Kim Jong-un testet die Reaktionen
Und Iran schaut zu, welche Antworten der internationalen Gemeinschaft auf den Atomtest Nordkoreas einfallen
Dass Nordkorea einen Atomwaffen-Test durchgeführt hat, darüber wird kein Zweifel geäußert. Doch gibt es viele Fragen, technischer und politischer Natur, die bei bei allen nordkoreanischen Waffentests gestellt werden. Nicht zuletzt die Frage, wie mit dem dadurch ausgelösten politischen Beben umzugehen ist. So wird besonders Iran genau hinschauen, wie der Westen mit diesem nuklearen Bedrohungszenario verfährt.
Die seismischen Aufzeichnungsgeräte der südkoreanischen meteorologischen Beobachtungsbehörden verzeichneten einen Ausschlag, eine Erschütterung der Stärke 4,9, so südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News. Als Epizentrum wurde ein Gebiet im Nordosten Norkoreas ausgemacht, Kilchu, in der Provinz Hamgyŏng-pukto, wo sich das Atomtestzentrum Punggye Ri befindet. Die Anlage sei bei den vorgängigen Versuchen mit nuklearen Sprengkörpern 2006 und 2009 benutzt worden. Das künstliche Erdbeben würde auch von Aufzeichnungsbehörden in anderen Ländern bestätigt, heißt es.
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Nach Angaben Nordkoreas, das sich einer großen Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit sicher sein kann, hat man diesmal einen kleineren atomaren Sprengkörper mit größerer Sprengkraft getestet. Erfolgreich. Das ist, nach dem Test der Langstreckenrakete Unha-3 im Dezember vorigen Jahres (Reif für Feindseligkeiten?), ein unangenehmer stacheliger Wurf für die USA.
Weil sich damit die theoretische Möglichkeit auftut, dass auch Ziele in den USA in Reichweite kommen könnten. Dort arbeitet man unentwegt daran, die iranische Atombombenbau-Gefahr als prioritären Schrecken auf der Agenda zu halten und dann führt Nordkorea vor, wie man ein nukleares Bedrohungsszenario aufbaut, gegen dessen Eingrenzung die internationale Gemeinschaft noch kein politisches Mittel gefunden hat.
Als "hoch provokativen Akt" bezeichnete US-Präsident Obama den Test und verlangt "eine rasche und glaubwürdige Handlung der internationalen Gemeinschaft". Doch auch wenn Japan nun laut neue Sanktionen erwägt und der UN-Sicherheitsrat einberufen wird, um über Konsequenzen zu beraten, wie sollen die Sanktionen und Konsequenzen aussehen, um Nordkorea von der Weiterentwicklung seines Waffenarsenals aufzuhalten. Bislang haben die Sanktionen, wie der Test ja beweisen soll, die Führung Nordkoreas nicht davon abgehalten, Kim Jong-un setzt den Kurs seines Vaters fort.
"Diversifizierung der Abschreckung"
Auch in der Rhetorik. In der Darstellung nach außen wird der Test als Reaktion auf die Sanktionen infolge des Langstreckenraketentests präsentiert; man habe die nukleare Abschreckung "diversifiziert", alles um für "Frieden und Sicherheit" in der Region zu sorgen. In der jüngsten Vergangenheit hat die Führung angekündigt, weitere Test mit Langstreckenraketen durchzuführen.
Dem wird auf der Bühne der internationalen Öffentlichkeit einmal damit begegnet, dass man dem Propagandaerfolg Zweifel entgegensetzt, etwa an der Sprengkraft, die nicht so groß sei, wie angekündigt
Despite claims that the test was a success, South Korea's defense ministry said the latest detonation resulted in a 6-7 kiloton atomic explosion that fell shy of a yield from a "boosted fission weapon" that some experts speculated the North wanted to test this time around.
Wobei man sich darüber beunruhigt, ob für den atomaren Sprengkörper Uran oder Plutonium eingesetzt wurde. Amerikanische Aufklärungsflugzeuge ausgestatten mit Sensoren sollen weitere Aufschlüsse bringen. Uran wäre leichter zu verstecken, Fortschritte des nordkoreanischen Atomwaffenprogramm noch schwerer zu beobachten. Bislang misstraut man Nordkoreas Fähigkeiten, waffenfähiges Uran in größeren Mengen anzureichern.
Zum anderen hofft die internationale Gemeinschaft, dass China sich in diesem Fall auf die Seite des Westens stellt. Die erste Reaktion von Chinas Außenministerium war eine entschiedene Ablehnung des Tests, das ist aber sprachlich weicher formuliert als eine scharfe Verurteilung, wie dies etwa von Seiten Russlands berichtet wird. Ob China tatsächlich mehr Druck auf Nordkorea ausüben wird, ist demnach unbekannt. Dabei dürften im Hintergrund auch die Animositäten zwischen Japan und China eine Rolle spielen.
Der deutsche Außenminister Westerwelle wird damit zitiert, dass weitere Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang ins Auge gefasst werden müssten. Mit welchem Erfolg? Momentan sieht es nicht danach aus, als ob der Westen politische Mittel hätte, den Rüstungswettlauf in der Region zu bremsen. Das wird auch in Teheran zu denken geben.
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38553/1.html- Re: Da ist er wieder, der Propagandabegriff (4.5.2013 23:17)
- Re: Na, dann gurgel mal ... (14.2.2013 21:46)
- Na, dann gurgel mal ... (14.2.2013 14:37)
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