... und jetzt die Prinzessinnen

27.01.2013

Chinesische Einzelkinder haben es nicht leicht - besonders wenn sie Mädchen sind

Dabei ist es eigentlich egal, ob sie Einzelkinder sind, oder überhaupt noch Kinder. Mädchen und Frauen, die einem alten Mao-Wort zufolge, die "Hälfte des Himmels" hoch halten, tragen in China immer am schwereren Ende.

Wenn man neuere Artikel über Chinas "Ein-Kind-Politik" liest, wie beispielsweise kürzlich in Telepolis oder im amerikanischen Wissenschaftsmagazin Science dann weiß man schnell, was es mit den kleinen Kaisern des Landes so auf sich hat. Ein amüsantes Foto in Science ersetzt einem quasi die Lektüre der Tausend Worte. Da steht der verzogene Bengel in aller Öffentlichkeit und macht eine greinende Szene. Er hält bereits zwei Spielsachen in der Hand und deutet mit anklägerischem Finger auf die Mutter, die ihm wohl gerade ein drittes Spielzeug verweigert hat. Alle Umstehenden schauen sich um, neugierig oder vorwurfsvoll. Und die Mutter stehet stumm, und erträgt mit Engelsgeduld die Fisimatenten ihres Sprösslings.

Es ist die Mutter in diesem Bild, die das Foto zum Cartoon gerinnen lässt. Sie erträgt die öffentliche Bloßstellung als "Mutter, die keine Kontrolle über ihr Kind hat" mit der stoischen Gewissheit, die ein Mann in China haben würde, wenn sein echt 1968er Deux Cheveaux sich unter lautem Auspuffgrollen weigern würde, anzuspringen. Auch er würde sagen: "Kuckt nur ruhig her, Leute. Ich habe etwas, was ihr nicht habt."

Was sie hat, was die anderen nicht haben, ist ein Sohn.

Die Prinzessinnen im Abseits

Was die chinesischen Machthaber dazu bewogen haben mag, eine Gruppe australischer Wissenschaftler von der Monash University in Melbourne (oder genauer Clayton, einem separaten Campus innerhalb von Melbourne) mit der Untersuchung ihrer "Kleinen Kaiser" (wahlweise "die verzogene Generation" genannt) zu beauftragen, kann man nur mutmaßen. Ich nehme an, dass sie selber keine brauchbaren Sozialwissenschaftler haben. Was aber offenbar niemanden interessiert hat, also weder die Chinesen noch die Australier, war, wie es denn nun wohl den "Kleinen Prinzessinnen" selber bei alledem geht - den Mädchen, die im heutigen China aufwachsen.

Keineswegs nur mutmaßlich übrigens. Ich fragte die Hauptautorin der besagten Studie, Lisa Cameron, was es denn nun mit den Mädchen auf sich habe? "This is something we are thinking of looking into", schrieb sie mir zurück. Wörtlich also: "Wir denken darüber nach, uns mit diesem Aspekt einmal zu beschäftigen." Oder anders gesagt: Mädchen haben wir bislang in unserer Studie noch nicht als solche wahrgenommen.

Das verwundert mich nicht weiter. Gewiss, die von Männern an Frauen verübte alltägliche Gewalt mag im Iran oder in den arabischen Ländern manifester sein. Aber gerade hier, in China und Indien, den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde, erreicht die wie nebenher ausgeführte achtlose Praxis der Frauenmissachtung, Frauenmisshandlung und Frauenquälerei - eine neue, eine eigene, eine gänzlich andere Dimension. China und Indien erweisen sich als Weltmeister der Misogynie - als Praktikanten einer "sanften" Form des Faschismus, um einmal einen Begriff dafür zu münzen. Denn im Gegensatz zum "harten" Faschismus der Nazis etc gibt es keine staatliche Doktrin, derzufolge Frauen als Bevölkerungsgruppe gezielt diskriminiert und eliminiert würden. Aber es ist natürlich eine gar nicht so sanfte, eine mitnichten irgendwie freundlichere Form des Faschismus. Die Hauptmetapher dieser Länder bedarf keines Hakenkreuzes zu ihrer semiotischen Explikation - sie könnte völlig ausreichend durch eine Art Halteverbotsschild für Mädchen symbolisiert werden. Es würde unter dem roten Querbalken, der das Unerlaubte markiert, das frisch geborene Baby an der Nabelschnur zeigen, von dem sich soeben, Augenblicke nach der Geburt, erwiesen hat, dass es ein Mädchen ist.

