Asteroid Apophis ist größer als bislang angenommen

Florian Rötzer 10.01.2013

Mit dem Weltraum-Teleskop Herschel wurden Bilder und Messungen von dem erdnahen Asteroiden gemacht, der nun als erstmal nicht mehr gefährlich für die Erde gilt

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Aufnahmen vom 5. und 6. Januar, die Apophis in den Farbbändern von 70, 100 und 160 Mikrometer zeigen. Bild: ESA/Herschel/PACS/MACH-11/MPE/B.Altieri (ESAC) and C. Kiss (Konkoly Observatory)

Während sich der Asteroid Apophis (99942), der 2004 entdeckt worden war, in den letzten Tagen der Erde bis auf 14,5 Millionen km genähert hatte (Asteroid Apophis), wurde er mit dem Herschel-Weltraumteleskop der ESA beobachtet. Apophis galt bei seiner Entdeckung als Asteroid, der 2029 oder 2036 der Erde gefährlich nahe kommen und auf sie stürzen könnte.

Erst einmal ging man von einer Wahrscheinlichkeit von 2,7 Prozent für einen möglichen Sturz auf die Erde im April 2029 aus, was aber mit genaueren Daten verworfen wurde. Trotzdem wird der Asteroid nahe an der Erde in einer Entfernung von 36.000 km vorbeifliegen. Die Astronomen gehen davon aus, dass die Bahn durch den nahen Vorbeiflug an der Erde verändert wird, weswegen sich noch nicht berechnen lässt, wie nahe Apophis 2036 der Erde kommen wird.

Mit dem Herschel-Weltraum-Teleskop konnte im Rahmen des MACH-11-Beobachtungsprogramms des in Spanien befindlichen European Space Astronomy Centre (ESAC) gezeigt werden, dass der Asteroid, der mit einer Geschwindigkeit von 205 Arcsekunden pro Stunde aus der Perspektive von Herschel flog, größer als bislang gedacht ist. Die neue Größeneinschätzung wurde durch die ersten Infrarotbeobachtungen mit unterschiedlichen Wellenlängen in Kombination mit optischen Messungen möglich.

War man zuvor von einem Durchmesser von 270 Meter ausgegangen, so geht man nun von einem deutlich größeren Durchmesser von 325 +/- 15 Meter aus. Wie Thomas Müller vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching erklärt, ergibt sich aus der zwanzigprozentigen Vergrößerung des Durchmessers eine um 75 Prozent größere Masse bzw. ein entsprechend größeres Volumen. Das Albedo des Asteroiden soll nun nicht mehr 0,33, sondern nur noch 0,23 Prozent betragen, er reflektiert also weniger Sonnenlicht und wird hingegen stärker aufgeheizt, als man bislang angenommen hat. Auch die thermischen Eigenschaften eines Asteroiden können seine Flugbahn beeinflussen. Obwohl ein Einschlag auf die Erde mittlerweile als sehr unwahrscheinlich angenommen wird, können die neuen Messungen dazu dienen, genauere Berechnungen der Flugbahn von Apophis zu ermöglichen.

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38330/1.html
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