Mali: Fortsetzung des Drohnenkriegs gegen Dschihadisten

Thomas Pany 29.01.2013

Das US-Drohnenprogramm soll auf Nordwestafrika ausgeweitet werden

Was an Flugkörpern im Himmel über Mali eingesetzt oder dafür bereitgestellt wird, darüber gibt, wie schon bei dem Nato-Einsatz in Libyen, der italienische Blogger, "The Aviationist", David Cenciotti, mit ziemlicher Zuverlässigkeit und Akkuratesse Bescheid.

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Doch stützt sich Cenciottis Blog auch auf Aussagen anderer passionierter Luftwaffenspezialisten, wie zum Beispiel Tom Cooper, deren Angaben nicht weiter überprüfbar sind. Wenn Cenciotti, auf Cooper gestützt, zum Beispiel behauptet, dass die amerikanische Luftwaffe neben unbewaffneten Global Hawks-Drohnen bereits bewaffnete Predator-Dronen über Mali einsetzt, so wird das offiziell nicht bestätigt.

Das liegt hauptsächlich daran, dass sich das US-Militär nicht gerne in die Karten schauen lässt, wenn es um Drohneneinsätze in Afrika geht, wie es in der jüngsten Vergangenheit deutlich unter Beweis gestellt hat (Hidden History: America’s Secret Drone War in Africa). Die schlechte Presse, die Schlagzeilen, die Drohnenangriffe der USA in Pakistan mit zivilen Opfern seit Jahren weltweit machen, will die Militärführung in Afrika nicht. Man zieht den Modus "unbekannt" vor.

So wurde bereits im Juni 2012 200 Kilometer nördlich von Timbuktu ein Fahrzeugkonvoi, angeblich gesteuert von einer Brigade, die mit der maghrebinischen al-Qaida verbunden war, von einer Drohne angegriffen. Es wurde laut darüber spekuliert, ob der Angriff mit einer amerikanischen Drohne ausgeführt wurde. Auf eine Anfrage des Long War Journals wollten amerikanische Geheimdienstler die Information weder bestätigen, noch dementieren.

Das Gerücht hielt sich; dazu kamen laut Magharebia, einem Nachrichtenportal das vom US Africa Command finanziert wird, Beobachtungen, wonach im Himmel über Timbuktu deutlich mehr Luftaufklärung gesichtet wurde.

Geht es nach aktuellen Informationen der New York Times, so beabsichtigt die US-Armee eine Basis für Drohneneinsätze im Nordwesten Afrikas. In Frage kämen Standorte in Niger oder Burkina Faso, beides Nachbarländer Malis. Als Grund wird der Mangel an genaueren Kenntnissen über Bewegungen der dschihadistischen Gruppen in dieser Region angeben. Geplant seien zunächts nur Aufklärungsfluge unbewaffneter Drohnen, so die Quellen der Zeitung, die anfügen, dass auch Angriffe mit bewaffnete Drohnen denkbar seien, "wenn die Bedrohung wachse".

Offiziell bestätigt ist auch diese Meldung nicht. Sie präsentiert aber immerhin mehrere Aussagen von verschiedenen Seiten, die darauf hinauslaufen, dass sich die Armeeführung über den derzeitigen Konflikt in Mali hinaus eine beständige Präsenz unbemannter Flugkörper im Himmel über Nordwestafrika wünschen. Mit der bisherigen Luftaufklärungsarbeit gibt man sich laut Zeitungsbericht in der Militärführung unzufrieden ("limited effect").

Wenige Tage zuvor hatte Wired von einer deutlichen Aufrüstung bei der Luftaufklärung berichtet - und hinzugefügt, dass die militanten Gegner sich in ihren Tarnmethoden ebenfalls verbessern würden; ihr Aktionsradius scheint bislang wenig von der Aufklärung gestört (Neuer Angriff auf algerische Gasinteressen).

http://www.heise.de/tp/artikel/38/38463/1.html
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