Das stillschweigende Beiseitelegen der Mädchen trifft auf die "größte Demokratie der Welt", auf Indien, ebenso zu, wie auf das größte Straflager der Welt, China. Man meint, in eine Zeit vor 3.000 Jahren einzutauchen, in die Welt der "Ilias". Eine durch und durch männlich strukturierte Welt, die nur zufällig in eine durchtechnologisierte Moderne eingedrungen ist. Und wer möchte behaupten, dass der marxistisch/leninistische Totalitarismus, in seiner stalinistisch/maoistischen Erweiterung, jemals ein sonderlich geeignetes Instrumentarium zur Steuerung moderner gesellschaftlicher Prozesse angeboten hätte? Fehlplanungen allerorten - sei es bei der gegenwärtigen Smog-Situation in Peking oder einst beim Großen Sprung nach vorn unter Mao. Weshalb sollte man also bei der 1979 eingeführten Ein-Kind-Politik zur Sistierung des Bevölkerungswachstums plötzlich andere Erwartungen hegen - etwa auf eine Erfolgsstory? Laut Wikipedia steht die statistische Durchschnitts-Geburtenziffer in China momentan bei 1.55 Kindern pro Frau. In Deutschland, ganz ohne jede "Ein-Kind-Politik", steht der Durchschnitt bei 1,36 Kindern - also unterhalb des chinesischen Schnitts, bzw. nach einer neueren Studie bei 1,6 Kindern pro Frau, mithin leicht darüber, aber ohne das Trauma bei den Müttern und Vätern zu erzeugen, das den Zustand einer Schwangerschaft jenseits der erlaubten Quote in China begleitet.

Da die Maßnahmen zur Bevölkerungssteuerung, wie alle Politik in der Volksrepublik, von männlichen dominierten Gremien beschlossen wurden, stand von Anfang an zu erwarten, dass die Frauen des Landes auch diesmal - wieder einmal - das härtere Ende des Knüppels aus dem Sack zu spüren bekommen würden.

Und da es in China keine Fristenregelung gibt ließen sich die Schwangeren teilweise sogar aus eigenen Stücken die Föten, wenn sich deren Geschlecht als "weiblich" heraus stellte, solange und in jedem beliebigen Stadium herausschnippeln, bis endlich der ersehnte Sohnemann auf dem Programm stand. Die Folge:

China hat heute eine statistische Knolle in seinem Bevölkerungsbild, die man sich als "unverdautes Schwein im Magen einer Schlange" vergegenwärtigen kann - ähnlich dem "Baby Boom" in den USA und in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Eine solche "Geburten-Explosion" hatte China übrigens auch zu verzeichnen - in den Fünfzigerjahren, zeitgleich mit den atmosphärischen Atombomben-Tests, die dem Phänomen den Namen lieferten. Aber die damals Geborenen gelten heute als die unglückliche Generation. Wenn sie nicht der Großen Hungersnot Ende der Fünfzigerjahre zum Opfer fielen - wie geschätzte 30 Millionen Chinesen - dann sorgte die Kulturrevolution wenig später für den Abbruch ihrer Bildung oder Ausbildung. Heute stellen sie häufig das Lumpenproletariat des Neuen China, den menschlichen Müll verfehlter Politik, dar.

Die gegenwärtige Situation unterscheidet sich vom Baby-Schub der Fifties durch das markante Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Säuglingen. Bis zum Ende dieser Dekade (2020) wird China einen Überschuss von geschätzten 50 Millionen Männern im heiratsfähigen Alter aufweisen, für die es keine Ehepartnerinnen gibt.

Das ist, zum Vergleich, etwa so, als bestünde die Bevölkerung fünf mittelgroßer europäischer Länder (Belgien, Griechenland, Österreich, Portugal zusammengenommen) ausschließlich aus Männern unter Samenstau.

