die Leistung der Laserwaffe soll nun gesteigert und eine mobile Version auf unterschiedlichen Fahrzeugen entwickelt werden.

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