Die Antwort auf dieses Problem, das nicht erst seit den Fernsehnachrichten von gestern Abend auf dem Tapet steht, ist der Frauenraub und Frauenhandel.

Der Raub der Sabinerinnen

Wenn in der Schule einmal - ein einziges Mal - das Thema "Frauenraub" behandelt wurde, dann in komödiantischer Form. Der Raub der Sabinerinnen wurde verhindert, weil das Federvieh ihn durch sein lautes Geschnatter vorzeitig verriet.

Antiker Komödienstoff: "Und wer nimmt mich?" (Nicolas Poussin: Der Raub der Sabinerinnen)

Frauenraub und Frauenhandel gehen indessen immer auch mit sexueller Gewalt - mit Vergewaltigung - und mit körperlicher und seelischer Verletzung Hand in Hand. Es ist weltweit die Horrorstory des 20. Jahrhunderts - und allem Anschein nach wird sie auch im 21. ungebremst fortgesetzt werden.

Säureattacke in Kambodscha: Alltag. Frauenmisshandlungen sind weltweit die Horror-Story des Jahrhunderts. Bild: Sand Paper. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Hier ein Artikel aus dem Wall Street Journal vom 3. August 1999.

Einer von Hunderten über fast identische Ereignisse, die sich seit Jahrzehnten mit unschöner Regelmäßigkeit wiederholen. Eine arbeitslose junge Frau in Vietnam kommt nach Hanoi und bekommt prompt einen Job in einer Bonbonfabrik angeboten. Der Job stellt sich als Falle heraus. Stunden später wird sie bereits über die Grenze nach Südchina verschleppt. Etliche Tage hindurch wird die 22jährige in China weiterverkauft. Sie wechselt den Besitzer vier Mal. Endlich trifft sie auf den prospektiven Ehemann. "Die Hübschen werden als Bräute verkauft", zitiert das Journal eine vietnamesische Frauenbeauftragte. "Die Hässlichen an die Bordelle."

Es folgt eine lange und involvierte Geschichte. Es gelingt dem Bruder, die Schwester in China aufzutreiben und zu befreien. Als er sie nach Vietnam zurückbringt, ist sie jedoch im achten Monat schwanger. Bruder und Schwester warten bis zur Geburt. In diesem Zustand kann er die Schwester unmöglich den Eltern präsentieren. Erst müssen sie noch das Baby loswerden. Ohnehin ist es fraglich, ob die Schwester im Heimatdorf jemals wieder einen Ehemann finden wird. Sie gilt jetzt als "beschädigte Ware."

Die Befreiung stellt sich letztlich nur als eine Überführung von Hölle 9 nach Hölle 7 heraus. Die Frau wird in diesem Teil der Welt nie ein selbstbestimmtes Leben führen können. Sollte sie noch einmal die Übersiedlung nach Hanoi oder in eine andere Großstadt Vietnams wagen, kann ihr sofort das gleiche Schicksal ein zweites Mal widerfahren.

Eine andere Geschichte

Aus dem Jahr 2008. Diesen 13-Minuten-Film gibt es auf YouTube in voller Länge anzusehen.

Ich erwähne hier nur die wesentlichen Punkte, als Verständnishilfe. Keine Beschreibung kann die absolute Trostlosigkeit dieser Bilder adäquat widerspiegeln. Um so mehr, als diese Szenen sich (jenseits der Blickfeldfortsetzung dieses Films) tagtäglich tausendfach wiederholen. Die Schlussfolgerung vorweg: Es mag in China Gesetze geben - eine Rechtssicherheit für die Bürger gibt es nicht, vor allem nicht für Frauen.

Hier nun der Film: Britisches Fernseh-Team berichtet über die Arbeit eines chinesischen Privatdetektivs. Seine Spezialität: Entführte Frauen aufzuspüren, die als Bräute an "einsame Männer" verkauft wurden, und sie zurückzubringen. Außerdem ist er Kettenraucher. Es gibt keine Einstellung von ihm ohne Zigarette.

"Gewöhnlich, wenn die Frauen mich sehen, fangen sie an zu weinen", erzählt er im Interview. " ‚Onkel, bring mich zurück’, sagen sie. ‚Ich kann es nicht ertragen, noch weiter zu leiden.’ " Überblende zu einem Hochzeitspaar mit tapfer lächelnder Braut. VO: "Heute können Hochzeiten in China luxuriöse Angelegenheiten sein: Zurschaustellungen des Wohlstands, die es unter Mao nie gegeben hätte." Der Kommentator erklärt, dass chinesische Ehemänner einen "Brautpreis" an die Eltern der Braut entrichten müssen. Die gestohlene Braut ist in dieser Situation die preisermäßigte Option, die Braut im Sonderangebot. Sie kostet lediglich ein Zehntel dessen, was eine Hochzeit insgesamt kostet. Nach Angaben der Regierung, so der Kommentator, seien in den vorausgegangenen fünf Jahren 88.000 zwangsverheiratete Frauen aufgefunden und freigelassen worden. Dies sei aber bestenfalls die Spitze des Eisbergs, meint der Kommentator weiter.

Ein Englisch sprechender Wirtschaftsfachmann erklärt, die Ökonomie des Marktes verlange einfach danach, dass beispielsweise heiratswillige Männer in der Inneren Mongolei sich die billigeren Bräute beschafften.

Bild eines älteren Mannes beim Händewaschen. Kommentar: "Dieser Mann musste fünf Jahre lang warten, bis seine entführte Tochter von der Polizei befreit wurde. Die Tochter war 12 Jahre alt, als sie gekidnappt und an einen doppelt so alten Mann in einer anderen Provinz Chinas verkauft wurde. Der Bräutigam zahlte umgerechnet knapp über 300 US-Dollar für die minderjährige Braut." Die mittlerweile erwachsene Tochter spricht in die Kamera: "Es ist nicht gut, verkauft zu werden. Er ["ihr Mann"] schlug mich, erlaubte mir nicht, zu weinen, und schlug mich wieder, wenn ich doch weinte. Ich durfte auch nicht mit den anderen Kindern spielen."

Bildwechsel, der Detektiv im Auto, unterwegs in die Innere Mongolei, mehr als 1000 Meilen entfernt von seinem Wohnort. Unterwegs trifft er den Mann, dessen Ehefrau vor über fünf Jahren entführt worden war, als sie auf dem örtlichen Markt Einkäufe erledigte. Der Ehemann, ein armer Landwirt, zeigte die Entführung bei der Polizei an. Die Polizei blieb untätig. Nach Jahren hat die Familie genug Geld zusammen gespart, um die Rettung bzw. Befreiung der Ehefrau und Mutter in die Wege zu leiten.

Der Ehemann spricht in die Kamera: "Ich will sie zurück haben, damit sie kochen und sich um die Kinder kümmern kann." [Anmerkung: Die rigorose Ein-Kind-Regel wird auf dem flachen Land bzw. bei ethnischen Minderheiten etwas lockerer gehandhabt. In diesem Fall hatte das Paar zwei Kinder] "Seit sie fort ist, musste ich beides sein, Vater und Mutter. Es macht mich traurig."

Dem Mann sind nur ein alter Personalausweis seiner Frau und einige Briefe geblieben. Sie wurden drei Jahre zuvor aus der Inneren Mongolei herausgeschmuggelt. Ein Hilferuf der Frau. Der Kommentator: "Sie schrieb, sie sei als Braut verkauft worden. Sie könne den Dialekt ihres Mannes nicht verstehen. Sie habe kein Geld und wüsste nicht, wie sie aus der Situation entkommen könne."

Der Detektiv benötigt seinerseits Geld - und glücklicherweise, erläutert der Kommentator, hat die Tochter des beraubten Ehemannes in einer nahe gelegenen Stadt gearbeitet und einiges an Barem beiseite gelegt. Der Detektiv erklärt zur Kamera gewendet, dieser Fall sei etwas Besonderes. Das Mädchen sei 12 gewesen, als ihre Mutter entführt wurde. Sie habe die Schule verlassen, um Geld zu verdienen für die Befreiung ihrer Mutter. Jetzt sei sie 18. "Ich war innerlich bewegt von ihrer Entschlossenheit, ihre Mutter wiederzugewinnen."

Bildwechsel. Eine Erfolgsstory des Detektivs. Eine junge Frau mit Baby. Sie wurde mit 16 Jahren entführt und Jahre später vom Detektiv befreit. Sie ist nun wiederverheiratet, mit einem Mann ihrer eigenen Wahl, und hat ein kleines Mädchen. Kommentator: "Aber so stark ist das Stigma, das einem entführten Mädchen anhaftet, dass wir sie in ein benachbartes Dorf bringen mussten, bevor sie bereit war, mit uns zu sprechen."

Die junge Frau erzählt in die Kamera: "Ich wollte ihn nicht. Seine Schwägerin sperrte mich mit ihm zusammen in ein Zimmer. Ich weigerte mich, mit ihm Sex zu haben, aber er vergewaltigte mich."

Der Kommentator: "Gefangengenommene Bräute versuchen alles, um ihrem Elend zu entkommen." Die junge Frau: "Als ich vor ihnen flüchtete, fingen sie mich wieder ein und prügelten mich nieder. Nachher sagten sie zu mir: ‚Wenn du noch mal eine Fluchtversuch wagst, werden wir dir die Achillessehnen durchtrennen, wie bei den Anderen auch, damit du nie wieder fliehen kannst.’ Danach trank ich Unkrautvertilgungsmittel und wurde ins Krankenhaus gebracht. Schließlich schnitt ich mir die Pulsadern auf."

Bildwechsel in die regionale Metropole. Ein Arbeitsmarkt auf offener Straße, an einer Brücke. Tausende Landmädchen, die hier Arbeit suchen, gehen jedes Jahr den Bauernfängern auf den Leim. Jeden Tag sind es etwa 30. Das britische TV-Team sprach mit einem der früheren Entführer.

Mit dem Gesicht im Schatten spricht er in die Kamera: "Ich habe sie gewöhnlich hereingelegt. Ich habe sie zu meinen Freundinnen gemacht. Dann sagte ich, wir machen einen kleinen Ausflug zusammen. Und dann habe ich sie verkauft. Ich brachte die Frauen in das Haus des Zwischenhändlers. Der Käufer kam zu dem Zwischenhändler und verhandelte mit ihm über den Preis. Ich kriegte mein Geld von dem Zwischenhändler. Ich wusste nicht, zu welchem Preis die Frau verkauft wurde."

Es folgt eine lange Autofahrt durch eine trostlose Landschaft in die Innere Mongolei. Der Detektiv fährt mit dem verlassenen Ehemann und seiner Tochter in ein abgeschottetes Dorf inmitten all dieser Elendigkeit. Der Detektiv und seine Begleiter stationieren sich in einem Hotel in einer benachbarten Stadt. Der Detektiv versucht, die entführte Frau mit Hilfe der ortsansässigen Polizei zu kontaktieren. Am Ende des Films erweist sich die gesamte Rettungsaktion als verlorene Liebesmüh. Die entführte Frau hat, nach Aussagen der Polizei, mittlerweile ein Baby mit ihrem neuen Mann und weigert sich, ihre frühere Familie überhaupt zu treffen, geschweige denn, mit ihnen wieder "nach Hause" zurück zu kehren. Die junge Frau, die all ihr Gespartes beiseite gelegt hat, steht nun vor dem Scherbenhaufen ihrer jahrelangen Arbeit. Dazu kommen die Schulden, die sie nun bei dem Detektiv hat, für seine fehlgeschlagenen Bemühungen.

Am Schluss des Films kommt noch einmal die junge Frau von vorhin zu Wort, die damals als 12jährige entführt wurde. Obwohl sie das lächelnd sagt, ist ihr Hass auf die Entführer eindeutig noch immer virulent. Die Polizei, meint sie, sollte alle diese Entführer nur auf eine Weise behandeln. Und um ihre Ansicht klar zu vermitteln legt sie den Finger wie eine Pistole an ihre Schläfe. "Tötet sie. Erschießt sie. Schleppt sie auf den Richtplatz und schießt sie tot. So." Und sie wiederholt die Geste.

Teil 2: Tiger-Mütter und der Verlust der Kindheit

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